Großbaustelle

Rampe an Aktienstraße in Mülheim ist bald Geschichte

Foto: WAZ FotoPool

Mülheim.   Am Montagmorgen begann die Spezialabbruchfirma Möller & Essing aus dem niedersächsischen Georgsmarienhütte mit dem Abriss der Rampe an der Aktienstraße. Am 1. Mai soll sie Geschichte sein.

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Staub, der nicht von der Bewässerungsanlage eingefangen wird, liegt in der Frühlingsluft. Beton knallt zu Boden. Krachende, knackende und knirschende Geräusche der Hydraulik-Scheren und -Meißeln komplettieren das Ambiente der Großbaustelle auf der Sonnenseite der Friedrich-Wilhelms-Hütte. Am Montagmorgen begann die Spezialabbruchfirma Möller & Essing aus dem niedersächsischen Georgsmarienhütte mit dem Abriss der Rampe an der Aktienstraße. Am 1. Mai soll sie Geschichte sein.

Es ließ sich gut an an diesem Montag. „Das ging bis jetzt alles relativ fix“, war der Brücken-Experte der Stadtverwaltung, Horst Chluba, bei seiner schon zweiten Baustellen-Visite gestern spät mittags zufrieden mit dem Fortgang der Arbeiten, die in der Nacht zum Montag begonnen hatten.

Um 1 Uhr hatten Bauarbeiter damit begonnen, die Oberleitungen der Straßenbahn rund um die Rampe zu demontieren. Später entfernten sie auf dem ersten Teilstück der Rampe die Geländer. Zum Schutz des Gleisbettes der Straßenbahn waren schon zuvor „Baggermatratzen“ ausgelegt worden – ein Teppich aus Kanthölzern.

Erst die Ränder, dann der Rest

Die eigentlichen Abbrucharbeiten starteten gegen halb zehn. Zuerst fielen die weniger voluminösen Ränder der Brückenkonstruktion, die sogenannten Gesimskappen. Später machten sich die 50-Tonnen-Bagger daran, den ersten Brückenabschnitt vom Rest abzutrennen.

Da war auch ein Statiker gefragt. Weil der Rampen-Ansatz zur Aktienstraße nur auf je einem Betonpfeiler aufgeständert ist, haben die Experten nahe der Trennfuge Hilfsstützen angebracht. So soll auf jeden Fall verhindert werden, dass das abgetrennte Teilstück der Rampe unkontrolliert zur Seite wegknickt.

In den nächsten Tagen werden die sechs Großbagger vor Ort noch mächtig Stahlbeton zu knacken haben. Die Mittelplatte der Rampe misst samt Bitumen obendrauf rund einen Meter Breite. Das erste Rampen-Teilstück soll am Donnerstag verschwunden sein. Auch der Stahlbeton, der, wie berichtet, zu Schotter recycelt werden soll bzw. deren Metallgehalt die Abbruchfirma laut Vertragsregelung zu Geld machen darf.

Erneute Inspektion

Für sieben, acht Gebäude im Umfeld der Baustelle hat die Stadt im Übrigen vorab erfasst, wie deren baulicher Zustand vor Beginn der Arbeiten war. Nach dem Abbruch sollen sie dann erneut inspiziert werden, um festzustellen, ob ihnen durch die Schwingungen möglicherweise Schäden zugefügt wurden. Messungen gestern zeigten indes kein großes Risiko.

Bis jetzt, so Brücken-Fachmann Chluba, seien bei der Stadt wenige Beschwerden über die Baustelle und die Einrichtung von Umleitungen angekommen. Nur wenige hätten sich am Montagmorgen nicht an die beschilderten Umleitungen gehalten und hätten vor der Baustelle an der Aktienstraße zur Kehrtwende ansetzen müssen. Mitarbeitern der direkt benachbarten Außenstelle der Bundesnetzagentur habe man auch befrieden können: mit Gutscheinen für eine Autowäsche.

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