Masterplan Flughafen

Raadt als neues urbanes Zentrum mit 7000 Neubürgern?

Um dieses Areal kreisen die Gedanken der Stadtplaner, aber auch der Umweltschützer: Wie soll sich das Flughafen-Areal in Zukunft entwickeln? Dafür soll ein Masterplan her.

Um dieses Areal kreisen die Gedanken der Stadtplaner, aber auch der Umweltschützer: Wie soll sich das Flughafen-Areal in Zukunft entwickeln? Dafür soll ein Masterplan her.

Foto: Hans Blossey

Mülheim.   Masterplan für die Entwicklung des Flughafen-Areals: Nun liegen drei Ideenskizzen vor. Ein Konzept rechnet mit 7000 neuen Anwohnern in Raadt.

Die Stadtverwaltung hat die Ergebnisse der zweiten Werkstatt zum Masterplan für die künftige Nutzung des Flughafenareals veröffentlicht. Darin wird unter anderem ein über sich hinauswachsender Ortsteil Raadt skizziert – mit rund 7000 Einwohnern und 2000 Arbeitsplätzen mehr als heute.

Rund 50 Teilnehmer aus Essener wie Mülheimer Politik, Verwaltung und Wirtschaftsförderung hatten im November an jener zweiten „Werkstatt“ teilgenommen, die zum Ziel hatte, Ideen für ein neues Stadtquartier zu konkretisieren. Vorgabe dabei: Es soll den örtlichen Gegebenheiten entsprechend dem Natur- und Artenschutz ein hohes Gewicht beimessen. Drei Teams erarbeiteten dabei drei Konzepte:

Idee 1: Ein neues Stadtquartier mit 10 000 Menschen

Team 1 sollte eine Stadtteilentwicklung ohne Flughafen konzipieren. In verschiedenen Stufen wäre das komplette Areal zu entwickeln, gemäß der Vorgabe, je ein Drittel der Fläche für Wohnen, Gewerbe und Natur zu nutzen. Herausgekommen ist ein ganz neues Quartier, das sich um die heutige Landebahn formieren könnte und von Ost (Gewerbe) nach West (Wohnen) in der Bebauungsdichte luftiger werden soll. Die Landebahn-Fläche selbst soll dabei, als weitläufige Achse gedacht, Park und Freizeitmeile sein und dabei bedeutende Verbindungen zum Ruhrtal aufnehmen.

Die breite Meile, die als Schneise auch die Funktion der Frisch- und Kaltluftzufuhr erfüllen soll, mündet dabei in einen zentralen Platz: den Markt mit Nahversorgung, Freizeit und Gewerbe ringsum. Die Workshop-Gruppe erwartet im neuen Quartier bis zu 10 000 Menschen täglich, allein 7000 neue Bewohner und 2000 Beschäftigte ansiedelnder Betriebe. Ausgerechnet: Eine Straßenbahn-Anbindung wird gewünscht.

Idee 2: Entwicklung mit Flugbetrieb

Ein weiteres Team dachte abweichend von den Ratsbeschlüssen in Essen und Mülheim darüber nach, wie die Fläche auch mit Flugbetrieb über das Jahr 2034 hinaus zu entwickeln wäre. Voraussetzung dabei: Der Flugbetrieb konzentriert sich auf eine kleinere Fläche im Nordosten des Areals oder wird komplett Richtung Süden verlegt. Auch der Erhalt der Luftschiffhalle wird für möglich gehalten, eventuell an anderer Stelle auf dem Gelände.

Die Ideenskizze beschreibt eine von Nord nach Süd gestaffelte Bebauung: im Norden kleinteiliger, der dörflichen Struktur der Flughafen-Siedlung entsprechend. Nach Süden hin sollen größere Bauten ebenso möglich werden wie als Abschluss Gewerbe, das ausschließlich über eine Stichstraße von Essener Stadtgebiet erschlossen werden könnte. Eine Gewerbeentwicklung halten die Ideengeber aus Politik und Verwaltung bei laufendem Flugbetrieb für möglich. Allerdings sei rechtssicher zu klären, welche Ansprüche der Flugbetrieb zeitlich wie räumlich habe.

Idee 3: Möglichst viel Grün erhalten

Gruppe 3 hatte zur Aufgabe, „die Fläche aus der Perspektive der Landschaft zu entwickeln“, mit besonderen, mit Blick auf das Ruhrtal ausgerichteten Wohnlagen und besonderem Fokus auf den Biotop- und Artenschutz. Die Gruppenmitglieder haben drei Bauabschnitte erdacht, von grünen Freiräumen umsäumt und von Süd nach Nord auffächernd bebaut. Allesamt liegen sie nördlich der heutigen Landebahn. Im Süden ist keine Bebauung vorgesehen. Das Ideenkonstrukt sieht eine Aufteilung des Areals in 40 Prozent bebaute und 60 Prozent grüne Fläche vor. Einige Gruppenmitglieder wollen gar noch weniger Bebauung zulassen.

>> DREI WORKSHOPS ZUM MASTERPLAN

Insgesamt sind drei Workshops zum Masterplan vorgesehen. Steht der Masterplan für die Entwicklung des Flughafen-Areals, soll ein städtebaulicher Wettbewerb folgen.

„Der Charakter des Hochplateaus wird sicher erhalten bleiben“, sagte jüngst Planungsdezernent Peter Vermeulen.

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