Schwimmkurse

Projekt soll in Mülheim die Quote der Nichtschwimmer senken

Kinder lernen Schwimmen im Mülheimer Hallenbad Süd. Im Bild (v.l.): Andrea Neuhs (DLRG), Martina Ellerwald (MSS), Bettina Gosten, Gudrun Heyder (beide Bürgerstiftung), Annette Michels (MSS), Wolfgang Dahmen (Realschule Broich).

Kinder lernen Schwimmen im Mülheimer Hallenbad Süd. Im Bild (v.l.): Andrea Neuhs (DLRG), Martina Ellerwald (MSS), Bettina Gosten, Gudrun Heyder (beide Bürgerstiftung), Annette Michels (MSS), Wolfgang Dahmen (Realschule Broich).

Foto: Michael Dahlke

Mülheim.   Mülheimer Sportservice setzt Fachpersonal aus Schwimmvereinen nun an weiterführenden Schulen ein. Was erst durch eine Stiftung möglich ist.

Im Lehrschwimmbecken des Hallenbads Süd bewegen sich Fünftklässler der Realschule Broich mit einer Poolnudel durch das Wasser. Sie lernen den Umgang im kühlen Nass und vor allem eins: Schwimmen. Dazu verstärken Übungsleiter aus Schwimmvereinen die Sportlehrer beim Schwimmunterricht. Dies resultiert aus dem Projekt „Schwimm mit!“ von Mülheimer Sportservice (MSS) und Bürgerstiftung, um die Quote der Nichtschwimmer auch in den Klassen fünf bis sieben zu senken.

Das Problem ist bekannt, zu viele Kinder, die ihre Grundschule verlassen, können nicht schwimmen. Dazu kommen noch die, die sich nicht sicher durch das Wasser bewegen können. Die Politik fordert seit Jahren, etwas dagegen zu tun. Wasserzeiten für Bürger sollten erhöht werden, eine Arbeitsgruppe konzipierte sogar einen Entwurf für ein gewünschtes zusätzliches Bad linksseitig der Ruhr. Aber eine Umsetzung scheiterte an der desolaten Finanzlage der Stadt. Dem MSS standen ebenfalls keine Mittel zur Verfügung, um schon schneller für Verstärkung am Beckenrand der weiterführenden Schulen zu sorgen. In Grundschulen läuft das Projekt „Flotte Flosse“ bereits einige Jahre.

Jede Schule meldete Bedarf

Ende 2017 kam die Bürgerstiftung ins Spiel, es gab Gespräche zwischen ihr und dem MSS. In der Folge eine Abfrage aller weiterführenden Schulen, inwiefern Bedarf besteht, Schülern aus der Unterstufe Schwimmen beizubringen. „Jede Schule meldete uns Bedarf“, erzählt Annette Michels vom Sportservice. „Dabei kann Schwimmen lebensrettend sein. Viele Jugendliche gehen an den Ruhrstrand, was gefährlich werden kann“, betont Bettina Gosten, Vorstand der Bürgerstiftung. Die Stiftung stellte für Übungsleiter, die sich im Unterricht um Nichtschwimmer kümmern, 6000 Euro bereit. Ab 2018 sollen es 7000 Euro sein. Davon werden die Übungsleiter honoriert.

Die sind untereinander gut vernetzt. „Sie erkennen, an welcher Schule gerade ein großer Bedarf ist, sodass wir sie dementsprechend einteilen können“, freut sich Annette Michels. Oft sind es Studenten oder Rentner. Einige Kinder wollen danach weitere Abzeichen erwerben. „Das Seepferdchen reicht in der Regel auch nicht, Bronze ist schon erforderlich“, merkt MSS-Leiterin Martina Ellerwald an. Über die MSS gibt es zusätzlich seit Jahren Kurse für Schüler in den Oster- und Herbstferien.

77 Seepferdchen seit Februar

Seit Februar läuft das Projekt an den Schulen. In der Zeit haben von 126 betreuten Mädchen und Jungen 77 das Seepferdchen erworben, 30 Bronze. Außer der Otto-Pankok-Schule und den Gymnasien Broich und Heißen sind alle weiterführenden Schulen bereits involviert. Die Realschule Broich lässt schon seit vielen Jahren alle Schüler in Klasse fünf, sechs und acht vorschwimmen, um sicherzugehen, dass alle schwimmen können. „Die Zahlen der Schüler, die nach Verlassen der Grundschule nicht schwimmen können, ist erschreckend“, betont Schulleiter Wolfgang Dahmen, der dagegen kämpfen möchte.

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