Wahlkampf

Politiker gehen zum Hausbesuch

Politische Prominenz, wie hier Peer Steinbrück am Eichbaum vor einigen Wochen, wird im Wahlkampf bei SPD und CDU nicht in Mülheim aufkreuzen – so die Planung.

Politische Prominenz, wie hier Peer Steinbrück am Eichbaum vor einigen Wochen, wird im Wahlkampf bei SPD und CDU nicht in Mülheim aufkreuzen – so die Planung.

Foto: STEPHAN GLAGLA PHOTOGRAPHIE / WA

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Mülheim.Großveranstaltungen? Fehlanzeige. Politische Prominenz? Zumindest die beiden großen Parteien, CDU und SPD, verzichten diesmal komplett darauf. Bürgerbegegnung, von Angesicht zu Angesicht, lautet bei Astrid Timmermann-Fechter (CDU) und Arno Klare (SPD) die Devise, um Stimmen zu sammeln.

Klare ist schon seit Tagen unterwegs. „Ich gehe von Haus zu Haus, schelle an, stelle mich kurz vor, überreiche noch einen Flyer. Das war’s in der Regel.“ Eine Person jeweils begleitet den SPD-Kandidaten dabei, in diesen Tagen zum Beispiel die Oberbürgermeisterin. Dass ein Bürger mal zu einem Thema nachfrage, sei die Ausnahme.

Täglich im Volk unterwegs

Zwischen 15 und 17.30 Uhr macht Klare Hausbesuche quer durch die Stadt. Bis zu 60 Begegnungen am Tag kommen so zustande. Seine Botschaft ist einfach: „Bitte gehen Sie wählen! Wenn die Leute dann auch noch der SPD ihre Stimme geben, bin ich zufrieden.“ Am Ende des Wahlkampfes könnten es 1000 Hausbesuche gewesen sein. „Ich gehe jedoch von einem Schneeball-Effekt aus“ – heißt: Die Menschen reden über den Mann, der bei ihnen anklopfte.

Astrid Timmermann-Fechter verfährt ähnlich. „Der Kandidat steht im Vordergrund, kein Prominenter“, sagt sie und betont: „Jeder Bürger hat das Recht, die Kandidaten persönlich kennenzulernen.“ Also ist sie täglich irgendwo im Volk unterwegs, bei Bürgerfesten, bei städtischen Veranstaltungen, bei Verbänden und Vereinen.

„CDU vor Ort“ nennt sich die Aktion oder „CDU hört zu“ und manchmal auch „CDU klärt auf“. Die ersten Begegnungen seien positiv gewesen, berichtet die Kandidatin und findet, der Wahlkampf braucht noch etwas Tempo.

"Jede Menge Prominenz"

Noch weilen manche im Urlaub, bevor es auf Stimmenfang geht. Zum Beispiel Susanne Rittershaus von der FDP, die auch noch um ihren Bekanntheitsgrad kämpfen muss.

„Jede Menge Prominenz“ heißt es dagegen bei den Grünen. Sie setzen nicht nur auf Tim Giesbert, ihren Kandidaten, sie holen durchaus bekannte Gesichter in die Stadt und diskutieren mit ihnen: MdB Bärbel Höhn wird über die Schweinemast in Menden mit den Bürgern reden, Agnes Krumwiede, kulturpolitische Sprecherin der Grünen im Bundestag, über Preis und Wert von Kultur, der Fraktionschef im Landtag, Reiner Priggen, über die Energiewende, und Bundesgeschäftsführer Volker Beck kommt mit dem Thema „Gerechtigkeit“ nach Mülheim.

Die Linken haben sich mit ihrer Kandidatin Sylvia von Häfen auf die Fahne geschrieben: „Weiterarbeiten wie immer, nur etwas intensiver.“ Vor allem in der Innenstadt wollen die Linken auf Bürger zugehen. Prominenz? „Nicht in Mülheim.“

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (2) Kommentar schreiben