VHS

Politik bestellt Gutachten zur Zukunft des VHS-Standortes

Auch Lena und Iris Ripke sowie Brigitte Schauerte (von links) protestierten vor dem Rathaus für eine sofortige Sanierung des denkmalgeschützten VHS-Gebäudes in der Müga.

Foto: Tamara Ramos

Auch Lena und Iris Ripke sowie Brigitte Schauerte (von links) protestierten vor dem Rathaus für eine sofortige Sanierung des denkmalgeschützten VHS-Gebäudes in der Müga. Foto: Tamara Ramos

Mülheim.   Sanieren, neu bauen oder anmieten: Alle Alternativen zur Zukunft der Mülheimer VHS sollen geprüft werden. Bürgerinitiative protestiert erfolglos.

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Die Fronten bleiben verhärtet, in der Frage zum künftigen Standort der Volkshochschule steht nach der Ratssitzung am Donnerstag aber fest: Die Stadtverwaltung wird auf Geheiß der politischen Mehrheit Gutachter damit beauftragen, alle möglichen Alternativen unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten zu prüfen: eine Sanierung des denkmalgeschützten Gebäudes in der Müga, einen Neubau auf städtischem oder privatem Grund sowie ein Mietgeschäft.

Die Bürgerinitiative „Erhalt unserer VHS in der Müga“ hatte sich bereits eine Stunde vor Beginn der Ratssitzung am Rathausmarkt versammelt, um mit geschätzt 70 Teilnehmern abermals ihre Forderung gegenüber den nach und nach eintrudelnden Politikern zu untermauern: die sofortige Wiederaufnahme von Sanierungsarbeiten und – in Teilbereichen – auch des VHS-Betriebs in der Müga.

Eigenes Spalier für die Politiker

Sowohl vor dem Rathaus als auch vor dem Ratssaal bildeten die Initiativler ein enges Spalier für die Politiker, den selbst gedichteten Gospel „Bless the VHS“ (Schütze die VHS) auf den Lippen. Wer sich, wie Werner Oesterwind von der CDU, auf eine kurze Stellungnahme einließ, musste sich auch manch Schimpfwort anhören. Harmloser der Zwischenruf: „Sie wollen nur das Grundstück!“. Oesterwind hatte da gerade ins Megafon gesprochen: „Es will ja keiner die VHS als solche weghaben. Wir brauchen die VHS, wir sind aber nicht an diesen Standort gebunden.“ Er erntete Buh-Rufe, höhnisches Gelächter.

Der ehemalige Leiter der Denkmalschutzbehörde, Erich Bocklenberg, brachte seinen Eindruck vor, dass die Stadtverwaltung aktuell nicht anders als andere Denkmal-Eigentümer argumentiere, um einer Sanierung das Wort zu reden. Sie rede das Gebäude runter, „sie sagen, es sei irreparabel“. Für ihn sei neben dem Müga-Standort eben auch das jetzige Gebäude zu erhalten, „großartige Architektur der 70er Jahre“.

Alle Argumente sind ausgetauscht

Im Grunde genommen sind alle Argumente aber ausgetauscht. Initiative, MBI, Linke und Ratsherr Bicici prangern an, die Stadtverwaltung habe die Sanierung bekannter Schwachstellen bewusst vor sich hergeschoben. Verwaltung und politische Mehrheit plädieren dafür, nun eine Entscheidung im Sinne der Wirtschaftlichkeit zu treffen – und dafür die Fachmeinung zu möglichen Alternativen einzuholen.

Der Antrag zur sofortigen Sanierung und Wiederinbetriebnahme von MBI, Linken und Bicici scheiterte. „Ich möchte auch moralisch nicht verantwortlich sein für eine Verletzung oder gar den Tod einer Bürgerin“, plädierte auch Oberbürgermeister Ulrich Scholten (SPD) für die Gutachten.

MBI-Ratsfrau Heidelore Godbersen warnte davor, die VHS über Jahre heimatlos zu lassen. „Dann geht die VHS kaputt. Es wird schwierig sein, das später wieder zu flicken.“ Wie ihr Fraktionskollege Lothar Reinhard kritisierte sie erneut die jüngst von der Verwaltung veröffentlichte Einschätzung eines Statikers, es gebe große Zweifel auch an der Standfestigkeit des Gebäudes. Dem Fachmann hatten bei seiner Ortsbesichtigung nicht einmal die ursprünglichen Unterlagen zur Statik des Hauses vorgelegen. Die Stadtverwaltung habe bis heute nicht dem Verlangen der MBI entsprochen, jene Unterlagen (auch zu vergangenen Baumaßnahmen) vorzulegen.

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