Verabschiedung

Planungsamtsleiter Jürgen Liebich tritt in den Ruhestand

Der scheidenede Planungsamtsleiter Jürgen Liebich und sein kommissarischer Nachfolger Felix Blasch fotografiert am Mittwoch, 13.9.2017. Foto: Oliver Müller / FUNKE Foto Services

Foto: Oliver Müller

Der scheidenede Planungsamtsleiter Jürgen Liebich und sein kommissarischer Nachfolger Felix Blasch fotografiert am Mittwoch, 13.9.2017. Foto: Oliver Müller / FUNKE Foto Services Foto: Oliver Müller

Mülheim.   „Stadtplanung kennt keinen Stillstand“, sagt er. Den Radschnellweg sieht er als einen Meilenstein an. Schlaflos wegen des Entenfangs.

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Seinen Schreibtisch hat er bereits geräumt. Aktenstapel und Karten liegen in den Schränken gut sortiert für den, „der sich jetzt mit meinen Aufgaben befassen muss“, sagt Jürgen Liebich. „Stadtplanung ist ein unaufhaltsames und spannendes Geschäft. Sie hört nie auf. Sonst gäbe es Stillstand.“ Auch wenn der Leiter des Stadtplanungsamtes sich jetzt in den Ruhestand verabschiedet: Stillstand kommt bei dem fast 62-Jährigen nicht vor. Dafür ist er mit seiner Gattin viel zu gern unterwegs – macht Städtetouren. Bisher fuhr ein bisschen Dienst mit. Jetzt ist er nur noch privat unterwegs.

27 Jahre stand Jürgen Liebich als Beamter in Diensten der Stadt. Nach dem Studium der Architektur und Raumplanung in Essen und Dortmund ging er ins Niederbergische Land, wechselte anschließend nach Hamm in Westfalen. „Aber es kommt die Zeit, da möchte man zurück zu seinen Wurzeln. Meine Bewerbung für Mülheim zog“, erinnert sich der gebürtige Oberhausener.

Mit der Politik müssen Stadtplaner leben

Mit der Initiative Mülheimer Innenstadt (IMI), die laut Liebich gute Ideen für die Entwicklung der City hervorbrachte, lernte er die Mülheimer Befindlichkeiten schnell kennen. Nicht alle Vorschläge wurden verwirklicht. Für andere tolle Lösungen gab es keine politischen Mehrheiten. „Damit müssen Stadtplaner immer leben.“

Der Wandel des ehemaligen britschen Kasernengeländes (Wrexham Barracks) zum Wohnpark, den Aufbau der Hochschule Ruhr West, die Ruhrpromenade, der Radschnellweg und der neue Campus für das Max Planck-Institut (MPI) seinen Mülheimer Meilensteine, „die andere Gemeinden auch gern gehabt hätten“, sagt Liebich. Vor allem der Radschnellweg sei in Deutschland höher geachtet als in Mülheim. „Auf Tagungen fragten mich Kollegen immer wieder. Wie groß ist das Entwicklungspotenzial beiderseits dieser Trasse?“

Gesellschaft muss Ideen, Freiheiten und Raum bieten

Was sich dort entwickelt und was seine Nachfolger anschieben, wird Liebich weiter verfolgen. Stillstand kann sich eine Gesellschaft nicht leisten. Sie muss guten Ideen, Freiheiten und Raum bieten. Stadtplaner haben die wichtige Aufgabe des Vermittlers“, bleibt Jürgen Liebich seinen Grundsätzen treu. „Da gibt es Ermessensspielräume – innerhalb des gesetzlich vorgegebenen Rahmens. Man kann das nutzen oder nur nach Vorschrift verwalten“, erklärt Jürgen Liebich. Manche Bürger hätten sich aus dem Bauamt beschränkendere und klare Ansagen für Bauten auf Nachbargrundstücken gewünscht. Dagegen betrachten vor allem Bauträger die Mülheimer Linie als zu streng.

Die Entenfangsiedlung habe ihm schaflose Nächte gebracht. „Wir haben lange mit dem Bauministerium über eine Lösung verhandelt, obwohl jeder wusste, dass er dort schwarz gebaut hat oder wohnt“, erinnert sich Liebich. Das gelte auch für andere Außenbereiche. Für die kommenden Jahre sieht Liebich den Schwerpunkt der Stadtentwicklung in den Vororten. „Junge Familien brauchen Wohnraum. Wir müssen vor allem Baulücken und Innenflächen nutzen.“

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> Bis die Nachfolge von Jürgen Liebich geregelt ist, übernimmt Felix Blasch als stellvertretender Amtsleiter jetzt die Leitungsaufgaben. Der 37-Jährige wirkt seit April 2014 im Stadtplanungsamt.


Zuvor arbeitete Blasch in ei-nem privaten Planungsbüro in Aachen, machte sein Referendariat bei der Bezirksregierung Düsseldorf, die ihn zur Ausbildung nach Wuppertal schickte. Dort blieb Blasch danach in der Planung und Wirtschaftsförderung, bevor er an die Ruhr kam.

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