Soziales

Bauarbeiten an Ruhrtalbrücke: Stiftung stoppt Waldkita

Die Ruhrtalbrücke an der A 52 spielt eine entscheidende Rolle bei der Absage der Pia-Stiftung.

Die Ruhrtalbrücke an der A 52 spielt eine entscheidende Rolle bei der Absage der Pia-Stiftung.

Foto: Hans Blossey

Mülheim.   Kurzfristige Absage von der Pia-Stiftung für den Waldkindergarten in Mülheim-Mintard. Die Begründung hängt mit geplanten Baumaßnahmen zusammen.

Mintard bekommt keinen Waldkindergarten. Begründung: „Das Waldstück liegt zum größten Teil unter oder nahe der Ruhrtalbrücke. Weil die A 52 sechsstreifig ausgebaut und damit auch die Ruhrtalbrücke von einer langfristigen Baumaßnahme betroffen sein wird, hat die Zukunftsorientierte Kinderbetreuung (ZoK) Abstand von dem Projekt an diesem Standort genommen.“ Das hörten die Mitglieder der Bezirksvertretung 3 auf ihrer jüngsten Sitzung. Die ZoK ist eine Tochter der Pia-Stiftung.

Der Waldkindergarten sollte an der Dorfstraße 15 in Mintard einziehen. Mit 20 Kindern war im kommenden Sommer der Start vorgesehen. Mehr 35 Eltern hatten bereits bei der Pia-Stiftung ihr Kind für einen Platz angemeldet. Das Projekt in Mintard ist jetzt gestoppt. Weitere Gründe standen nicht in der Mitteilung des Kinder- und Jugendamtes, die Peter Ludewig von der Bezirksverwaltungsstelle im Ortsparlament vorlas.

ZoK sucht nun nach Standort in Saarn

Ursprünglich war geplant, ein angemietetes Ladenlokal herzurichten. Die Bauaufsicht hatte bereits eine Nutzungsänderung für möglich erachtet. Es fehlte noch ein zweiter Rettungsweg. Von der Mintarder Straße sind es nur wenige Meter bis in den Wald. Der erstreckt sich zum Teil bis unter die Autobahnbrücke.

Die Nachfrage der Eltern war nach Bekanntwerden des Projektes bereits hoch. Fünf Plätze sollte es für Kinder unter drei Jahren geben. Weil aus dem Standort in Mintard nichts wird, sucht die ZoK jetzt „im Bereich Saarn nach einer naturnahen Bleibe für die Kinderbetreuung“. Die Bezirksvertreter zeigten sich nach dieser Absage enttäuscht, können an der Situation aber nichts ändern. Der Waldkindergarten in Holthausen soll nach Angaben der Pia-Stiftung aber wie geplant im Sommer am Oppspring starten, hieß es in der Mitteilung für die Ortspolitiker.

Rückschlag für die Stadt

Waldkindergarten – das bedeutet, täglich bei Wind und Wetter die Natur zu erleben, in ihr zu toben, zu spielen, zu lernen, zu forschen. Pädagogen und Eltern sehen darin auch die Chance, ein gesundes Leben in jungen Jahren zu führen.

Für die Stadt bedeutet die Absage der ZoK einen Rückschlag. Der Mintarder Waldkindergarten wäre fast ideal gewesen: Der Bedarfsplan für die kommenden Kindergartenjahre zeigt derzeit für den Bezirk Saarn, Selbeck, Mintard einen zusätzlichen Bedarf von 68 Plätzen für Unter-Dreijährige und 38 Plätze für Über-Dreijährige.

In der ersten Gruppe sollten sich Kinder aus allen Stadtteilen treffen. Ein gemeinsamen Fahrdienst für Kinder aus weiter entfernten Wohngebieten war in der Vorbereitung. Daraus wird nichts. Wird keine schnelle Lösung am Saarner Waldrand gefunden, fehlen weiterhin rund 100 Kinderbetreuungsplätze auf der linken Ruhrseite. Der Kita-Anbau an der Viehgasse ist noch nicht fertig.

Die Idee hinter Waldkindergärten

In Waldkindergärten laufen alle Aktivitäten unter freiem Himmel draußen im Wald, bei jedem Wetter. Bei extremer Witterung geht die Gruppe in einen Schutzraum. Das ist eher selten der Fall.

Kinder und Erzieher genießen Ruhe im Wald. Lärm- und Stressbelastung in einer Standard-Kita sind viel höher als in Waldkindergärten. Das wirkt sich auch auf die Entwicklung der Kinder aus.

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