Kriminalität

Peinliche Panne bei Fahndung: Gesuchter Mann ist kein Dieb

Foto: Westfalenpost

Mülheim.  Mit dem Foto eines Mannes ging die Polizei in die Fahndung nach einem EC-Karten-Dieb. Jetzt ist klar: Der Mann hat mit der Tat gar nichts zu tun.

Bei der Fahndung nach vermeintlich zwei EC-Karten-Dieben ist eine unrühmliche Fahndungspanne passiert. Ein von der Polizei am Mittwoch dieser Woche veröffentlichtes Fahndungsfoto wurde am Freitag kurzerhand zurückgerufen. Begründung: Der abgebildete Mann stehe gar nicht in Verbindung mit der Straftat. Ob dies allein dem falsch angeschuldigten Mann weiterhilft, darf bezweifelt werden.

Die Polizei hatte am Mittwoch jenen Fahndungsaufruf herausgegeben. Die Fahndung bezog sich auf einen Vorfall Anfang April, als einer Seniorin deren EC-Karte gestohlen worden war. Zunächst habe eine Frau am 9. April nachmittags mit der Karte Geld an einem Geldautomaten im Forum in Mülheims Innenstadt abgehoben, einen Tag später ein Mann an einem Automaten an der Schloßstraße.

Fahndungsfoto wird seit zwei Tagen auch über die sozialen Netzwerke verbreitet

Von beiden vermeintlichen Tätern veröffentlichte die Polizei am Mittwoch Fahndungsfotos aus Videomaterial, das sie von den Bankfilialen zur Verfügung gestellt bekommen hatte. Zwei Tage später nahm sie nun das Fahndungsfoto des Mannes zurück: „Der veröffentlichte Mann wurde irrtümlich gesucht und hat mit der Tat nichts zu tun“, hieß es in einer kurzen Mitteilung mit der Bitte an die Medien, „sein Foto zu löschen und nicht weiter zu verbreiten“.

Auf Nachfrage machte ein Polizeisprecher nähere, aber nicht vollumfängliche Angaben zu der Panne, die dem abgelichteten Mann auf dem Fahndungsfoto auch angesichts der Verbreitung über die sozialen Medien eine gehörige Rufschädigung eingebracht haben dürfte. Der Gesuchte habe sich am Donnerstag selbst bei der Polizei gemeldet und habe klargestellt, dass er mit der Sache nichts zu tun habe, hieß es. Dies habe sich denn auch zeitnah bestätigt.

Polizei will genaue Umstände der Panne nicht benennen

Die genauen Umstände will die Polizei nicht nennen, ihr Sprecher sagte aber: „Der Fehler liegt definitiv nicht bei uns.“ Dass es ein Problem mit den Videoaufzeichnungen gegeben haben könnte, die das Geldinstitut zur Verfügung gestellt hat, ließ die Polizei offen, stellte nur fest: „Der Mann war in Nähe der elektronischen Tatzeit dort.“ Der Fehler sei „in der Kette zwischen Anzeigenerstattung und Fahndung“ entstanden.

Nachbarn, Arbeitskollegen, Bekannte dürften den Mann auf dem Fahndungsfoto wiedererkannt haben. Der fälschlich beschuldigte Mann sei am Donnerstag bei seinem Besuch bei der Polizei „natürlich sehr aufgeregt“, am Freitag aber schon sei er „total zufrieden“ gewesen, so der Polizeisprecher mit Hinweis darauf, dass die Polizei das Fahndungsfoto direkt aus dem Hamburger System habe nehmen lassen und den Fehler mit der Rücknahme der Öffentlichkeitsfahndung auch offen eingeräumt habe.

Polizei räumt ein: Das darf nicht passieren

„Das darf nicht passieren. Es tut uns leid. Mehr als entschuldigen können wir uns aber nicht“, so der Polizeisprecher, dem auch bewusst ist, dass „irgendetwas immer hängen bleibt“, weil der Mann „zu Unrecht an den Pranger der Öffentlichkeit“ gestellt worden sei. Eine Strafanzeige wolle der Mann aber nicht stellen.

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