Spendenaktion

Paddel-Marathon endet nach 18 Stunden in Mülheim

Ein Fernsehteam begleitet Jörn Schulz (re.) und filmt die letzte Etappe seiner Ruhr-Tour. Gemeinsam mit drei anderen SUP-Sportlern wird hier gerade die DLRG-Rettungsstation in Menden passiert. 

Ein Fernsehteam begleitet Jörn Schulz (re.) und filmt die letzte Etappe seiner Ruhr-Tour. Gemeinsam mit drei anderen SUP-Sportlern wird hier gerade die DLRG-Rettungsstation in Menden passiert. 

Foto: Annette Lehmann

Mülheim.   Sportlehrer Jörn Schulz wurde nach 112 Kilometern gefeiert. Um bis Duisburg zu fahren, war es schon zu dunkel. Er paddelt für einen guten Zweck.

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Baden in der Ruhr? Aber klar, gerne auch in Klamotten. Auf der Schleuseninsel endete am Samstagabend die 112 Kilometer lange Paddeltour von Jörn Schulz, Sportlehrer am Gymnasium Broich. Am Mülheimer Wasserbahnhof wurde der 34-Jährige von Familie, Freunden, Schülern und Kollegen lautstark gefeiert. Körperlich ausgepumpt, mental aufgekratzt, sprang er in den Fluss und einige andere fröhlich hinterher.

Klitschnass, mit hohlen Wangen, stieg Jörn Schulz gegen 22.10 Uhr an Land und schwärmte: „Das ist einer der schönsten Tage meines Lebens. Der Abschluss war Wahnsinn. Unbeschreiblich!“ Eine große Eskorte hatte ihn auf den letzten Kilometern seines Stand-up-Paddling-Marathons (SUP) unterstützt. Auf dem Fahrrad oder zu Fuß folgten ihm Scharen auf dem Leinpfad, auf dem Fluss hatte er ein voll besetztes Drachenboot an seiner Seite sowie drei befreundete SUP-Sportler, mit denen er in den vergangenen Monaten gemeinsam trainiert hat.

Board soll zugunsten der Aktion versteigert werden

Einige Jugendliche paddelten in Kanus mit, darunter Elli, eine an Leukämie erkrankte Schülerin des Gymnasiums Broich. Ihre Krankheitsgeschichte hat Schulz dazu bewogen, den sportlichen Kraftakt unter dem Motto „Be Strong for Kids“ mit einer Spendenkampagne für die Essener Universitäts-Kinderklinik zu verbinden. Das Board, auf dem er sich flussabwärts gekämpft hat, wurde auf Ellis Namen getauft. Es soll jetzt zugunsten der Aktion versteigert werden.

Am Samstag gegen vier Uhr früh war er in Wickede gestartet, etwas später als eigentlich geplant: „Ich hatte Respekt vor der Dunkelheit, vor dem Nebel und Regen.“ Die Spur, die er dann 18 Stunden lang auf dem Fluss zog, konnte man jederzeit per Live-Tracking auf Facebook verfolgen. Mehrfach ging es auch kurz ans Ufer, um Verpflegung aufzunehmen oder auch Radiointerviews zu geben, die live gesendet wurden. Im DLRG-Boot brauste ein Fernsehteam mit, das dem unermüdlichen Paddler immer mal wieder ein plüschiges Mikro unter die Nase hielt.

Jeder Muskel schmerzt, und ich bin unglaublich müde

Dem ursprünglichen Zeitplan hinkte das gesamte Vorhaben allerdings um gut zwei Stunden hinterher, so dass Jörn Schulz auf der letzten Etappe zwischen Baldeneysee und Mendener Brücke schon mit bangen Blicken erwartet wurde. Die Enten waren da schon schlafen gegangen, die Nacht dämmerte herauf. Von seinem Ziel, bis zur Ruhrmündung in Duisburg zu fahren, 125 Kilometer Gesamtstrecke, musste sich Jörn Schulz am Ende verabschieden. „Die DLRG hat dringend abgeraten, weil es im Dunklen zu gefährlich wäre. Sie hätten mich auch nicht bis zum Ende begleiten können. Ich bin aber sicher, ich hätte es geschafft.“

Am Sonntag, dem Tag danach, klagte der Sportler dann: „Jeder Muskel schmerzt, und ich bin unglaublich müde.“ Aber weitermachen, Kindern helfen, will er auf jeden Fall.

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