Stadtplanung

Neugestaltung der Mülheimer Ostruhranlagen nimmt Formen an

Bei der Ideenwerkstatt für den Mülheimer Spielplatz Auf dem Dudel haben Kinder das Sagen: Sie stimmen mit Fähnchen über die Neugestaltung in der Ostruhranlage ab.

Bei der Ideenwerkstatt für den Mülheimer Spielplatz Auf dem Dudel haben Kinder das Sagen: Sie stimmen mit Fähnchen über die Neugestaltung in der Ostruhranlage ab.

Foto: Martin Möller

Mülheim.   Die Neugestaltung der Mülheimer Ostruhranlagen geht in die entscheidende Phase. Bei einer Ideenwerkstatt konnten Kinder ihre Wünsche einbringen.

Eine Seilbahn wünschen sich die Kinder für ihren Spielplatz an der Ruhr. „Am besten mit einem kleinen Korb und einer Rampe für Kinder, die im Rollstuhl sitzen, damit sie hier auch spielen können“, hat sich ein Mädchen ausgedacht und davon ein kleines Modell gebastelt. Außerdem auf der Wunschliste für den Platz Auf dem Dudel: ein Trampolin, Verstecke, die wie eine Schildkröte oder ein Tipi aussehen, ein Karussell, eine Torwand.

Seit 2017 plant die Stadt die Ostruhranlagen zu verschönern. Eine Bürgerbeteiligung brachte damals zutage, was viele Mülheimer stört: dunkle Ecken, zu wenige Sitzmöglichkeiten, Hundekot und Müll – eigentlich kein Hexenwerk. Seitdem aber stagnierte die Verbesserung der beliebten, aber betagten Anlage.

30 Jahre alte Geräte

Gut 30 Jahre haben der Platz und seine Geräte, aber auch die gesamte Grünanlage östlich der Schloßbrücke wohl auf dem Buckel, er wurde im Zuge der Müga erneuert, will Stadtplaner Daniel Bach wissen. Geschaffen wurde die Anlage 1879 vom „Verschönerungsverein“. Es ist also höchste Zeit für einen modernen Anstrich und neue Spielmöglichkeiten. Zumal die ursprüngliche Planung vorsah, die Anlage bereits in diesem Jahr zu verschönern. Jetzt wird es aber Frühjahr 2020.

Für die Kinder, die am Mittwochnachmittag Fähnchen verteilen – Grün für ,kann bleiben’, Rot für ,geht gar nicht’ –, ist der Platz „so halb/halb“, meint ein Junge. Die Rutsche ist nicht mehr in Ordnung, kritisieren die Kinder mit bemerkenswerter Umsicht, denn die Bahn führt in den Sandkasten, wo „die Kleinen“ spielen. Das gibt Konflikte, die man vor Jahrzehnten nicht bedacht hatte. Die Kinder haben das aber genau im Blick.

Kinder bringen eigene Ideen ein

Die Bäume sollen möglichst bleiben, denn die finden die Jungs und Mädchen prima zum Klettern und die spenden auch Schatten. Ein Balancier-Parcours soll sie ergänzen. Ein Karussell, bei dem man die Scheibe hochdrehen kann, um dann mit ihr nach unten zu wirbeln, hat sich ein Mädchen ausgedacht. Keine hochtrabenden Ideen, sondern Dinge, die Spaß machen – und zwar allen: Jungen wie Mädchen, Kindern mit und ohne Behinderung.

Mit Akribie haben die Kinder an Modellen ihrer Ideen gebastelt – sie sollen noch mal in der Öffentlichkeit ausgestellt werden. Was am Ende umgesetzt wird, prüft und entwirft ein Landschaftsarchitekt. Und dann ist da noch die Frage nach dem Budget: 550.000 Euro sind für die gesamte Maßnahme geplant, 440.000 gibt’s vom Land, den Rest zahlt die Stadt.

Geplantes Budget: 550.000 Euro

„Ein guter Teil der Summe soll in den Spielplatz fließen“, so Planer Daniel Bach. Ein weiterer Teil gehe in den Übergang zwischen Stadthafen und Ruhranlage: Hier wird neu gepflastert und gepflanzt. Treppen – ähnlich wie an der Marina – sollen das Sitzen an der Ruhr ermöglichen. Bodenstrahler sollen den dunklen Übergang an der Schloßbrücke erhellen.

Die weitere Anlage ist aus Sicht der Stadt aber noch recht gut in Schuss. Daniel Bach zeigt die Stellen, wo Pflanzen zurückgeschnitten werden, um die Sichtachsen wieder herzustellen und Angsträume zu beseitigen. Besonders der Übergang zum Parkplatz an der Delle wird ausgelichtet.

Der Entwurf soll im Herbst stehen

Künftig soll es mehr Sitzbänke geben, etwa am Aussichtspunkt zur Petrikirche und auf den Wegen. Das Boulefeld am Spiel soll zwar bleiben, allerdings als „Multifunktionsfeld“ auch andere Aktivitäten bieten. Welche? Mal sehen.

Nachdem die ursprüngliche Planung nicht gehalten werden kann, rechnet Bach damit, dass der Entwurf für den Spielplatz im Herbst feststeht. Dann werden die Kinder wie erwachsene Bürger über die Umsetzung informiert.

Geht alles in Ordnung, will die Stadt im Frühjahr mit der Aufhübschung der Anlagen und der Neugestaltung des Spielplatzes beginnen. „Wie lange bleibt er dann geschlossen?“, fragt ein Kind. Nicht lang – Bach will es so einrichten, dass zumindest jeweils die Hälfte der Fläche während der Sanierung genutzt werden kann.

Stadt ist auf der Suche nach Spielplatzpaten

Für den Spielplatz auf dem Dudel sucht die Stadt noch Bürger, die gerne eine Spielplatzpatenschaft übernehmen möchten.

Paten wachen über das Erscheinungsbild des Spielplatzes, melden, wenn etwas kaputt ist, geben Spielgeräte aus oder schlichten auch mal Streit um Schüppchen.

Wer Interesse hat, kann sich bei Elfriede Majer, Amt für Kinder, Jugend und Schule unter 455 45 34 oder per E-Mail an Elfriede.Majer@muelheim-ruhr.de melden

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