Stadtentwicklung

Neues Stadtquartier Schloßstraße nimmt langsam Form an

Einen begrünten Innenhof soll es eines Tages in dem Komplex geben: Hotelgäste, Altenheimbewohner und Sportler haben eine Aussicht darauf.

Einen begrünten Innenhof soll es eines Tages in dem Komplex geben: Hotelgäste, Altenheimbewohner und Sportler haben eine Aussicht darauf.

Foto: Michael Dahlke

Mülheim.   Ende 2018 ziehen die ersten Mieter am unteren Ende der Schloßstraße ein. Der Bauherr ab erste Einblicke und bat, die Fantasie spielen zu lassen.

In gut einem Jahr sollen die Mülheimer das neue Stadtquartier Schloßstraße genießen können. „Ende des Jahres werden bereits die ersten Mieter einziehen“, kündigt Gerd Rainer Scholze, Architekt und Mitinvestor von der AIP Unternehmensgruppe, an. Man liege im Zeitplan – und im Kostenrahmen. 80 Prozent der rund 50 000 Quadratmeter Geschossfläche sind vermarktet, mit dem Rest lasse man sich noch Zeit, sagt Scholze, Mitte 2019 soll das gesamte Stadtquartier belegt sein.

Etwa 30 solcher Bauprojekte mit diesen Ausmaßen habe er in seinem Berufsleben bisher realisiert. Das Mülheimer Projekt sei mit das anspruchsvollste, verrät Scholze beim Rundgang durch den Koloss, der aus zwei ungleichen Baukörpern besteht, von einer Passage mit acht Metern Breite Richtung Stadthafen durchschnitten wird und nicht weniger als so etwas wie ein Schrittmacher für die Innenstadtentwicklung sein will. „Ich bin begeistert von dem, was hier passiert“, sagt Oberbürgermeister Ulrich Scholten beim Gang durch den Rohbau. Das Projekt stimme ihn hoffnungsvoll, was die Zukunft der Innenstadt angehe.

MWB-Chef spricht von Initialzündung für die Innenstadt

Ein Hotel, ein Pflegeheim, Büros, Einzelhandel, Gastronomie, Wohnungen und ein Fitness-Center entstehen in dem Komplex. Den kleineren Part übernimmt der Mülheimer Wohnungsbau mit etwa einem Viertel der Fläche. Die Gesellschaft wird dort selbst ihr Hauptquartier mit rund 100 Mitarbeitern beziehen und zugleich etwa 30 kleinere Wohnungen auf den Mietermarkt bringen, wie MWB-Vorstand Frank Esser erklärt. Mit einem großen Foyer samt Galeriegeschoss wird der MWB künftig seine Kunden und Partner empfangen. Ein Gastronom soll ins Untergeschoss bei MWB einziehen, ein Gewerbebetrieb ins erste Obergeschoss. Wer? „Es laufen aussichtsreiche Gespräche.“

Auch Esser erhofft sich mehr als nur einen neuen schicken Firmensitz, auch er spricht von einer Initialzündung für die Innenstadt. Heißt: Man hofft auf Nachahmer, die in Mülheims Mitte in die Moderne investieren.

Etwa 120 Bauarbeiter arbeiten täglich zehn Stunden

Etwa 120 Bauarbeiter, die meisten aus Polen, arbeiten täglich zehn Stunden und das an sechs Tagen in der Woche. Vieles lässt sich schon heute erkennen: der große Innenhof, der mal ein kleiner Park werden soll, das Hotel, der Pflegebereich und das betreute Wohnen mit insgesamt 120 Plätzen. Der Bau wird nicht höher als die Nachbarn, das Riekenhaus und das Rathaus. An der höchsten Stelle, im sechsten Geschoss, Richtung Fluss, wird das Fitnesscenter einziehen. Darüber, so Bauleiter Hardo Mischak, befinden sich nur noch Technik und Dach.

Eigentlich, sagt Scholze, sei derzeit kein guter Zeitpunkt, um ein Gebäude vorzustellen. Es regnet, es ist dunkel, die Fassaden sind grau, die Fenster wirken klein, die Szenerie in den künftigen Büros wirkt trist. Baustelle halt. „Lassen Sie ihre Fantasie spielen, um zu erahnen, wie es in einem Jahr hier aussehen wird“, regt der Architekt die Besuchergruppe an. Esser schildert die gestalterischen Elemente, die künftig die Fassaden zieren werden, berichtet von hellen Farben, von Lichtkonzepten und einer neuen Lebendigkeit.

Quartiersfest zur Einweihung im Frühjahr 2019

Ein großes Richtfest wird es nicht geben, weil anders gebaut wird als früher. Damals wurde erst der Rohbau erstellt, dann kam die Haustechnik, dann der Fensterbauer. . . Heute entsteht an einem Ende noch Rohbau, auf der anderen Seite wird bereits die Haustechnik installiert, woanders werden die Fenster eingebaut. Logistisch sei das eine Herausforderung.

Im Frühjahr 2019 soll es aber ein Quartiersfest zur Einweihung geben.

>> BAUHERREN UND EIGENTÜMER

Ein Drittel der Fläche bebaut der Mülheimer Wohnungsbau. Er bleibt auch Eigentümer.

Zwei Drittel des Areals entwickelt die Stadtquartier Schloßstraße Mülheim GmbH; sie besteht aus Competo Capital Partners GmbH, Fortress Immobilien AG und GRS Beteiligungen. Die Patrizia Immobilien AG, ein führendes Investmenthaus für Immobilien, hat das Stadtquartier Schloßstraße gekauft.

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