Schwimmunterricht

Neues Schwimmabzeichen für Grundschulkinder in Mülheim

Beim Schwimmunterricht für die Grundschulkinder helfen Übungsleiter aus den Vereinen.

Beim Schwimmunterricht für die Grundschulkinder helfen Übungsleiter aus den Vereinen.

Foto: Andrea Bowinkelmann) / LSB NRW

Mülheim.  Alle Kinder sollen in der Grundschule schwimmen lernen. Ganz gelingt das in Mülheim noch nicht. Neueste Idee: das „Flotte Flosse“-Abzeichen.

Das Projekt „Flotte Flosse“ läuft in Mülheim schon seit zwölf Jahren. Nun umfasst es auch ein neues Schwimmabzeichen für Grundschulkinder, dieses liegt zwischen „Seepferdchen“ und „Bronze“.

Seit 2007 unterstützt der Mülheimer Sportservice (MSS) den Schwimmunterricht mit dem Projekt „Flotte Flosse“, das mittlerweile alle 22 Grundschulen in der Stadt erreicht: Den Sportlehrern werden bis zu zwei Übungsleiter aus den Schwimmvereinen zur Seite gestellt, die sich nur um die Nichtschwimmerkinder kümmern. Als Hauptsponsor ist der Mülheimer Wohnungsbau (MWB) mit im Boot.

Im Sommer 2019 sind insgesamt 1.424 Mülheimer Grundschulkinder auf eine weiterführende Schule gewechselt, 93 Prozent von ihnen hatten nach Angaben des MSS zumindest das „Seepferdchen“-Abzeichen, was die Initiatoren auch auf das Schwimmförderprojekt „Flotte Flosse“ zurückführen. Zwei Drittel der Kinder legten sogar mindestens das Jugend-Schwimmabzeichen in Bronze ab.

Mehr als 90 Prozent der Grundschulkinder schaffen mindestens das „Seepferdchen“

Diese Zahlen bewerten die Macher des Projektes als sehr gut, aber sie haben sich zum Ziel gesetzt, dass alle Kinder nach dem vierten Schuljahr sicher schwimmen können. Aus diesem Grund hat der Sportservice jetzt das neue „Flotte Flosse Schwimmabzeichen“ vorgestellt. „Es soll die Lücke schließen zwischen dem vergleichsweise einfach zu erringenden Seepferdchen und dem bereits mit deutlich höheren Anforderungen verbundenen Bronzeabzeichen“, erläutert Martina Ellerwald, die Leiterin des MSS. Für das „Flotte-Flosse-Schwimmabzeichen“ müssen die Kinder einen Sprung ins tiefe Wasser schaffen und anschließend ohne Unterbrechung mindestens 100 Meter weit schwimmen.

Dabei orientierten sich die Projektverantwortlichen auch an den Vorgaben des Aktionsplans „Schwimmen lernen in Nordrhein-Westfalen 2019 bis 2022“ der Landesregierung. Martina Ellerwald sagt: „In diesem landesweiten Konzept ist die Einrichtung von ‚Schwimmassistentenpools‘ geplant. Mülheim war hierfür beispielgebend, und darauf sind wir sehr stolz.“

Vor zwei Jahren wurde in Mülheim ein ergänzendes Projekt auf den Weg gebracht, „Schwimm mit!“, das sich speziell an Kinder in weiterführenden Schulen richtet, die noch nicht sicher im Wasser sind: Im Schwimmunterricht für Fünft- bis Siebtklässler bekommen Sportlehrer Verstärkung durch Übungsleiter der Vereine. „Schwimm mit!“ wird durch die Bürgerstiftung finanziell unterstützt.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben