Bergbau

Neue Zechen-Tour mit dem Bus

Zeche Rosenblumendelle.

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Zeche Rosenblumendelle. Foto: NRZ

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Mülheim. Viele Zeugnisse der Bergbaugeschichte gibt es in Mülheim nicht zu sehen. Die meisten Hinterlassenschaften bietet die Zeche Rosenblumendelle, die 1967 still gelegt wurde. Die Kraftzentrale, Waschkaue, Verwaltung und Lehrwerkstätten sind erhalten und werden als Diskothek, Büros oder Lagerhallen genutzt.

„Die Seilscheibe auf dem Kreisverkehr am Förderturm stammt zum Beispiel von der Zeche Altstaden“, weiß Lars van den Berg, den die Bergbaugeschichte schon seit Kindertagen begeistert. „Ich wollte nie Bergmann werden, aber alles, was mit Bergbau zusammenhängt, fasziniert mich“, sagt der 38-Jährige, der seine Freizeit dem Initiativkreis Bergbau- und Kokereiwesen widmet. Seit langem organisiert er bergbauhistorische Rundgänge, aber es hat ihn immer gewurmt, dass „ich nicht alle für Mülheim bergbaurelevanten Orte zeigen konnte“.

Bergbaugeschichte beginnt in Mülheim früh

Deshalb hat er nun die Bustour unter dem Titel „Einmal Mülheimer Bergbau und zurück“ ausgearbeitet. Die Bergbaugeschichte beginnt in Mülheim schon früh. Bereits aus dem Jahr 1580 gebe es erste urkundliche Erwähnungen. „Hier gab es seit dem 16. Jahrhundert die Kohlengräberei, danach den Stollenbergbau und nach der Erfindung der Dampfmaschine im 18. Jahrhundert auch den Tiefbau. Mit der Dampfmaschine war es endlich möglich, das Wasser aus den Stollen abzupumpen“, erklärt Lars van den Berg.

Die Zeche Wiesche, deren Hauptanlagen an der Schieferbank standen, habe alle Entwicklungsstufen durchlaufen. Viele Mülheimer kennen die Namen der ­Zechen Humboldt, Rosenblumendelle, Wiesche oder Sellerbeck. Tatsächlich gab es aber viele kleine Zechen, wie den Hollenberg-Darmstadt-Stollen im Rumbachtal, bis 1879 in Betrieb. Viele dieser Bergwerke, wie Jean-Paul, Leybank oder Kinderberg, wurden zu Verbundzechen vereint. Der Historiker zeigt zur Veranschaulichung während der Tour historisches Bildmaterial. „Wir sind nur ein kleiner, aber aktiver Verein mit neun Mitgliedern und etlichen ‘freien’ Mitarbeitern, sage ich immer. Ehemalige Bergleute sind keine großen Vereinsmeier“, erklärt Lars van den Berg lächelnd. Für ihn sei der lokale Bergbau viel interessanter als zum Beispiel die Zeche Zollverein Schacht XII, die geplant und in einem gebaut wurde.

Sein Traum sei ein eigenes Mülheimer Bergbau-Museum.

Die Premiere der zweieinhalbstündigen Bustour findet am Sonntag, 25. August, um 10.30 Uhr statt. Der Kostenbeitrag beträgt 10 €. Eine Anmeldung ist erforderlich unter: 02361/93 81 322 und 0157 /77 24 64 83 oder über die Internetseite.

Die Tour in acht Stationen 

1 Die Bustour beginnt in Heißen, Am Förderturm, und zeigt die Überbleibsel der Zeche Rosenblumendelle, die 1967 stillgelegt wurde. Die Verwaltungsgebäude aus den Zwanzigerjahren sind erhalten. Einige Loren und der vor zwei Jahren aufgestellte und restaurierte historische Gedenkstein können besichtigt werden.

2 In Holthausen, Kreuzung Fischenbeck/Rumbachtal, war der Hollenberg-Darmstadt-Stollen bis 1879 in Betrieb. Von der kleinen Zeche ist das ­Gebäude der Kaue noch vorhanden.

3 In Holthausen, Kreuzung Buggenbeck/Mühlenfeld, am ­ersten Standort der Zeche Wiesche, thematisiert Lars van den Berg die Entwicklungen des Mülheimer Bergbaus.

4 In Winkhausen, Ecke Winkhauser Talweg/Knappenweg, lag die Zeche Sellerbeck – um 1840 die größte Zeche im Ruhrgebiet.

5 Die Heißener Mausegattsiedlung, deren erste Gebäude 1898 gebaut wurden, ist ein Paradebeispiel für gelungene Bergbau-Wohnarchitektur. Auch heute noch wird die denkmalgeschützte Siedlung von zahlreichen ehemaligen Bergleuten bewohnt.

6 In der Stadtmitte erfahren die Teilnehmer Interessantes zum Thema Kohletransport mit Hilfe der Ruhraaken und die Drahtseilerei Kocks, die damals wie heute Drahtseile für die Bergbauindus­trie herstellt.

7 In Dümpten, Mühlenstraße/Nordstraße, lag der Hauptstandort der Zeche Sellerbeck. Dort berichtet Lars van den Berg über Holzbretterbahnen und die sogenannten Patz- oder Pferdebahnen, über die die Kohle zur Ruhr transportiert wurde.

8 Auf dem Gelände des Rhein-Ruhr-Zentrums befand sich das Bergwerk Humboldt, auf dessen Feldern schon im 18. Jahrhundert Kohle abgebaut wurde. Es wurde 1929 stillgelegt. Der Abbau erfolgte danach durch die Zechen Rosenblumendelle und Wiesche.

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