Kriminalität

Neue Masche: Polizei warnt vor Daten-Spionen am Telefon

Die Polizei Essen/Mülheim warnt  vor einer neuen Masche, mit der arglose Bürger von falschen Computerexperten betrogen werden.

Foto: Ingo Otto, Archiv

Die Polizei Essen/Mülheim warnt vor einer neuen Masche, mit der arglose Bürger von falschen Computerexperten betrogen werden. Foto: Ingo Otto, Archiv

Mülheim.   Neue Masche der Tricktäter: Falsche PC-Sicherheitsexperten machten jetzt Beute in vierstelliger Höhe. Auch Jüngere könnten zum Opfer werden.

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Auch wenn kriminelle Anrufer vorwiegend von Senioren immer noch horrende Summen erbeuten: In den meisten Fällen scheitern die Trickbetrüger mittlerweile am Telefon mit dem Enkeltrick oder als falscher Polizist.

Deshalb scheinen sie bereits nach neuen Wegen zu suchen, um an Geld zu kommen. Die Polizei Essen/Mülheim warnt vor einer neuen Masche, die auch bei jüngeren Bürgern verfangen kann. Bei einem Mann aus Kettwig (44) waren angebliche Computerexperten erfolgreich: Unbekannte Anrufer, die sich als Sicherheitsbeauftragte der Firma Microsoft ausgaben, brachten den Mann nicht nur dazu, seine persönlichen Daten preiszugeben. Er ließ sich zudem überreden, Gutscheine für einen Internetshop zu erwerben und den passenden Code herauszurücken. Die Betrüger am anderen Ende der Leitung lösten die Coupons ein, am Ende gab es einen Schaden in Höhe einer vierstelligen Summe, so Polizeisprecherin Annika Koenig.

Betrüger sprachen mit ihrem Opfer Englisch

Nach bisherigen Erkenntnissen begründeten die angeblichen Microsoft-Spezialisten, die mit ihrem Opfer Englisch sprachen, ihren Anruf mit einer entdeckten Sicherheitslücke auf dem PC: Das Gerät sei von Schadsoftware befallen. Sie drängten den Mann, ein Programm herunterzuladen, mit dem er seine Daten schützen könne. Wer eine solche Aufforderung befolgt, öffnet den Betrügern Tor und Tür im virtuellen Raum, ist die Polizei überzeugt: Beim angeblichen „Reparaturprogramm“ handelt es sich um ein digitales Betrugswerkzeug, mit dem Daten wie Passwörter und Kontodaten ausspioniert werden können.

Die Polizei rät, bei Anrufen von „Experten“ misstrauisch zu sein und sich nicht auf ein Gespräch einzulassen. Keinesfalls dürften persönliche Daten preisgegeben werden. Wenn das böse Erwachen nach dem Installieren von Software kommt, sollte das Gerät vom Internet getrennt und von einem PC-Experten untersucht werden. In jedem Fall ist die Polizei einzuschalten. Die hat schon jetzt gut zu tun: Bis Ende Oktober gab es in Mülheim 128 Straftaten zum Nachteil älterer Menschen. 22 Anzeigen gingen nach Anrufen falscher Polizisten ein, in 39 Fällen wurde der Enkeltrick angezeigt.

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