Pflege

Neue Hotline hilft pflegenden Angehörigen in Mülheim

Sie stellen das Unterstützungstelefon „Uta“ vor: Jörg Marx und Gudrun Heyer (re.) von der Dialog-Offensive Pflege und  Saskia Kühle, Leiterin des städtischen Pflegemanagements.

Sie stellen das Unterstützungstelefon „Uta“ vor: Jörg Marx und Gudrun Heyer (re.) von der Dialog-Offensive Pflege und Saskia Kühle, Leiterin des städtischen Pflegemanagements.

Foto: Michael Dahlke

Mülheim.   Wenn ihnen alles über den Kopf wächst, können sie anrufen. Tag und Nacht sind Fachleute für pflegende Angehörige in Mülheim erreichbar.

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Pflegende Angehörige, denen alles über den Kopf wächst, können ab sofort „Uta“ anrufen, zu jeder Tages- und Nachtzeit. Das neue Angebot, eigens für Mülheim entwickelt, heißt ausgeschrieben „Unterstützungstelefon für Angehörige von Pflegebedürftigen“ und ist seit dieser Woche kostenfrei geschaltet unter 0800-342 564 1.

Getragen wird die Hotline nicht von der Stadt, obwohl auch kommunale Stellen dabei mitwirken, sondern von der Dialog-Offensive Pflege (DOP), zu der sich vor rund fünf Jahren engagierte Fachleute in Mülheim zusammengeschlossen haben.

Hotline ist keine Pflegeberatung

Als Koordinator dabei ist Jörg Marx, Sozialplaner der Stadt, der nun die Funktionsweise von „Uta“ näher erläuterte: Werktags von 9 bis 16 Uhr sollen die Anrufe von Mitarbeitern der kommunalen Pflegestützpunkte entgegen genommen werden. Zu allen anderen Zeiten, auch an Wochenenden, sitzen Beschäftigte ambulanter Pflegedienste am anderen Ende der Leitung. Zunächst sind nach Angaben von Marx vier große Firmen mit im Boot, die das Hilfetelefon im Rahmen ihrer Notdienste quasi „ehrenamtlich“ mit bedienen.

Stets sprechen die Angehörigen also mit Pflegefachkräften oder Sozialarbeitern. „Die Hotline ist aber keine Pflegeberatung“, erläutert Jörg Marx, „sondern für Leute gedacht, die sich einfach mal aussprechen wollen über ihre Probleme.“ Auch soll sie nicht der Akquise neuer Kunden dienen. So heißt es im Protokoll der jüngsten DOP-Plenumssitzung zu genau diesem Thema: „Im Rahmen dieses Telefonkontaktes soll es nicht zu klassischen Beratungsleistungen kommen. Diese können aber – unbedingt wettbewerbsneutral – als weiterführender Kontakt angeboten werden.“

Erste Entlastung bei Erschöpfung

Saskia-Alexandra Kühle, die den Bereich Pflegemanagement im Sozialamt inklusive Heimaufsicht leitet, ergänzt: „Da die Hotline mit Fachleuten besetzt ist, können diese nicht nur ein offenes Ohr bieten, sondern auch tätig werden, wenn gewünscht.“ Niederschwellig soll „Uta“ sein, auch für anonyme Anrufe offen, erste Entlastung schaffen, wenn Erschöpfung und Hilflosigkeit drücken, „oder noch mal Kraft spenden, wenn pflegende Angehörige zum Beispiel durch Überforderung Aggressionen verspüren“, ergänzt Kühle.

Dass die beteiligten Pflegedienste die Hotline für geschäftliche Zwecke nutzen, schließt sie im Übrigen aus: „Die Firmen müssen jetzt schon Leute abweisen. Wenn uns die pflegenden Angehörigen auch noch wegbrechen würden... Wir sind auf sie angewiesen.“

>>> INFO: Aus allen Netzen kostenlos erreichbar

Das Unterstützungstelefon „Uta“ ist unter 0800-342 564 1 aus allen Fest- und Mobilfunknetzen kostenlos erreichbar und täglich 24 Stunden besetzt. Flyer mit der Hotline-Nummer und weiteren Infos werden ausgelegt unter anderem bei Mülheimer Pflegediensten und in Arztpraxen, um das Projekt bekannt zu machen.

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