Ehrenamtliches Engagement

Neue Holzbänke für Mülheimer Freilichtbühne an der Dimbeck

20 aktive Regler schufteten knapp tausend Stunden lang. Jetzt können sie sich freuen. Am ersten Mai wird groß gefeiert.

Foto: Tost

20 aktive Regler schufteten knapp tausend Stunden lang. Jetzt können sie sich freuen. Am ersten Mai wird groß gefeiert. Foto: Tost

Mülheim.   Der Veranstaltungsort gewinnt damit eine ganz neue Qualität. 85 000 Euro Materialkosten konnten dank Spenden und Sponsoring verbaut werden.

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Die Max-Planck-Gesellschaft feiert hier in diesem Jahr ebenso wie der Paritätische und wer weiß, was noch so kommt. Mit den neuen Sitzreihen stößt die Freilichtbühne in völlig neue Dimensionen vor. Die neuen Bänke aus sibirischer Lärche werden bei einem großen Fest am 1. Mai mit einem für die Freilichtbühne eher ungewöhnlichen Programm gefeiert.

Zu verdanken ist dieser Durchbruch drei Faktoren. Einen gewaltigen ehrenamtlichen Kraftakt, bei dem rund 20 Regler seit Oktober an die tausend Stunden unentgeltlich rackerten, einem großzügigen Sponsoring zahlreicher Firmen, die zum Vorzugspreis arbeiteten oder sogar nur die Materialkosten in Rechnung stellten, und vor allem zwei glücklichen Umständen.

Vor 14 Jahren: Materialkosten von 85 000 Euro verbaut

Auf der größten Baustelle der Regler seit dem Beginn ihres Engagements vor 14 Jahren wurden allein Materialkosten von 85 000 Euro verbaut. Hätte das die Stadt in Eigenregie gemacht, so hätte das – und da gibt Regler Peter-Michael Schüttler die vorsichtige Schätzung von Sylvia Waage vom Grünflächenamt weiter – sicherlich 350 000 Euro gekostet. Es war Zeit, dass sich etwas tat, denn bei Großveranstaltungen wie dem Stage oder der Experimentalvorlesung von Professor Ferdi Schüth, bei denen die eine Seite der Freilichtbühne komplett belegt ist, waren ein Viertel der Plätze aufgrund der mangelhaften Bestuhlung gesperrt. Auf dem anderen Flügel war die Situation noch schlimmer.

Am Anfang des Kraftaktes stand allerdings ein Schmerz. Ein jugendlicher Gast der Mittwochsreihe hatte sich beim Bruch einer Holzlatte einer der maroden, 36 Jahre alten Bänke, das Knie aufgeschlagen. Am nächsten Tag hatte Schüttler den Vater am Telefon, doch der wollte sich nicht beklagen, sondern helfen. Und wie der Zufall es wollte, ist er Geschäftsführer eines Sägewerks im Hafen. Etwa gleichzeitig hatte sich eine ältere Dame gemeldet, die der Freilichtbühne, die sie von Berichten ihrer Enkel kannte, etwas Gutes tun möchte. Sie spendete 70 000 €, möchte aber anonym bleiben.

Die Bänke liegen jetzt auf Alu-Profilen

Zur Verdeutlichung dieser Anstrengung nennt Schüttler einige Zahlen, die sich im Kilometerbereich bewegen. 2200 Personen finden künftig auf der insgesamt 1,3 Kilometer langen Sitzreihe Platz. Dafür wurden 3,9 Kilometer Holzbalken verlegt, die 15 Tonnen auf die Waage bringen. Damit das Holz nicht wieder so rasch fault, wurde darauf verzichtet, Löcher von oben zu bohren. Die Bänke liegen statt dessen auf Alu-Profilen. Weil die Elektrik auch ertüchtigt wurde, kommt noch einmal ein Kilometer Starkstromkabel dazu. „Jetzt müssen wir nicht mehr zittern, dass uns die Sicherung rausfliegt“, freut sich Schüttler. Die Spenderin war es auch, die anregte, das Geländer zu erneuern. 157 Meter Rangstufen wurden ohnehin neu gepflastert.

Hinzu kam dann ein 116 Meter Geländer aus Edelstahl, an dem sich auch ältere Menschen tatsächlich festhalten können. Am Handlauf ist ein Schlitz vorgesehen, in dem ein LED-Leuchtband eingesetzt werden kann, mit dem die Stufen gut beleuchtet werden. Es ist dimmbar, so dass es während einer Veranstaltung auf ein Minimalniveau reduziert werden kann.

Buntes Programm für das Fest am 1. Mai

Bei dem Programm für das Fest am 1. Mai (Einlass 19 Uhr, Beginn 20 Uhr) haben sich die Regler von der Tradition anregen lassen. So eröffnet der Chor Charisma unter Leitung von Susanna Keye den Abend. Charisma hatte sich im Herbst für das Halbfinale des Wettbewerbs „Der beste Chor im Westen“ qualifiziert. Anschließend wird Simone Maestrini, die Mitglied des Chores an der Oper in Münster ist, in Mülheim lebt und der Freilichtbühne verbunden ist, bekannte Melodien aus Oper sowie italienische Klassiker anstimmen. Im die Verbindung von Musik und Licht geht es, wenn Stephan Bevermeier dann das Klavierkonzert von Keith Emerson (1977) spielt und dazu 60 Lampen effektvoll scheinen. Abschließend gibt es noch eine Überraschung. Tom Täger moderiert, holt Förderer und Aktive auf die Bühne. Eintritt frei.

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