Selbsthilfe

Neue Gruppe für Eltern von Drogensüchtigen in Mülheim

Drogensucht einer Tochter oder eines Sohns bringt Eltern an ihre Grenzen. In der neuen Gruppe können sich Betroffene austauschen.

Drogensucht einer Tochter oder eines Sohns bringt Eltern an ihre Grenzen. In der neuen Gruppe können sich Betroffene austauschen.

Foto: WP / FFS

Mülheim.  In Mülheim wird eine neue Selbsthilfegruppe gegründet, in der sich Angehörige von Drogensüchtigen treffen. Es geht nicht nur um harte Drogen.

„Schmeiß ihn doch einfach raus!“ Solche Ratschläge bekommen Eltern, deren Kinder ernsthafte Drogenprobleme haben, häufiger zu hören. Wenig hilfreich sind diese Tipps. In Mülheim startet am 18. September eine neue Selbsthilfegruppe, in der sich Angehörige von Drogensüchtigen treffen.

Es dürfte zahlreiche Betroffene geben, sogar in einer überschaubaren Stadt wie Mülheim. Einen Anhaltspunkt nennt Jasmin Sprünken, Leiterin des Drogenhilfezentrums der Awo: Im Jahr 2018 sind insgesamt 374 Menschen in die Beratung gekommen, darunter 26 Angehörige. „Dabei haben wir die vielen Anrufe noch gar nicht mitgerechnet. Und jeder der drogensüchtigen Klienten, die sich an uns wenden, hat ja auch wieder Angehörige. Die meisten jedenfalls.“

Hunderte Drogensüchtige leben in Mülheim, die meisten haben Angehörige

Weil Jasmin Sprünken und ihr Team spüren, dass Bedarf besteht, haben sie schon vor mehr als zwei Jahren mit dem Selbsthilfe-Büro Mülheim eine Gruppe ins Leben gerufen. Diese ist aber nie so richtig angelaufen.

Daher startet die Drogenhilfe der Awo jetzt eine erneute Initiative, gemeinsam mit dem Landesverband der Angehörigenselbsthilfe Arwed e.V., dem nach eigenen Angaben 54 Elternkreise angehören. Angesprochen sind nicht nur Mütter oder Väter, deren Kinder harte Drogen konsumieren, vielleicht auch schon seit langer Zeit. In einem Info von Arwed findet sich auch dieses Beispiel: Ein Elternpaar besucht die Selbsthilfegruppe, weil der Sohn exzessiv kifft. Gerade wurde sein Ausbildungsvertrag gekündigt, weil er morgens nie aus dem Bett kommt. Die dauernden Sorgen und Streitigkeiten belasten die Familie massiv, auch die jüngeren Geschwisterkinder leiden.

Die Angehörigen können in der Selbsthilfegruppe gemeinsam nach Auswegen suchen

Wie in jeder Selbsthilfegruppe, können sich die Angehörigen der drogensüchtigen oder gefährdeten Menschen offen über ihre Probleme austauschen und gemeinsam nach Auswegen suchen. Das erste Treffen organisiert das Selbsthilfe-Büro Mülheim gemeinsam mit Arwed und der Awo-Drogenhilfe.

Es findet statt am Mittwoch, 18. September, um 19 Uhr im Selbsthilfe-Büro am Tourainer Ring 4. Interessierte können sich vorab informieren bei Anke van den Bosch, 3004814, selbsthilfe-muelheim@paritaet-nrw.org.

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