Kultur

Natur-Schönheit

Ausstellung in der Camera Obscura: der Mülheimer Frank Lüdtke, hier mit Tobias Kaufholt, zeigt Landschaftsfotografie. Foto: Roy Glisson

Ausstellung in der Camera Obscura: der Mülheimer Frank Lüdtke, hier mit Tobias Kaufholt, zeigt Landschaftsfotografie. Foto: Roy Glisson

Foto: WazFotoPool

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Der Mülheimer Frank Lüdtke eröffnet am Sonntag seine erste Ausstellung. Er zeigt die Welt in einem besonderen Licht.

An diesem Tag in Frankreich stand ihnen das Wasser bis zum Bauch – zu hoch also, um die Fotoausrüstung sicher an die vorher ausgewählte Stelle zu transportieren. Doch, erinnert sich Frank Lüdtke, „der Himmel brannte schon“. Die Zeit drängte also. Denn wenn die tiefstehende Sonne den Horizont rot färbt, herrschen für Lüdtke beste Foto-Voraussetzungen. Der Mülheimer setzt Landschaften im wahrsten Wortsinn ins rechte Licht. Sonntag eröffnet eine erste Ausstellung in der Camera Obscura.

Schön sind die Szenerien auf den Fotografien – so wunderschön, dass sie fast künstlich wirken. Die steilen Klippen, die gen Himmel ragen, weiße Felsen vor weißem Strand und rosa verfärbtem Abendhimmel. Die Berge, deren wolkenverhangene Spitzen, sich im klaren Wasser eines stillen Sees spiegeln. Die Sonnenstrahlen, die durch Baumkronen brechen und auf saftige Wiesen fallen, mit einer prallen Pusteblume im Fokus. Sieht man diese Werke, Postkartenmotive allesamt, wundert es nicht, dass Frank Lüdtke die Landschaftsmalerei als eine Inspiration anführt. Doch während Landschaftsmaler die Wirklichkeit gerne neu zusammensetzten, um ein perfektes Natur-Bild zu kreieren, betont Lüdtke: „Ich füge nichts hinzu und nehme nichts weg. Alle Landschaften gibt es so wirklich.“

Vielmehr setzt der 37-Jährige auf stärkere Kontraste. Mit Filtern beeinflusst er die Stimmung seiner Werke, hebt die Farben des Lichts, des Sonnenauf- oder -untergangs hervor. Am Computer bearbeitet er die Bilder schließlich, „um meine subjektiven Gefühle, die ich beim Betrachten der Landschaft habe, rüber zubringen.“ Und vielleicht sind deshalb seine Bilder so schön: Sie sind eine Liebeserklärung an die Natur.

Seit fünf Jahren ist Frank Lüdtke in seiner Freizeit Landschaftsfotograf. Mit der Digitalfotografie fand der IT-Fachmann zur Kamera und über das Internet zur Landschaftsfotografie. Dort fand er Bilder amerikanischer Landschaftfotografen und wusste: „Das will ich auch können.“ Lange experimentierte er mit Belichtung, mit Filtern, Möglichkeiten der Bearbeitung, bis er die gewünschten Effekte erzielte.

Mehrmals im Jahr fährt Frank Lüdtke mit seinem Zwillingsbruder Torsten nun in Foto-Urlaub. Am Strand, in den Bergen suchen sie nach perfekten Motiven, den Kompass stets griffbereit, damit sie wissen, wo die Sonne untergeht. Als „das komplette Gegenteil eines Schnappschusses“ beschreibt Dr. Tobias Kaufhold, Leiter der Camera Obscura, Lüdtkes Arbeiten. Bester Beweis dafür ist wohl die Fotografie, die Lichtflecken auf Bäumen zeigt. „Im Juni 2009 habe ich diese Lichtsituation gesehen, und im Juni 2010 habe ich das Bild gemacht“, erzählt Frank Lüdtke. Denn nur im Juni trifft die Sonne so auf die Bäume. Ein Langzeitprojekt, das nur möglich war, weil der Fotograf es vor der Haustür hatte. Nicht in Frankreich, Schottland und der Schweiz entstand es, sondern im Rumbachtal.

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