Bauprojekt

Nachbarn am Priesters Hof fürchten Licht und Lärm

Auf einem ehemaligen Villengrundstück am Priesters Hof sollen eine Tiefgarage und etwa 36 Eigentumswohngen entstehen.

Auf einem ehemaligen Villengrundstück am Priesters Hof sollen eine Tiefgarage und etwa 36 Eigentumswohngen entstehen.

Foto: Oliver Mueller

Mülheim.   Am Priesters Hof sollen auf altem Villengrundstück Eigentumswohnungen und eine Tiefgarage entstehen. Anlieger: Projekt ist überdimensioniert.

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Die alte Villa ist abgerissen, fast alle Bäume auf dem ehemaligen Parkgrundstück sind gefällt. Ein kahler Hügel ragt zurzeit an der Ecke Priesters Hof/ Rumbachtal in die Landschaft. Auf dieser Fläche sollen demnächst eine Tiefgarage und bis zu 36 Eigentumswohnungen entstehen.

Das erfuhren Anwohner auf einem Informationsabend von dem Architekten und dem Bauträger. Viele Nachbarn betrachten das Neubauprojekt gegenüber den bestehenden Häusern aber als überdimensioniert. Sie fürchten mehr Autoverkehr, mehr Lärm sowie eine Überlastung der Kanäle und des Rumbachs mit zusätzlichen, abfließenden Wassermengen.

„Wir hatten stets sehr offene und vorbehaltlose Gespräche und Planeinsichten mit dem Architekten und Bauträger“, sagt Heinz Moseler, Sprecher der Interessengemeinschaft Rumbachtal (IGR). Sie hatte zur Bürgerinformation eingeladen und hofft nun, dass „es im Laufe des Baugenehmigungsverfahrens noch einige Nachbesserungen gibt, die die Nachbarn entlasten“. Ob es dazu kommt, ist jedoch offen. Im Bereich Priesters Hof gibt es keinen gültigen Bebauungsplan. Dort sind nur Regeln des „Paragrafen 34“ als Leitlinie zu berücksichtigen.

Scheinwerferbestrahlung am Abend

Gemessen an den umstehenden Häusern sieht die IGR die neuen Baukörper auf dem Eckgrundstück als „überdimensioniert, deren Höhe sich nicht störungsfrei in die Landschaft einfügt“. „Wer unten an der Ecke steht, wird später auf vier Geschosse nach oben blicken“, erklärt Moseler.

Die gegenüber wohnenden Anlieger sehen sich abends häufiger Scheinwerferbestrahlung ausgesetzt – immer dann, wenn Autos die geplante Tiefgarage verlassen, einfahren oder nahe ihrer Grundstücke parken. Die IGR meint, Nachbarn brauchten das nicht hinzunehmen. Einen ähnlich gelagerten Fall habe es an der Otto-Pankok-Straße gegeben. „Es muss eine Lösung gefunden werden, die die Beeinträchtigung der Nachbarn ausschließt“, sagt der IGR-.Sprecher.

Sorge vor Unfallschwerpunkten

Ferner fürchten Anlieger, dass sich am steil abfallenden Priesters Hof vor den Tiefgarageneinfahrten neue Unfallschwerpunkte bilden. Bergfahrer müssten in der Linkskurve dann auf den Gehweg ausweichen, weil sich die Zahl der parkenden Autos neben den Neubauten stark erhöhe. Zwar sei für Kinder ein sicherer Schulweg mit Übergang geplant. „Ob das jedoch reicht, müssen die Fachleute vom Amt für Verkehrswesen und Tiefbau prüfen“, ergänzt Moseler.

Weil der Abwasserkanal im Rumbachtal bei Starkregen völlig überlastet sei, müsse die Untere Wasserbehörde dafür sorgen, dass der Kanal „nachhaltig entlastet wird“. Eine zusätzliche Versiegelung der Flächen am Priesters Hof verursache aber das Gegenteil. „Ist sichergestellt, dass im Verhältnis zum Ursprungbestand keine zusätzlichen Abwässer eingeleitet werden?“, fragt die IGR.

Anlieger und IGR wollen das Bauvorhaben keinesfalls verhindern. Sie erwarten jedoch, dass „die Beeinträchtigungen für Nachbarn und Umfeld auf das zwingend notwendige Maß reduziert und ebenso der Hochwasserschutz geprüft werden.“

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