Festakt

Nach zwei Flops: Nächsten Festakt in Mülheim besser planen

Am 3. Oktober 2020 jährt sich zum 30. Mal die deutsche Wiedervereinigung. Das Ereignis soll möglichst auch in Mülheim angemessen gefeiert werden.

Am 3. Oktober 2020 jährt sich zum 30. Mal die deutsche Wiedervereinigung. Das Ereignis soll möglichst auch in Mülheim angemessen gefeiert werden.

Foto: Jörg Schmitt / picture alliance / dpa

Die Absage der Feier zum 30. Jahrestag des Mauerfalls hat in Mülheim Frust erzeugt. Der nächste Gedenktag ist absehbar, da soll es besser laufen.

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Mülheim. Zwei wichtige politische Jahrestage wurden 2019 gewürdigt: 70 Jahre Grundgesetz und 30 Jahre Mauerfall. In beiden Fällen hakte es bei den offiziellen Feierlichkeiten in Mülheim. Die CDU ergreift jetzt die Initiative, damit der nächste Festakt frühzeitig geplant wird: Am 3. Oktober 2020 jährt sich die Deutsche Wiedervereinigung zum 30. Mal.

Mit einem Antrag für den Hauptausschuss am 28. November will die CDU-Fraktion erreichen, dass eine städtische Gedenkveranstaltung rund um den 3. Oktober geplant wird, und zwar frühzeitig. Die Verwaltung soll dem Rat im ersten Quartal des neuen Jahres ein Konzept vorlegen. Denn, so die CDU, die letzten Feiern „liefen im Hinblick auf die inhaltliche und organisatorische Vorbereitung und Durchführung suboptimal und mussten zum Teil kurzfristig sogar abgesagt werden“.

Kurzfristige Absage der Feierstunde im Theater an der Ruhr

Abgesagt wurde in der Tat der offizielle Festakt zum 30. Jahrestag des Mauerfalls, der am 9. November im Theater an der Ruhr stattfinden sollte. Darauf hatten sich die Fraktionen im Ältestenrat geeinigt. Als Festredner hatte die BAMH-Fraktion zunächst Dr. Hubertus Knabe vorgeschlagen, später Richard Schröder, Theologe und ehemals Oppositioneller in der DDR. Schließlich verständigte man sich auf Sven Schlötcke, Geschäftsführer des Theater an der Ruhr, geboren, aufgewachsen und lange Zeit tätig in der DDR.

Auf Vorschlag von Schlötcke sollte es auch eine Diskussionsrunde geben. Auf das Podium geladen waren – so Stadtsprecher Volker Wiebels – führende Vertreter der Mülheimer Kirchen und des DGB sowie die Leiterin des Kunstmuseums und die Präsidentin der Hochschule Ruhr West. Die Veranstaltung sollte auf Wunsch der Politik nicht öffentlich sein, ergänzt Wiebels.

Bei 157 verschickten Einladungen nur 20 Zusagen

mülheimer nimmt bundesverdienstkreuz tief bewegt entgegenLetztlich habe man 157 Einladungen verschickt, unter anderem an den Rat, die Bezirksvertretungen, den Jugendstadtrat, Verwaltungsvorstand, Integrationsrat, an die Leiter aller weiterführenden Schulen und die Alt-OBs. Nur 20 Zusagen sind laut Stadt gekommen, darunter zehn von Ratsmitgliedern.

In der Sitzung des Ältestenrates drei Tage vor dem Festakt plädierte eine Mehrheit dafür, die Veranstaltung abzusagen. „Das war der Schlusspunkt der ganzen Geschichte“, erklärt CDU-Fraktionsgeschäftsführer Hansgeorg Schiemer. Die CDU sei zwar gegen eine Absage gewesen, „weil es peinlich wäre“, war aber mit dem geplanten Ablauf auch nicht zufrieden.

Generell gab es Kritik an der Podiumsrunde, die unmittelbar vor einem Premierenabend im Theater an der Ruhr angesetzt war. „Das war mit den Fraktionen so nicht abgesprochen“, sagt Schiemer. Über die Absage war aber auch die Stadtspitze verärgert, ebenso die Organisatoren im Theater an der Ruhr.

Zum anderen bedeutenden Jahrestag, 70 Jahre Grundgesetz, hat es in Mülheim eine umfangreiche Veranstaltungsreihe gegeben, federführend war dabei das Sozialdezernat. Der Rat hatte sich zusätzlich für eine Feierstunde ausgesprochen, im kleinen Rahmen, ohne Bewirtung.

„Teilnehmerzahl nicht angemessen“

Für den Abend des 23. Mai wurde also der Ratssaal reserviert. Von 120 geladenen Gästen ist nach Angaben der Stadt knapp ein Drittel erschienen. „Die Teilnehmerzahl war nicht angemessen“, findet auch Hansgeorg Schiemer von der CDU. Daher ergreift seine Partei mit Blick auf den 3. Oktober frühzeitig die Initiative.

Ob künftige Festakte würdevoller werden, ist möglicherweise auch eine Frage der Finanzen. „Wenn die Politik Konzepte wünscht, muss sie auch Geld zur Verfügung stellen“, sagt Stadtsprecher Volker Wiebels. „Bislang mussten wir Low Budget arbeiten.“

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