Mahnwache

Nach Unfall: Fahrradverbände fordern Politik zum Handeln auf

Mahnwache am Frohnhauser Weg: Die Menschen gedachten der Schülerin (13), die nach dem Unfall dort am vergangenen Montag gestorben war.

Mahnwache am Frohnhauser Weg: Die Menschen gedachten der Schülerin (13), die nach dem Unfall dort am vergangenen Montag gestorben war.

Foto: Herbert Höltgen

Mülheim.   Bei einer Mahnwache am Samstag am Heißener Hof gedenken Menschen der verstorbenen Schülerin. Viele sagen: Für die Sicherheit wird zu wenig getan.

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Junge Männer stehen vor der Trauerstelle am Frohnhauser Weg und singen ein Lied. „Heute geht es vordergründig um Trauer und Anteilnahme“, erklärt Hilmar von dem Bussche von der Essener Fahrradinitiative. Und doch sagt er: „Es muss sich auch etwas ändern.“ Am Samstag veranstalten ADFC und die Fahrradinitiative Critical Mass Essen eine Mahnwache, bei der die Teilnehmer der 13-Jährigen gedenken, die infolge eines Unfalls mit einem Lkw am Montag ums Leben gekommen war.

An der Unfallstelle hängt ein so genanntes Ghost-Bike – ein weißes Fahrrad, das als Gedenkstätte fungieren, aber auch Aufmerksamkeit schaffen soll. „Wir haben ein strukturelles Problem in Deutschland“, findet Martin Anhold vom Runden Umwelttisch Essen. Viele der rund 50 Anwesenden sind der Meinung, dass Fahrradwege besser kenntlich gemacht werden müssten. Von dem Bussche zeigt auf den Weg, an dem der tödliche Unfall passiert ist: „Der fällt gar nicht als Radweg auf.“

Verweis auf Verkehrskonzepte anderer Länder

Nach den ersten Tagen der Trauer sei es nun auch an der Zeit, sich die Frage zu stellen: „Was kann man tun?“ Nach Meinung der Radverbände ist die Politik gefragt, die Anlage der Fahrradwege grundsätzlich anders zu gestalten und den Radfahrer als normalen Verkehrsteilnehmer sichtbar zu machen.

Viele weisen auf Verkehrskonzepte anderer Länder hin, bei denen die Sicherheit der Radfahrer einen höheren Stellenwert habe. „Von dem Kuchen möchte ich auch ein Stück abhaben“, sagt von dem Bussche, der Sprecher der Essener Fahrradinitiative. Solange allerdings von der Politik keine Maßnahmen getroffen werden, seien alle Verkehrsteilnehmer gefragt, aufmerksam zu sein.

Polizeisprecherin mahnt, aufmerksam zu sein

Polizeisprecherin Sandra Steinbrock betont, wie wichtig es ist, das Bewusstsein aller zu schärfen. „Man kann nicht oft genug appellieren, aufmerksam zu sein.“ Die Ermittlungen zum Unfall dauern an.

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