Familiendrama

Mutter tötete in Mülheim wohl Töchter und dann sich selbst

Symbolbild Symbolfoto Themenbild Themenfoto Blaulicht Polizei. Blaulicht, aufgenommen am 16.10.2012 in Essen.    Foto: Andreas Bartel / WAZ FotoPool

Symbolbild Symbolfoto Themenbild Themenfoto Blaulicht Polizei. Blaulicht, aufgenommen am 16.10.2012 in Essen. Foto: Andreas Bartel / WAZ FotoPool

Foto: Andreas Bartel

Mülheim.   In einem Haus an einer Anliegerstraße in Mülheim hat sich ein Familiendrama abgespielt. Die Polizei fand eine tote Mutter und ihre Töchter.

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Mittagszeit, ein eigentlich herrlicher Sommertag. Die Ferien haben begonnen. Auf der Straße Lindenhof in Saarn herrscht wohltuende Stille. Sie täuscht: Ein schreckliches Familiendrama hat sich dort am Dienstag in einem Wohnhaus ereignet. Die Polizei hat in einer Wohnung drei tote Menschen gefunden. Dabei handelt es sich nach Angaben des Polizeisprechers Ulrich Faßbender um eine dort lebende 36-jährige Mutter und ihre beiden Kinder, zwei Mädchen im Alter von drei und neun Jahren.

Die Töchter seien „gewaltsam zu Tode gekommen“, so Faßbender. Beim Tod der Mutter sei dagegen „nicht von einem Fremdverschulden auszugehen“. Die 36-Jährige könnte erst ihre beiden Kinder getötet und dann sich selbst das Leben genommen haben. Ermittler sprechen in solchen Fällen von einem sogenannten erweiterten Suizid. Der genaue Tathergang wird noch ermittelt.

Keine Angaben zu den genauen Todesumständen

Zu den genauen Todesumständen der Mädchen und ihrer Mutter machte die Polizei keine weiteren Angaben. Alarmiert wurde die Feuerwehr um 13.11 Uhr. Den Fundort sperrte die Polizei daraufhin ab. Sie war mit zahlreichen Beamten im Einsatz. Möglicherweise habe sich das Drama erst kurze Zeit vor der Alarmierung der Rettungskräfte abgespielt. Das sei aber noch Gegenstand der weiteren Ermittlungen der Mordkommission, so der Polizeisprecher. Die Leichen sollen in den kommenden Tagen obduziert werden.

Der Lindenhof um 14 Uhr. Die Straße rings um den Tatort ist abgesperrt. Es ist eine reine Wohngegend. Kleine und größere Einfamilienhäuser, von schönen Gärten umgeben, reihen sich aneinander. Es ist ein begehrtes Quartier, der Wald ist nicht weit, die Geschäfte in Saarn sind fußläufig zu erreichen. Viele Ältere lebten hier, aber immer mehr auch jüngere Familien mit Kindern, berichtet einer der Nachbarn und zeigt Richtung Kindergarten. Er ist einer der wenigen Anwohner, die mal kurz ihr Haus verlassen haben. „Ich komme gerade aus der Kur – und direkt so etwas Schreckliches. Unfassbar“, sagt der Mann und verschwindet wieder.

Familiendrama macht die Nachbarn fassungslos

Drei Häuser neben dem Gebäude, in dem die Leichen gefunden wurden, sitzt ein Mann mit seinem Sohn draußen auf der Stufe zum Eingang und wischt sich Tränen aus den Auge. „Ja, wir haben die Familie gekannt. Nette Leute“, sagt er und berichtet, dass die Familie schon sehr lange dort lebe. Der Sohn gehe mit einer der Töchter gemeinsam auf die Saarnberg-Schule. Das sei alles unfassbar.

Zwei Beamte der Kriminalpolizei kommen, sie gehen zu den Nachbarn. Ermittlungen. Gibt es Erklärungen für die Tat? Gab es vielleicht Auffälligkeiten in den vergangenen Tagen?

Das DRK fährt mit einen Notfallseelsorger vor, immer mehr Fernsehteam umlagern die Absperrungen auf der Straße. Wie sind die Kinder getötet worden? Das wird immer wieder gefragt. Die Polizei will auch nach der Tatortbegehung noch keine Angaben machen. Ein Gerichtsmediziner ist im Haus.

Großmutter soll die Leichen entdeckt haben

Und der ebenfalls in der Wohnung lebende Ehemann und Vater? Der sei jetzt auch vor Ort, so Faßbender. Notfallseelsorger der Feuerwehr kümmern sich um den Mann. Der Stadt oder dem Jugendamt war die Familie nicht bekannt. „Eine unauffällige Familie“, sagen die Nachbarn.

Es soll die Großmutter gewesen sein, die die Frau und die beiden Kinder entdeckt und dann zunächst die Feuerwehr alarmiert hat. Als die Rettungskräfte in der Wohnung eintrafen, konnten sie aber nur noch den Tod der drei Menschen feststellen. Die Leichen werden abtransportiert. Mehr, sagt Ulrich Faßbender, könne man derzeit zu dem Drama noch nicht sagen. Die Retter verlassen den Ort. Mittagszeit am Lindenhof. Ein stiller Ort.

  • Wir berichten in der Regel nicht über Suizide, um keinen Anreiz für Nachahmung zu geben – außer, Suizide erfahren durch die Umstände besondere Aufmerksamkeit.
  • Falls Sie Suizid-Gedanken haben oder jemanden kennen, der Suizid-Gedanken hat, wenden Sie sich bitte an die Telefonseelsorge: 0800/1110111 oder 0800/1110222. Die Anrufe sind kostenlos, die Nummern sind rund um die Uhr zu erreichen.
  • Die Stiftung Deutsche Depressionshilfe bietet im Internet einen Selbsttest, Wissen und Adressen zum Thema Depression an.
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