MUSIK

Musiker aus Mülheim gründen ein Netzwerk für Notfälle

Die Musiker Axel Bossmann und Isabel Heeker haben ein Musiker-Netzwerk gegründet.

Die Musiker Axel Bossmann und Isabel Heeker haben ein Musiker-Netzwerk gegründet.

Foto: Tamara Ramos

Mülheim.   Axel Bossmann, Isabel Heeker und Nils Hahn haben einen Pool für spontane Spielmannszüge zusammengetrommelt. Ihre Einsätze halten sie sich offen.

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Als Not am Mann war, war Axel Bossmann zur Stelle. Nicht nur einmal. Der Musiker half in diesem Herbst dreimal spontan bei Martinszügen aus. Unter anderem bei dem der Kita Pfiffikus in Speldorf. Deshalb hat er gemeinsam mit Isabel Heeker und Nils Hahn ein Netzwerk für solche Notfälle gegründet.

Die Idee kam den Dreien vor etwa zwei Monaten. Schon in den Vorjahren waren sie spontan, immer recht kurzfristig, mal als Musiker eingesprungen. In der Regel für kleine Spielmannszüge wie eben an St. Martin, wenn Kindergärten einen kleinen Marsch machen. „Wir kamen darüber ins Gespräch und haben uns zusammengeschlossen“, erzählt Axel Bossmann. Der 28-Jährige ist ebenso wie die anderen beiden Student. Heißt: Sie haben um Uhrzeiten Freiräume, zu denen viele in der Regel noch arbeiten. Oftmals starten Spielzüge für Kinder schon nachmittags. Dafür hat sich über die drei Initiatoren nun ein Kreis von zehn bis zwölf Musikern gefunden, darunter neben Studenten auch Schüler.

Die Musiker spielen bereits in Bands, Bossmann selbst etwa in der Big Band der Musikschule seit seiner Schulzeit. In der Luisenschule gibt er zudem ab und an Workshops, so dass er darüber wieder Schüler kennt, die nun zum Netzwerk gehören. „Der Sinn und Zweck ist, dass wir Leute so schneller zusammentrommeln können, wenn es einen kurzfristigen Ausfall gibt“, erklärt Bossmann. Dennoch ist auch das Zeitfenster der Musiker selbst begrenzt, durch private Termine. Neben dem Zug in Speldorf sprangen die Musiker so auch in Essen an der internationalen Schule Ruhr in die Bresche.

Zu groß darf die Veranstaltung für einen kleinen Spielzug allerdings nicht werden. „Zu bedenken ist der Fußmarsch, den wir mit unseren Instrumenten machen. Das würde bei einem langen Weg sehr anstrengend werden“, merkt Bossmann an. Daher schließt er lange Festumzüge beispielsweise aus. Zu Karneval stünden oft eigene Kapellen parat. Doch der Kreis will sich Einsätze offen halten, je nachdem, welche Anfragen kommen.

Meistens bekommen die Musiker übrigens ein kleines Taschengeld als Dank. Sie haben auch ein wenig Aufwand, allein um zum Einsatz samt Instrument zu fahren. „Ich bin selbst der Meinung, dass Kultur frei zugänglich sein sollte. Aber der Aufwand sollte berücksichtig werden. Es geht um Aufmerksamkeit“, sagt Bossmann. Hauptgeschäftlichen Spielzügen möchte das Netzwerk aber nicht den Platz wegnehmen.

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