Unglücksfall

Mülheims OB „erschüttert“ über Erivan Haubs Verschwinden

Karl-Erivan Haub Mitte März 2018 beim „E-Day“ in Mülheim – vor einem Bild seines nur zwei Wochen zuvor verstorbenen Vaters Erivan Haub.

Karl-Erivan Haub Mitte März 2018 beim „E-Day“ in Mülheim – vor einem Bild seines nur zwei Wochen zuvor verstorbenen Vaters Erivan Haub.

Foto: Lars Heidrich

Mülheim.   Die Familie glaubt nicht, dass der Tengelmann-Chef noch lebend gefunden wird. Ulrich Scholten spricht von „einem großen Verlust für die Stadt“.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Nachdem die Familie des bei Zermatt vermissten Tengelmann-Chefs Karl-Erivan Haub am Freitag mitgeteilt hatte, dass für den 58-Jährigen „nach sieben Tagen in extremklimatischen Bedingungen des Gletschergebietes keine Überlebenswahrscheinlichkeit mehr besteht“, meldete sich am Wochenende Oberbürgermeister Ulrich Scholten (SPD) zu Wort. Bislang habe er sich mit Äußerungen zu dem tragischen Vorfall zurückgehalten. „Nun aber müssen wir leider davon ausgehen, dass es an ein Wunder grenzen würde, wenn man ihn noch fände.“ Das Verschwinden Haubs erschüttere ihn sehr – „und ich habe auch noch niemanden getroffen, dem das nicht nahegeht“.

Von einem großen Verlust für die Stadt, spricht der Oberbürgermeister, von „einer Person, die uns als Unternehmer und Mensch sehr beeindruckt hat“. Über Karl-Erivan Haub in Vergangenheitsform zu sprechen, fällt Ulrich Scholten noch erkennbar schwer. Es bleibt diese Unsicherheit.

Vieles in Mülheim organisiert und angestoßen

„Ich hatte das Glück, ihn öfter persönlich zu treffen“, erzählt Scholten. Er habe Haub als schnörkellose, gradlinige Persönlichkeit erlebt, als einen in der Ansprache klaren Menschen. „Von seinem Elan, seiner Kraft und seiner den Menschen zugewandten Art“ habe man „eine Menge mitnehmen können“. Für Scholten ist Haub eine „Unternehmerpersönlichkeit, die den Umbau des Konzerns mit viel Energie und Kreativität vorangetrieben hat“. Man habe stets eng mit der Tengelmann-Gruppe und gerade auch mit Karl-Erivan Haub zusammengearbeitet.

„Er hat vieles in Mülheim organisiert und angestoßen“ – der OB erinnert beispielhaft an die Freilufthalle für den Trendsport-Standort Styrum an der Von-der-Tann-Straße, die die Unternehmensgruppe im Herbst 2017 mit einem Scheck über 300 000 Euro ermöglicht. Haub habe am Standort Mülheim festgehalten, sich stets klar zur Stadt bekannt – „dabei hätte er überall hingehen können“.

In Gedanken bei seiner Familie

Seit Scholten am Mittwoch erfahren hat, dass Haub nach einer Skitour in den Bergen als verschollen gilt, hat er immer und immer wieder den PC angeschaltet, auf gute Neuigkeiten aus den Alpen gewartet. Dass sämtliche Hoffnungen bisher enttäuscht wurden, mache ihn und andere Mülheimer betroffen. „Wir sind in Gedanken bei seiner Familie.“

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben