Bildung

Mülheims neue Junior-Uni Ruhr will im April durchstarten

Das Haus Jugendgroschen in Mülheim-Menden wird der Junior-Uni Ruhr zumindest auf Zeit eine Heimat sein. Bis April wird das ehemalige Seminarhaus der evangelischen Kirche aufpoliert.

Das Haus Jugendgroschen in Mülheim-Menden wird der Junior-Uni Ruhr zumindest auf Zeit eine Heimat sein. Bis April wird das ehemalige Seminarhaus der evangelischen Kirche aufpoliert.

Foto: Frank Oppitz / FUNKE Foto Services

Mülheim.  Haus Jugendgroschen wird zur Junior-Uni Ruhr ausgebaut. Im April soll das Programm in Mülheim-Menden starten. Die Kurse sind stark nachgefragt.

Der Starttermin für die Junior-Uni Ruhr im Haus Jugendgroschen in Mülheim-Menden steht fest: Am 20. April geht es los. Kinder und Jugendliche, die am Programm teilnehmen wollen, werden aber eine Portion Glück brauchen. Die Nachfrage nach den Kursen ist enorm.

„Wir starten nach den Osterferien“, verkündete Mülheims Alt-Oberbürgermeisterin Dagmar Mühlenfeld zuletzt im Hauptausschuss des Stadtrates. Mühlenfeld ist Initiatorin der Junior-Uni, fungiert als Geschäftsführerin. Vor vier Jahren hatte sie damit begonnen, Unterstützer für ihre Idee einzusammeln, Kinder und Jugendlichen zwischen vier und 20 Jahren ein außerschulisches Angebot zur Talentförderung zu machen, bei ihnen „Lust auf wissenschaftliches Arbeiten“ zu wecken. Im Fokus insbesondere auch Kinder und Jugendliche aus sozial schwächeren Schichten.

Zum „Urknall“ der Mülheimer Junior-Uni kamen 5000 Neugierige


Mit einem „Urknall“ hatte die Junior-Uni im Februar 2019 einen spektakulären Auftakt gefeiert. 5000 Besucher zählte die Auftaktveranstaltung mit allerlei Schnupper-Workshops im Ringlokschuppen. Seither bot die Junior-Uni mit ihren Kooperationspartnern schon einige Kurse an, nur eins fehlte noch: eine feste Bleibe. Die ist nun gefunden: Das Haus Jugendgroschen der Evangelischen Kirche an der Hahnenfähre, wo zuletzt noch geflüchtete Menschen untergebracht waren, wird aktuell hergerichtet.

„Zurzeit stehen zehn Kurse fest, bis zu fünf weitere sollten noch dazukommen“, sagt Mühlenfeld. Man wolle behutsam wachsen, in fünf Schritten habe man eine Steigerung der Kurszahlen vorgezeichnet. Für das Herbstsemester etwa seien 20 Kursangebote das Ziel. „Wir träumen natürlich davon, in Zukunft einmal 200 bis 300 Kurse wie die Wuppertaler anbieten zu können“, so Mühlenfeld mit Blick auf die Kinder- und Jugenduniversität im Bergischen.

Mühlenfeld: Wir wollen nicht übereilt und überhitzt wachsen

Der Weg dorthin ist aber weit. „Wir wollen nicht übereilt und überhitzt wachsen, sondern streben einen soliden und gründlich begleiteten Aufbauprozess an“, sagt Mühlenfeld. Aktuell sei es gelungen, über die Einwerbung von Stiftungsgeldern in moderater Form Hauptamtliche einstellen zu können. Die Junior-Uni kann laut Mühlenfeld aktuell auf rund 20 Dozenten zurückgreifen. Das Centrum für bürgerschaftliches Engagement vermittelt Freiwillige zur ehrenamtlichen Kursbegleitung.

Der Förderverein zählt aktuell 40 Mitglieder. Drei Beiräte gibt es, so engagieren sich etwa Persönlichkeiten aus Stadtgesellschaft, Wirtschaft und Wissenschaft im kaufmännischen oder im wissenschaftlich-pädagogischen Beirat. Etwas Besonderes, weil laut Mühlenfeld deutschlandweit einmalig, ist der „Junior-Beirat“. Elf Kinder, zwischen sieben und zwölf Jahre alt, sollen mitbestimmen, welches Programm die Junior-Uni bietet.

Gespräche mit Kitas und Schulen zu Kooperationen laufen

Die privat finanzierte Junior-Uni, deren Gesellschafter der Förderverein und die Hochschule Ruhr West sind, setzt auf Kooperationen mit Institutionen, die sich ins Programm einbringen, aber auch mit Kitas und Schulen. Ein Kooperationsvertrag mit der Herbert-Grillo-Gesamtschule in Duisburg-Marxloh steht, einer mit der Biologischen Station ist in Vorbereitung. Weitere Ideen habe man etwa hinsichtlich der Zusammenarbeit mit dem Arche Park im Witthausbusch, mit der Kreishandwerkerschaft, dem Medienhaus oder dem Kunstmuseum, so Mühlenfeld. Mit 15 Mülheimer Kitas und sechs Grundschulen seien 2019 Kooperationsgespräche begonnen worden.

Wer im Frühjahr an den mutmaßlich 15 Kursen der Junior-Uni teilnehmen will, muss aber wohl wachsam die Veröffentlichungen auf der Homepage verfolgen. Wie Projektleiterin Anke Hötzel dem Hauptausschuss berichtete, war der letzte Kurs, den die Junior-Uni bekannt gemacht hatte, innerhalb eines Tages ausgebucht. „Meist hätten wir unsere Kurse drei-, viermal vollmachen können“, sagte sie.

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