CDU wählt Merkel-Nachfolge

Mülheims CDU-Vorsitzende hat sich noch nicht entscheiden

Astrid Timmermann-Fechter ist die Vorsitzende der CDU-Mülheim.

Astrid Timmermann-Fechter ist die Vorsitzende der CDU-Mülheim.

Foto: Michael Dahlke

Kreisvorsitzende Astrid Timmermann-Fechter wird am CDU-Parteitag in Hamburg teilnehmen. Wen sie für den Vorsitz wählt, ist für sie noch offen.

Die CDU-Kreisvorsitzende Astrid Timmermann-Fechter gehört zu den 1001 Delegierten, die am Freitag in Hamburg beim Parteitag den neuen Vorsitzenden oder die neue Vorsitzende der Bundes-CDU wählen werden. Sie ist die einzige Vertreterin aus Mülheim.

Kramp-Karrenbauer, Merz oder Spahn – wem werden Sie Ihre Stimme geben?

Ich habe mich noch nicht festgelegt, bin aber froh über diese Auswahl. Ich glaube auch, dass alle drei die Befähigung haben, dieses Amt auszufüllen und eine große Partei wie die CDU führen können. Ich werde mich erst in Hamburg am Tag selbst entscheiden, wenn ich die drei Bewerber noch einmal gehört habe.

Also könnte deren Tagesform den Ausschlag geben?

Das glaube ich nicht. Entscheidend sind vor allem die Inhalte, für die sie stehen.

Wohin tendiert die Stimmung im Kreisverband Mülheim? Gibt es da einen Favoriten?

Nach den Gesprächen in den vergangenen Wochen kann ich sagen, dass es kein einheitliches Bild gibt. Merz ist wirtschaftlich erfolgreich, kompetent auf vielen politischen Feldern auch jenseits der Wirtschaft; Spahn ist für uns ein Angebot an jüngere Leute, er ist schnell im Denken und Handeln; und Annegret Kamp-Karrenbauer weist nun einmal große Erfahrungen als ehemalige Ministerpräsidentin auf, sie ist bürgernah, sie macht sich stark für eine größere Beteiligung der Basis.

Sehen Sie in ihr eine Kopie von Frau Merkel?

Damit würde man Annegret Kramp-Karrenbauer sehr unterschätzen.

Was erwarten Sie von der künftigen Vorsitzenden oder dem Vorsitzenden?

Er oder sie muss die Partei fortentwickeln in einer Welt und Zeit, die sich immer schneller verändern. Die CDU will eine lebendige Partei der Mitte bleiben, die für christlich-soziale Werte steht.

Manche wünschen sich die Partei wieder konservativer. Sie auch?

Was heißt konservativ? Es bedeutet bewahren, und es wird immer eine Einzelfallentscheidung sein, was zu bewahren ist. Sicher das christliche Menschenbild. Auf keinen Fall bedeutet konservativ, politisch nach rechts zu rücken.

Wird der neue Vorsitzende oder die Vorsitzende künftig eine andere Antwort auf die AfD geben müssen?

Die CDU hat sich auch in der Vergangenheit intensiv mit der AfD befasst und Position bezogen. Ich bin überzeugt, dass die Menschen von uns Antworten zu ganz anderen Themen erwarten: Wie geht es mit der Rente weiter? Wird es genug bezahlbaren Wohnraum geben? Wir müssen sehr genau zuhören, auf Ängste eingehen. Wir dürfen unsere Energie nicht bei parteiinternen Auseinandersetzungen vergeuden wie im vergangenen Sommer.

Glauben Sie, dass eine CDU künftig noch mal die 40-Prozent-Grenze übersteigen könnte oder sind diese Zeiten vorbei?

Warum sollte das nicht gelingen? Vor fünf Jahren noch waren wir fast an der absoluten Mehrheit.

Könnte ein sehr knappes Ergebnis in Hamburg der Partei schlecht bekommen?

Nein, die derzeitige Vielfalt in der Partei ist eher ein Vorteil für uns.

Sehen Sie in dem künftigen Vorsitzenden oder der Vorsitzenden auch den künftigen Kanzlerkandidaten der CDU?

Wir wählen in dieser Woche den Bundesvorsitzenden oder die Vorsitzende.

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