Kultur

Mülheimer zeigen Solidarität: 1820 Euro für den 4330-Laden

Mit Abstand und Mund-Nasen-Schutz: Besucher der Solidaritätsveranstaltung für den Laden 4330 mit Kabarettist Matthias Reuter auf der Mülheimer Freilichtbühne.

Mit Abstand und Mund-Nasen-Schutz: Besucher der Solidaritätsveranstaltung für den Laden 4330 mit Kabarettist Matthias Reuter auf der Mülheimer Freilichtbühne.

Foto: Frank Oppitz / FFS

Mülheim.  Bei der Solidaritätsveranstaltung auf der Freilichtbühne spendeten die Mülheimer 1820 Euro für den 4330-Laden. Inhaber Jörn Gedig war gerührt.

Hans-Uwe Koch ist ganz außer sich: „Ein Wahnsinnserfolg, ein Wahnsinnszuspruch und eine Wahnsinnsunterstützung!“ Mit diesen Worten umschreibt der Regler-Vorsitzende das Ergebnis der Solidaritätsveranstaltung auf der Freilichtbühne für den in finanzielle Schwierigkeiten geratenen 4330-Laden.

150 Zuschauer fanden sich an der Dimbeck der guten Sache wegen ein. Die Nachfrage war sehr groß, etliche Interessierte gingen leer aus: „Wir hätten mehr Besucher reinlassen können, doch halten wir die Begrenzung auf 150 Personen für einen verantwortungsvollen Umgang mit der derzeitigen Situation“, so Koch. Im Vorfeld ging in den sozialen Medien sogar die Befürchtung um, die Veranstaltung würde aufgrund der verschärften Pandemiesituation in Mülheim komplett ins Wasser fallen. Dem konnten die Regler mit einem Posting auf Facebook rasch entgegenwirken: „Die Veranstaltung findet statt und ist genehmigt.“

Auch auf den Sitzen trug das Mülheimer Publikum Mund- und Nasen-Bedeckung

Für Matthias Reuter, der den Abend mit seinem einstündigen Programm gestaltete, war es eine Selbstverständlichkeit, zuzusagen: „Ich kenne selbst das 4330-Geschäft nicht“, gab der Oberhausener Kabarettist zu, „aber was mit den Reglern verknüpft ist, das unterstütze ich gerne.“ Das Publikum, das anders als gewohnt auch auf den Sitzen die Mund-Nasen-Bedeckung tragen musste, begrüßte Reuter mit einer Frotzelei: „Hier sieht‘s aus wie bei einer Blinddarmoperation mit zu vielen Ärzten.“ Und legte dann noch einen drauf: „Das Jahr 2020 wird als das Jahr der verwahrlosten Chirurgen in die Geschichte eingehen.“

Nach Beendigung des Konzerts gab es den vertrauten Hut, allerdings diesmal zur Abstandswahrung in Form eines Keschers, in den reichlich Scheine eingeworfen wurden: Insgesamt konnten 1820 Euro als finanzielle Hilfe an Jörn Gedig, den Inhaber von 4330, an diesem Abend übergeben werden. Der habe sich über das ihm entgegengebrachte Vertrauen ganz gerührt gezeigt, berichtet der Regler-Vorsitzende.

Jörn Gedig will das Ladenlokal an der Wallstraße bald verlassen

„Diese Solidarität der Mülheimer untereinander gibt mir Kraft für die nächsten harten Monate“, sagt Gedig. Das Ladenlokal an der Wallstraße werde er Ende Oktober verlassen: „Ich habe über einen Immobilienmakler drei interessierte Nachmieter gefunden.“ Alles Weitere hänge nun vom Vermieter ab, um aus dem bis Sommer 2022 laufenden Vertrag zu kommen.

Zukünftig beabsichtige er, den Verkauf von dem Produktions-und Lagerstandort Delle aus zu betreiben: Er übernehme ab Anfang November die bislang vom Ruhrpott Paddle Verleih genutzten Räume. Zudem möchte er die Kooperation mit Wettbewerbern in der Stadt intensivieren. Auf diese Weise ließen sich Produktionsmittel einsparen und Kosten reduzieren.

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