Erdbeeren

Mülheimer Traditionshof kämpft gegen spanische Billigware

Andreas Bolten und Christiane in der Beeck-Bolten

Andreas Bolten und Christiane in der Beeck-Bolten

Foto: Mara Tröger

Mülheim.   Dümptener Hof in der Beeck ist zum Start der Erdbeersaison zuversichtlich. Das kommende Wochenende könnte die Ernte noch beeinträchtigen.

Saftig, wohlgeformt, süß und strahlend rot soll sie sein, die perfekte Erdbeere. „Und am besten möglichst schon um Ostern herum erhältlich“, sagt Landwirtin Christiane in der Beeck-Bolten. Sie und ihr Ehemann Andreas Bolten leiten den Dümptener Bauernhof in der Beeck seit über zehn Jahren und wissen um die wachsenden Ansprüche der Kunden.

Gegen die Konkurrenz aus Spanien habe man im Einzelhandel keine Chance. „Im Supermarkt gibt es die ersten Erdbeeren schon im Februar und wir haben dann gerade erst ausgesät“, sagt Andreas Bolten. Daher liegt der Fokus des traditionellen Familienbetriebs auf der Direktvermarktung. „Wir schaffen für unsere Kunden ein Erlebnis, an das sie sich erinnern können“, erklärt Christiane in der Beeck-Bolten. Dementsprechend bemüht man sich am Dümptener Bauernhof, möglichst lange Erdbeeren anbieten zu können – auch um die Kundenbindung beizubehalten.

Tunnel sind eine große Investition für die Landwirte

Von April bis Juni gibt es Erdbeeren auf dem Hof in der Beeck – dank des gestaffelten Anbaus. Den Anfang im Ernteablauf machen dabei zwei Folientunnel, beide rund 130 Meter lang. Auf einer Gesamtfläche von einem Viertel Hektar wachsen dort in molliger Wärme reihenweise Erdbeeren der Sorten Darselect und Dream heran.

Die Tunnel sind eine große finanzielle Investition, bringen aber auch einige unverkennbare Vorteile für die Landwirte mit sich: Durch die Folie sind die Beeren vor Witterung geschützt und können meist in makellosem Zustand geerntet werden. „Den Kunden ist das Aussehen der Erdbeeren durchaus wichtig“, sagt Christiane in der Beeck-Bolten. Zudem sind die Früchte früher reif als im Freiland-Anbau. Dennoch: Die Nachteile des Anbaus im Tunnel sind nicht zu vernachlässigen, betonen die beiden Landwirte. So sei die Aufzucht im Folientunnel mit einem enormen Zeitaufwand verbunden. „Man wird zum Tunnel-Sklaven“, erzählt Christiane in der Beeck-Bolten schmunzelnd. Die unverzichtbare Lüftung sei beispielsweise sehr arbeitsintensiv.

Am Wochenende wird es nochmal spannend

Aber auch die Erdbeeren auf der Freilandfläche brauchen die Aufmerksamkeit der Landwirte – allein schon der Menge wegen: Der Freiland-Anbau macht mit drei Hektar das zwölffache der Fläche im Folientunnel aus und steht somit immer noch im Fokus der Erdbeer-Produktion. „Weil wir das Selbstpflücken anbieten, müssen die Abstände zwischen den Reihen recht breit sein“, erklärt Andreas Bolten.

Am kommenden Wochenende wird es aufgrund der Temperaturen nochmal spannend: In der Nacht von Samstag auf Sonntag droht Frost. „Da müssen wir dann zum Schutz Vlies auslegen“, sagt Christiane in der Beeck-Bolten. Eine aufwendige Arbeit, bei drei Hektar Fläche. Wenn dann die Eisheiligen am 15. Mai ohne große Frostschäden überstanden sind, könne man aufatmen. „Der Grundstock sieht aber bislang wirklich gut aus“, ergänzt Andreas Bolten. Wenn alles weiterhin nach Plan läuft, können Ende Mai die ersten Selbstpflücker loslegen.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben