Mobilität

Mülheimer SPD will Senioren zum Führerscheintausch bewegen

Verkehrsrisikogruppe Senioren? Aus Sicht der Polizei verursachen Fahranfänger häufiger Unfälle. SPD will mit Bärenticket zum Autoverzicht animieren.

Foto: GDV Zentralruf

Verkehrsrisikogruppe Senioren? Aus Sicht der Polizei verursachen Fahranfänger häufiger Unfälle. SPD will mit Bärenticket zum Autoverzicht animieren. Foto: GDV Zentralruf

Mülheim.   Im Mobilitätsausschuss ließen die Genossen prüfen, ob die Stadt ein lebenslanges Bärenticket gegen Fleppe anbieten kann. Ergebnis: zu teuer

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Bis ins hohe Alter weiter mit dem Auto fahren oder umsteigen auf den öffentlichen Nahverkehr? Die Mülheimer SPD hatte die Stadtverwaltung beauftragt zu prüfen, wie man Anreize für Senioren schaffen kann, die Fleppe gegen ein lebenslanges Nahverkehrsticket zu tauschen.

Ein Bärenticket schlugen die Genossen vor, Dezernent Peter Vermeulen erteilte im Mobilitätsausschuss dafür jedoch eine Absage: Die Kosten dafür seien zu hoch. 1000 Euro müsste die Stadt für ein Bärenticket jedes Jahr pro Senior aufwenden – und das ein Leben lang. „Das kann Mülheim nicht tragen, auch wenn wir Sympathie für den Vorschlag haben.“

Vorbilder in Essen, Gladbeck und Dortmund

Dieter Wiechering (SPD, 74) sieht im Fleppentausch einen Anreiz für ältere Menschen, die Art der Mobilität zu verändern. Vorbilder gebe es in Essen, Gladbeck und Dortmund. Das Ergebnis der Prüfung durch die Stadt allerdings fiel ernüchternd aus: Die meisten Maßnahmen beschränken sich auf Tickets innerhalb der Stadt, die maximal ein Jahr gelten. So bietet etwa Ruhrbahn-Partner Essen nur ein Ticket 2000 für einen Monat an – Kostenpunkt circa 83 Euro pro Person. Nur zwölf Senioren machten 2016 davon Gebrauch.

Spricht die Verkehrssicherheit für einen Tausch? Von 5971Unfällen in der Ruhrstadt im vergangenen Jahr wurden weniger als 100 von Senioren (mit-)verursacht. Verzichten sie auf ihren Führerschein, wäre das kaum erheblich für die Unfallstatistik. „Uns machen eher die Fahranfänger Sorgen“, bestätigt ein Sprecher der Polizei Mülheim.

Idee ist grundsätzlich noch nicht vom Tisch

Grundsätzlich ist die Idee des Führerscheintausches noch nicht vom Tisch: Im Raum steht, ob Mülheim zumindest dem Essener Vorbild folgt. Für die Fleppe gäbe es dann zumindest einen Monat lang kostenfreies Fahren mit Bus und Bahn.

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