Technik

Mülheimer Schülerin nimmt an Robotik-WM in Sydney teil

Die Schülerin Grit Schiefelbein baut seit der 5. Klasse Roboter.

Die Schülerin Grit Schiefelbein baut seit der 5. Klasse Roboter.

Foto: Kerstin Bögeholz / FUNKE FotoServices

Mülheim.  Mit vier Teamkolleginnen tritt Grit Schiefelbein im Juli bei der Robotik-WM in Sydney an. Ihr Roboter ist ein Helfer im digitalen Kinderzimmer.

Mit konzentriertem Blick fliegen Grits Augen über die 20 Fächer ihrer „Teilekiste“. „Das brauche ich...das auch“, murmelt sie, während ihre Finger flink die entsprechenden Dinge greifen. Gelbe, blaue und rote Drähte ragen aus dem Kasten, in den Fächern liegen Platinen, kleine Motoren und weiteres technisches Zubehör, das für den Laien nicht zu identifizieren ist. Für die 17-Jährige jedoch sind alle Bestandteile mehr als nur vertraut, denn Grit Schiefelbein baut Roboter.

Die Liebe zur Technik entdeckte Grit schon in der Grundschule – genauer gesagt im Computerraum. Dort verbrachte sie gerne Zeit an den Rechnern, nutzte sie mit Neugier. Beim einfachen Nutzen ist es nicht geblieben, denn mittlerweile baut Grit elektronische Geräte auch mal auseinander. Wieso? „Weil es mir Spaß macht.“ Mehrere aussortierte Smartphones und Fernbedienungen mussten schon dran glauben, aber auch größere Geräte wie ein Fernseh-Receiver und ein Drucker.

Englischsprachige Tutorials helfen bei neuen Ansätzen

Das Wissen, das sie braucht, um zum Beispiel den kleinen Einplatinencomputer Raspberry Pi mit einer Kamera zu koppeln, nimmt sie aus Fachliteratur oder Tutorials, Erklärvideos aus dem Netz: „Meistens sind die Videos auf Englisch.“ So entsteht

dann zum Beispiel eine Bilderkennung, die durch den Wechsel der Lichtverhältnisse merkt, ob ein Hindernis im Weg steht.

So eine Bilderkennung findet sich auch bei „Rob“. Er ist der Roboter, mit dem sich Grit gemeinsam mit vier

Mitschülerinnen beim RoboCup German Open, der deutschen Meisterschaft für Robotik, Anfang Mai in Magdeburg gegen 600 andere Teams durchgesetzt hat. Damit qualifizierte sich das fünfköpfige Team der Roboter-AG des Essener BMV-Gymnasiums für eine Teilnahme an der Weltmeisterschaft im australischen Sydney.

Eine Darbietung mit Hintergrundgeschichte

Ende Juni geht es dann nach Sydney, wo vom 2. bis zum 8. Juli die Weltmeisterschaft startet. Die fünfköpfige Mädchen-Truppe tritt in der Kategorie „On Stage“ an, dafür präsentieren sie den Juroren eine sogenannte Performance, also eine Darbietung mit Hintergrundgeschichte. In dieser Kategorie ist besonders Kreativität gefragt. „Rob“ ist ein Helfer im digitalen Kinderzimmer. „Er packt Bücher nach Stundenplan und merkt, wenn keine saubere Kleidung mehr im Schrank liegt“, erklärt Grit grundlegende Funktionen von „Rob“.

Die Teilnahme an der Weltmeisterschaft in Sydney sieht die Elftklässlerin ganz im sportlichen Geist, denn die Konkurrenz ist hart: „Wenn wir etwas reißen können, wäre das super. Wenn nicht, ist das nicht so schlimm“, sagt sie und fügt schmunzelnd hinzu: „Hey, dann waren wir immerhin in Sydney!“

Die Zukunft im Zeichen der Technik

Ganz egal, wie der Wettbewerb ausgeht, Grit ist sich sicher, dass sie der Technik und auch der Robotik treu bleiben wird. Nach der Schule möchte sie Medizintechnik an der HRW oder an der Uni Duisburg-Essen studieren. „Da kann ich mich dann entscheiden, ob ich eher in die praktische Richtung oder in die Forschung gehe“, erklärt Grit. Auch möchte sie künftig die Leitung der Roboter-AG am BMV-Gymnasium übernehmen, denn „den Spaß an der Robotik habe ich in der AG gelernt, das möchte ich gerne weitergeben“.

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