Umwelt

Mülheimer Schüler werben im Stadtrat für den Klimaschutz

Eine Szene von der Demonstration am 5. April auf der Leineweberstraße.

Eine Szene von der Demonstration am 5. April auf der Leineweberstraße.

Foto: Michael Dahlke

Die Politik begrüßt mehrheitlich das Engagement der Jugendlichen bei Fridays for Future. Jugendliche erklärten, warum ihre Demos so wichtig sind.

Auf Resolutionen reagieren FDP und CDU schon seit Längerem allergisch und betonen die inflationäre Flut, die dem inhaltlichen Wert schade. CDU-Fraktionsgeschäftsführer Hansgeorg Schiemer versicherte am Pressetisch vor der Sitzung deshalb, dass die CDU das Engagement der Schüler bei Fridays for Future begrüße und an einer Behandlung der Einzelforderungen in den Fachausschüssen interessiert sei, was sie bei der Abstimmung, die ohne Aussprache vonstatten geht, nicht zum Ausdruck bringen könnte. Den Ratssaal verließen dann nur Vertreter des Bürgerlichen Aufbruchs, wobei es deren Fraktionschef Jochen Hartmann nicht versäumte, zu kritisieren, dass hier Dritte sprechen könnten, während die gewählten Ratsvertreter zu schweigen hätten.

Man kann freilich unterschiedlicher Meinung sein, ob die Ratssitzung für die beiden 13 und 17 Jahre alten Schüler das richtige Forum ist, unstrittig ist, dass Fabian und Jennifer ihre Sache sehr gut gemacht haben: kurz, prägnant, gut strukturiert und vor allem überaus selbstsicher.

„Es gibt keinen zweiten Planeten“

Fabian, der die Mülheimer Gruppe, die eine von 150 in NRW ist, gegründet hat, forderte, dass die Bundesrepublik wieder Vorreiter in der Klimapolitik werden müsse und mutig die Ziele für den Klimawandel benennen und umsetzen müsse, um wie beschlossen die Klimaerwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen.

Derzeit rangiere Deutschland auf Rang 27 hinter Rumänien, Indien und Brasilien. Auf lokaler Ebene sei beispielsweise von der Bebauung des Flughafens abzusehen. Auch mit einer klimafreundlichen Mobilitätswende sei ernst zu machen. Jennifer beklagte, dass die Herausforderung des Klimawandels nicht als schwere Krise behandelt, sondern immer noch verharmlost und verniedlicht werde. „Wir sind die letzte Generation, die den Klimawandel aufhalten kann“, betonte sie. Es gebe keinen zweiten Planeten, die Zeit laufe davon. Deshalb seien sie gezwungen, zu demonstrieren.

Resolution wird an Landesregierung weitergeleitet

In der Resolution werden die Schülerstreiks konsequent als eine Notwehr dargestellt. „Unumstritten ist, dass Umweltaktionen außerhalb der Schulzeiten nicht annähernd die mediale Aufmerksamkeit erfahren, die sie angesichts der vor uns liegenden Bedrohung verdienen.“ Der Rat nehme wohlwollend zur Kenntnis, dass, um den stigmatisierenden Vorwurf zu entkräften, den Schülern ginge es nur um schulfreie Zeit, auch Aktionen außerhalb der Schulzeit stattfanden. Die Resolution wird an die Landesregierung weitergeleitet.

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