Schulprojekt

Mülheimer Schüler lassen den Wetterballon „Luise“ steigen

Die Luisenschüler aus Mülheim lassen einen Wetterballon in die Stratosphäre steigen.      

Foto: Mülheim & Business

Die Luisenschüler aus Mülheim lassen einen Wetterballon in die Stratosphäre steigen.       Foto: Mülheim & Business

Mülheim.   Das Projekt ist geglückt. Die Sonde, die 14 Schüler der Luisenschule in die Stratosphäre schickten, kam zurück und lieferte viel Datenmaterial.

Sie wollten hoch hinaus: 14 Schüler der Luisenschule und ihre Chemielehrerin Dr. Beate Schulte schickten jetzt einen selbst gebauten Wetterballon über 30.000 Meter hoch in die Stratos-phäre. Die Fünft- bis Achtklässler, angeführt von Frederik Simon und Joshua Krieger aus der Jahrgangsstufe 11, erhofften sich von dem Flug ihres Ballons außergewöhnliche Luftbilder von Mülheim, aber auch von der Erde. Außerdem verfolgten die Tüftler das Ziel, Informationen über Luftfeuchtigkeit, Luftdruck und Temperatur zu sammeln. Die haben sie jetzt. Denn „Luise“ hob am 15. Juni gegen 9 Uhr planmäßig ab und ihre Mess-Sonde landete gegen 12.30 Uhr wieder wohlbehalten auf der Erde – allerdings in einer kleinen Ortschaft in der Nähe von Hamm.

Mess-Sonde landete in der Nähe von Hamm

Dass die Mess-Sonde irgendwo dort landen würde, war aufgrund von Berechnungen der aktuellen Windrichtung frühzeitig klar. Also hatte sich ein Team schon kurz nach dem Start des Ballons auf den Weg Richtung Osten gemacht. Um 12.35 Uhr entdeckten die Schüler dann nach ausgiebiger Suche ihre „Luise“ in einem Feld bei Hilbeck.

Fördermittel des „zdi-Netzwerk Mülheim an der Ruhr“ in Trägerschaft der Mülheim & Business Wirtschaftsförderung hatten die Verwirklichung dieses ehrgeizigen Projekts durch Anschaffung der Ballon- und Datentechnik ermöglicht. An der Konstruktion hat das Forscherteam seit April wöchentlich getüftelt. So wurde der Ballon mit einer in Styropor verpackten Mess-Sonde verbunden. „Das Styropor spart einerseits Gewicht und schützt andererseits die in ihr befindlichen Geräte vor Kälte, da es bereits in 20 km Höhe -30°C kalt sein kann“, so Dr. Beate Schulte.

Zdi-Netzwerk ermöglichte Anschaffung des Ballons

In die Sonde bauten die jungen Forscher jede Menge Technik. Zum Beispiel eine „GoPro“ zur Realisierung von Videoaufnahmen, zwei GPS-Tracker zur Aufzeichnung der Flugkoordinaten und der Positionsbestimmung nach der Landung, ein Datenlogger zur Aufzeichnung der Flughöhe, der Innen- und Außentemperatur, des Luftdrucks und der Luftfeuchtigkeit sowie weitere Batteriepacks zur sicheren Stromversorgung der Geräte. Die Sonde wurde mit einem 10 Meter langen Seil an einem Fallschirm befestigt, der sie langsam zur Erde gleiten lassen sollte, wenn der mit Helium gefüllte Wetterballon bei abnehmendem Außendruck und steigendem Innendruck in der erreichten Messhöhe zerplatzen würde.

Es klappte. Die Mess-Sonde hat nicht nur tolle Bilder mitgebracht, es gibt auch jede Menge Auswertungsmaterial. Das will die Projektgruppe nun sichten. Schon jetzt scheint klar: Es entsteht ein faszinierendes Video, das auf der Homepage der Schule zu sehen sein wird. „Und die MINT-Begeisterung der Schüler ist mit diesem Strato-Projekt auf jeden Fall deutlich angewachsen“, freut sich Chemielehrerin Dr. Beate Schulte.

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