Ausstellung

Mülheimer Schüler erforschten ihre Heimatstadt

Schüler der Otto-Pankok-Schule in Mülheim eröffneten die Ausstellung „Stadterkundungen“ im Medienhaus.

Schüler der Otto-Pankok-Schule in Mülheim eröffneten die Ausstellung „Stadterkundungen“ im Medienhaus.

Foto: Oliver Müller

Mülheim.   Otto Pankok-Schule präsentiert ein Projekt zwischen Architektur, Stadtplanung, Geschichte. Ausstellung bis 5. Oktober im Medienhaus.

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Mit Bildern und Texten ist Mülheims dunkle Vergangenheit auf Schautafeln im Medienhaus dokumentiert: Zwangsarbeit in Mülheim, die nahezu komplette Zerstörung der Altstadt durch die Bombenangriffe am 22. und 23. Juni 1943 sind ebenso vermerkt wie die kargen Lebensumstände mit Lebensmittelkarten und Brotrationen während des Kriegs. Wer weiß noch, dass es danach in den 1950er Jahren noch 15 Lichtspielhäuser in Mülheim gab? Die größten waren Löwenhofkino und Palasttheater.

Altstadt durch Bombenangriffe zerstört

Ihre Heimatstadt haben Schüler der Jahrgangsstufen 8 und 9 der Otto Pankok-Schule fächerübergreifend in den Mittelpunkt eines Erforschungsprojektes gestellt. Mit Rat und Tat standen ihnen die Grafikerin, Autorin und Künstlerin Inge Sauer als Projektleiterin zur Seite, ebenfalls Kunstlehrer Hans-Peter Hepp und Jens Roepstorff vom Stadtarchiv. Von 2016 bis 2017 dauerte das zweiteilige Projekt „Stadterkundungen“, bei dem es darum ging, dass sich die Schüler bewusst mit der Geschichte Mülheims, mit seiner Architektur und Stadtplanung auseinandersetzten. „Durch das Zeichnen der Orte wurde eine Verbindung hergestellt und die Architektur wurde den Schülern vertrauter“, sagt Kunstlehrer Hans-Peter Hepp. Umso schockierender sei es für die Schüler bei ihrer Recherche im Stadtarchiv gewesen, als sie das ganze Ausmaß der Zerstörung der Stadtarchitektur erkannten, besonders der Altstadt. In den 50er Jahren wurde damit begonnen, die Altstadt samt Petrikirche und Tersteegenhaus zu rekonstruieren.

Schockierende Erkenntnisse im Stadtarchiv

Die Ergebnisse, die die Schüler zusammengetragen haben, zeigt die Ausstellung im Medienhaus noch bis zum 5. Oktober. Und auch in der Otto Pankok-Schule sind Exponate ausgestellt. Es ist das Pilotprojekt zum Thema „Wir entdecken unsere Stadt“, dessen Resultate in einer Publikation gesammelt und Interessierten zugänglich gemacht werden sollen.

Mit einem etwas anderen Blick gehen die Schüler jetzt durch ihre Heimatstadt. Durch Zeichnen, genaues Hinsehen und Beobachten von Details, lernten sie, historische und zeitgenössische Bebauung voneinander zu unterscheiden. Zudem erhielten sie ein bisschen Gefühl dafür, was ein Krieg mit Menschen macht. „Wir haben vorher nicht so viel darüber gewusst“, sagt Maja Soethe. „Oft waren wir im Stadtarchiv, haben uns alte Texte und Fotos angeguckt“, erläutert die 14-Jährige. Zeitzeugen seien in den Unterricht gekommen. „Sie haben uns erzählt, wie es durch die Zerstörungen im Krieg war und wie die Menschen damals gelebt haben.“ „Wichtig ist“, sagt Emma Reinke (13), „dass die Altstadt erhalten bleibt, denn sie spiegelt die Geschichte Mülheims wider.“

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