Offener Brief

Mülheimer Parteien gegen Vermietung der Stadthalle an AfD

Protest gegen die AfD: Im Herbst 2017 organisierten Grüne und Jusos in Mülheim eine Demonstration durch die Innenstadt. Jetzt gibt Kritik an der Vermietung der Stadthalle für den 29. Oktober.

Protest gegen die AfD: Im Herbst 2017 organisierten Grüne und Jusos in Mülheim eine Demonstration durch die Innenstadt. Jetzt gibt Kritik an der Vermietung der Stadthalle für den 29. Oktober.

Foto: Jörg Schimmel / FUNKE Foto Services

Mülheim.  In Mülheim protestieren SPD, Grüne und Linke gemeinsam gegen die geplante Vermietung der Stadthalle an die AfD. Vertrag soll gekündigt werden.

Für den 29. Oktober ist eine AfD-Veranstaltung in der Stadthalle geplant. Drei Mülheimer Parteien – SPD, Grüne und Die Linke – protestieren dagegen. Gemeinsam haben sie einen offenen Brief an Geschäftsführung und Aufsichtsrat der Mülheimer Stadtmarketing- und Tourismus GmbH (MST) formuliert, die die Halle vermietet.

In dem Schreiben, das an Oberbürgermeister Ulrich Scholten und MST-Geschäftsführerin Inge Kammerichs gerichtet ist, heißt es: „Wir sind entsetzt, dass die ,gute Stube’ unserer Stadt einer Partei zur Verfügung gestellt wird, welche völkisch-nationalistisches und antidemokratisches Gedankengut propagiert.“ Die Politik sei darüber nicht einmal informiert worden.

Antidemokratisches Gedankengut in Mülheims „guter Stube“

Diese Zeitung hatte am Montag berichtet, dass der Kreisverband der AfD für den 29. Oktober einen Raum in der Mülheimer Stadthalle angemietet hat, der bis zu 300 Personen fasst. Dort soll ein Bürgerdialog stattfinden, mit den Landtagsabgeordneten Martin Vincentz und Markus Wagner als Gästen sowie der stellvertretenden Vorsitzenden der AfD-Bundestagsfraktion, Alice Weidel.

In ihrem Protestbrief nennen es SPD, Grüne und Linke „sarkastisch“, wenn sich die MST dem Nachhaltigkeitskodex der deutschsprachigen Veranstaltungsbranche verpflichtet, auf ihrer Website vom fairen Umgang „gegenüber Umwelt & Menschen“ schreibt, aber einer Partei Zugang gewährt, die sich gegen diese Werte richtet. Die Parteien fordern „schnellstmögliche Aufklärung“, wie es zum Veranstaltungstermin kam, und eine Kündigung des Vertrags mit der AfD.

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