Missbrauch

Mülheimer Missbrauch: OB Scholten erntet Kritik bei Facebook

Mülheims Oberbürgermeister Ulrich Scholten wird bei Facebook angegangen.

Mülheims Oberbürgermeister Ulrich Scholten wird bei Facebook angegangen.

Foto: Tamara Ramos / FUNKE Foto Services

Mülheim.  Mülheims OB Ulrich Scholten zeigt sich bei Facebook „schockiert“ von dem Missbrauch einer jungen Frau. Nutzer werfen ihm Tatenlosigkeit vor.

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Nach dem Missbrauch an einer jungen Frau am Freitagabend in Mülheim hat sich Oberbürgermeister Ulrich Scholten am Montagabend bei Facebook zu Wort gemeldet. „Ich bin immer noch fassungslos darüber, dass eine junge Frau aus unserer Stadt missbraucht und verletzt wurde. Meine Gedanken sind bei ihr“, schreibt Scholten.

Für seine Anteilnahme erntet er auch Zuspruch – aber vor allem Kritik. Dabei werfen ihm einige Nutzer vor, sich erst jetzt offiziell zu äußern. „Warum kommt so etwas erst auf Nachdruck? Was erwarten Sie für Strafen/Konsequenzen?“, fragt ein Nutzer. „Und natürlich zum wiederholten Male die Frage, die bisher nie beantwortet wurde, auch wenn diese nichts mit dem Fall zu tun hat... Was haben Sie bisher für Mülheim und fürs Volk getan?“

Mülheims OB Scholten fordert „null Toleranz“ für die Täter

Scholten fordert in seinem Post „null Tolerenz“ für „solche Unmenschlichkeiten“. Und er erklärt, dass er „weiterhin an dem Fall arbeiten und meine Aufmerksamkeit und Kraft stattdessen nicht haarsträubenden Kommentaren und Drohungen, wie jenen auf meiner Facebookseite, widmen“ wird. Darauf antwortet ihm eine Nutzerin: „Die Menschen haben Angst, Herr Scholten. Sie fühlen sich hilflos. Von Drohungen habe ich nichts gelesen. Kritik an Ihrer Person als ,persönlichen Angriff’ zu bejaulen, empfinde ich als peinlich.“

Am Sonntagvormittag hatte Scholten ein Bild von dem Picknick gepostet, zu dem er die Mülheimer am Wochenende eingeladen hat. Dafür wurde er bereits Sonntag in den Kommentaren scharf angegangen: „Picknicken oder überhaupt Aufenthalte in der Natur erscheinen mir als Frau im sichersten NRW aller Zeiten nicht mehr empfehlenswert“, kommentiert eine Nutzerin. Ein anderer fordert: „Alle Zeitungen berichten und da sollte sich doch bitte mal Herr Oberbürgermeister Ulrich Scholten auch mal zu äußern.“

OB Scholten hat am Sonntagmorgen von dem Missbrauchsfall erfahren

Ulrich Scholten hatte am Rande des Picknicks gesagt, erst am Sonntagmorgen von der mutmaßlichen Vergewaltigung erfahren zu haben. In einer ersten Stellungnahme gegenüber dieser Zeitung zeigte er sich „schockiert, dass so etwas in unserer Stadt passiert ist“.

Auf Facebook schreibt Scholten am Montagabend, er habe erst „vor einer halben Stunde Gelegenheit gehabt, die Kommentare zu lesen“. Er appelliert an die Nutzer: „Sie werden verstehen, die Belange des Opfers und die Klärung der Fakten hatten heute Priorität und nicht Facebook!“ Dafür hat er 58 Likes bekommen.

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