Kultur

Mülheimer machen sich auf Schnäppchenjagd nach Instrumenten

Manch professioneller Verkäufer baute seinen Stand am Sol auf, aber durchaus auch Privatpersonen, die einfach gebrauchte Instrumente verkaufen wollten.

Foto: Oliver Müller

Manch professioneller Verkäufer baute seinen Stand am Sol auf, aber durchaus auch Privatpersonen, die einfach gebrauchte Instrumente verkaufen wollten. Foto: Oliver Müller

mülheim.   Gute Resonanz auf ersten Mülheimer Musikerflohmarkt am Kulturbad Sol: Der Veranstalter denkt bereits über eine Wiederholung der Aktion nach.

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Na sowas: Vito Liotine hatte ursprünglich nur einen Spaziergang durch den Raffelberg Park geplant und ist jetzt quasi über diese Heavy-Metal-Gitarre gestolpert. Der erste Mülheimer Musikerflohmarkt am Kulturbad Sol ist dem Gitarristen in die Quere gekommen. „Ich wusste leider davon nichts, aber 280 Euro? Guter Preis“, meint Vito – nur das Portemonnaie liegt eben noch zu Hause.

So zufällig wie der Mülheimer Gitarrist sind aber die wenigsten Besucher hier. Die meisten haben das Sommerwetter im Park gezielt verbunden mit der Schnäppchenjagd nach Musikinstrumenten. Emsig stöbern Besucher unter den rund 25 Ständen in einem Sammelsurium von A wie Aufnahmegerät bis U wie Ukulele.

Ein Mini-Akkordeon für 20 Euro

Sigrid Richter hat ein Mini-Akkordeon aufgespürt und die Gelegenheit beim Schopf ergriffen: „Nur 20 Euro hat das gekostet.“ Sie trägt das kleine Schifferklavier stolz vor sich her. „Ich wollte das schon immer lernen“, erklärt sie. Für das bisschen Geld tut’s nicht weh in der Börse – „so habe ich mir vor einiger Zeit auch Ukulele beigebracht“. Den Markt findet Sigrid Richter gut, es könnten allerdings weniger elektrische und mehr akustische Instrumente angeboten werden.

Die Zufriedenheit ist ebenso bei den Händlern zu spüren. Für Josef Roman Roring hat „es sich jetzt schon gelohnt. Der Umsatz stimmt, das Wetter ist klasse. Ich habe einige gebrauchte Lehrbücher verkauft. Die kaufen manche, um sie weiter zu verschenken.“ Aber auch Gitarren und Effektgeräte gingen an seinem Stand über die Theke. Das digitale Aufnahmegerät von Sony sucht noch einen anderen Besitzer, „das wird allerdings schwierig, weil die meisten inzwischen mit dem PC arbeiten“, weiß Roring. Denn der bietet selbst das „eigene Lied an. Das heißt, ich komponiere und singe ein persönliches Lied nach den Vorstellungen des Auftraggebers zum Beispiel als Geschenk für die Freundin.“ So hat Roring eben mit der Zeit einiges an musikalischer Ausstattung zusammengetragen, manches wird nun ausgemistet.

Idee von einem Bekannten geklaut

Sami Durak, der den ersten Mülheimer Musikerflohmarkt gemeinsam mit dem Sol veranstaltet, kann über den Auftakt nicht klagen, denn „es läuft super. Mit der guten Resonanz habe ich heute noch nicht gerechnet. Es sind professionelle Verkäufer hier, aber auch einfach Leute, die ihre gebrauchten Instrumente verkaufen wollen“. Geklaut sei die Idee des Instrumentenbasars von einem Bekannten vom Niederrhein.

Funktioniert aber offenkundig auch an der Ruhr. Durak denkt daher schon über eine Wiederholung nach: „Vielleicht kann man es dann noch etwas erweitern.“ Zumindest auf schlechteres Wetter hat man sich ohnehin vorbereitet – die Pavillons konnten aber bei diesem ersten Mal im Lager bleiben.

>>> Das Programm in der Kulturbar
Soul und Blues stehen in den kommenden Tagen im Sol auf dem Plan: Montag, 28. August, 20 Uhr, sind 78 Twins & Friends zu Gast. Zu den „Freunden“ zählen Thomas Erkelenz und Uli Tietze von „White Hot & Blue”.


Am Montag, 4. September, 20 Uhr, startet die Sol Session Band mit der karibischen Soul-Sängerin Sonja Lavoice.

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