Offene Tür

Mülheimer Künstler Petoschu baut Rechenmaschine nach

Der Mülheimer Künstler Peter-T. Schulz präsentiert sein neuestes Werk: eine Rechenmaschine.

Der Mülheimer Künstler Peter-T. Schulz präsentiert sein neuestes Werk: eine Rechenmaschine.

Foto: Tamara Ramos / FUNKE Foto Services

Mülheim.  Petoschu lädt an den Adventssamstagen in sein Ollen-Hansen-Atelier ein. Neue Werke und alte Schätze sind zu sehen, auch eine Rechenmaschine.

Petoschu meldet sich wie immer im Advent zurück. Der Saarner Künstler Peter-Torsten Schulz öffnet sein Atelier wieder an allen Samstagen vor Weihnachten. Kunst auf 750 Quadratmetern bekommen die Besucher zu sehen – alte Schätze, aber natürlich auch ganz neue Arbeiten.

Von der Blumenwiese gibt es jetzt eine neue Fassung

Zum Beispiel eine ganz neue Blumenwiese. „Morningwiese“ heißt das Bild, in Öl auf Leinwand, das auch das Deckblatt des neuen Große Hansen-Kalenders ziert. Es ist bereits der 32. seiner Art, und er enthält viele neue Bilder von Peter-Torsten Schulz. Auch die anderen beiden kleineren Kalender – einer ausschließlich mit Malerei, der andere mit Fotos – gibt es für 2020 erneut. In nunmehr 37 Jahren habe er 1,5 Millionen Hansen-Kalender verkauft, sagt der humorvolle Maler.

Seit 40 Jahren existiert die Galerie, an die 1000 Besucher haben in den letzten Jahren im Advent vorbeigeschaut. Die bekannten Sinnsprüche auf Holztafeln, die noch berühmteren Störche, die fellbezogenen Stühle, die Olle Hansen-Häuser werden auch diesmal wieder zum Schmunzeln anregen. Aber: Neben den Erfolgsprodukten hat der gute alte Pit Neues zu bieten:

Neuer Lyrikband mit 120 Texten aus zehn Jahren

So hat er einen neuen Lyrikband im Selbstverlag herausgegeben, der 120 Texte aus seinen Büchern und Kalendern (von 2009 bis 2019) beinhaltet – ohne jegliche Illustration. „Es muss weiter gehen!“ heißt das blaue Buch, das auf vier bereits veröffentlichte Bände folgt. „Ich liebe Gedichte und ich lese auch oft Gedichte“, verrät der Wort-Bild-Künstler. Und er schreibt welche.

Aufs Malen hat er sich wieder mehr verlegt. „Neue Originale für unsere alten und neuen Sammler sind zu sehen“, sagt Petoschu augenzwinkernd. Mit Öl- oder Acrylfarben hat er ganz unterschiedliche Motive auf Holz oder Leinwand gebracht, oder er hat aus unterschiedlichsten Materialien Collagen geschaffen: Eine Landschaft in der Dämmerung, Birkenstämme in einem dichten Wald, kunterbunt durcheinandergewürfelte Häuser – das Themenspektrum ist breit. „Bilder entstehen bei mir so im Philosophieren“, berichtet er. Seine Titel sollen immer Anregung zum Reflektieren sein.

Entdeckung beim Antiquitätenhändler war Inspiration

Für seine diesjährige Kunstedition hat sich Peter-Torsten Schulz wieder etwas Ungewöhnliches ausgedacht. „Rechne mit mir bis 100!“, lautet der Titel. „Bei einem Antiquitätenhändler habe ich einen alten, in Paris gefertigten, Rechenschieber aus dem Jahre 1930 gesehen und gekauft. Der hat mich inspiriert“, erzählt er.

Er hat das alte Stück in anderem Format nachgebaut, „und dafür Hunderte von Holzkugeln angemalt“. Der Abakus ist gravursigniert und handnummeriert und in einer Auflage von zehn Exemplaren erschienen. Das Original soll 220 Euro kosten.

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