Premiere

Zum Lachen ins Wohnzimmer

Einen amüsanten Abend verspricht das Mülheimer Theater ArTelier mit seinem neuen Stück „Ruhe im Hotel“ – auf einer besonderen Bühne.

Einen amüsanten Abend verspricht das Mülheimer Theater ArTelier mit seinem neuen Stück „Ruhe im Hotel“ – auf einer besonderen Bühne.

Foto: Tamara Ramos / FUNKE Foto Services

Mit seiner elften Produktion feiert das Mülheimer Artelier bald Premiere – im eigenen Wohnzimmer. Es könnte ein mehr als amüsanter Abend werden.

Viele haben zu Hause Theater. Doch bei den wenigsten ist das so amüsant wie bei Martina und Armin Rudziok. Die Marketingfachfrau und der Finanzbeamte haben sich als kreative Kulturschaffende in ihrem Haus am Heelweg in Winkhausen einen Traum erfüllt. Seit 2005 ist das Erdgeschoss ihres Hauses, unweit der Aktien- und der Nordstraße, ein Zimmertheater und ein Ausstellungsraum. Und es gibt Neuigkeiten von diesem besonderen kleinen, liebevollen Theater.

Denn jetzt bringen die Rudzioks zusammen mit Martin Fiß, Marah Palamidas und Tobias Schieferstein ihr neues Stück „Ruhe im Hotel“ auf die kleine Bühne in ihrem Wohnzimmer. Dort finden 25 Zuschauer auf jetzt neuen besser gepolsterten Stühlen einen gemütlichen Sitzplatz.

Auch das neue Stück, es ist die elfte Produktion des Arteliers-Rudziok, ist wieder eine Komödie. Darin hat Martina Rudziok Geschichten rund um das Thema Urlaub aufgeschrieben. Abgesehen von der Komödie „Tod eines Finanzbeamten“, das aus der Feder von Armin Rudziok stammt, hatte Martina Rudziok in allen bisherigen Produktionen als Autorin und Regisseurin die Federführung.

Schauspieler genießen dieunmittelbare Nähe zum Publikum

„Ursprünglich wollten wir im Erdgeschoss unseres Hauses nur einen kleinen Ausstellungsraum für meine Bilder einrichten, aber dann habe ich einfach noch eine kleine Bühne gebaut und meiner Frau gesagt: ‚Die können wir gebrauchen, wenn du hier vielleicht mal Theater spielen möchtest‘“, erinnert sich Armin Rudziok an die Anfänge ihres Arteliers. „Das war der Moment, in dem ich meinen Mann sofort wieder geheiratet hätte“, sagt die studierte Theaterwissenschaftlerin Martina Rudziok, die schon auf mehreren professionellen und semiprofessionellen Bühnen gestanden hat und deshalb in der freien Theaterszene auch gut vernetzt ist.

Aus dieser freien Theaterszene rekrutiert sie auch ihre Schauspieler. Doch für ihre neue Produktion hat sie mit Hilfe der digitalen und gedruckten Medien einen Aufruf gestartet und mit Marah Palamidas und Martin Fiß zwei ambitionierte Theateramateure als Mitspieler gewonnen, die das Zimmertheater in Winkhausen auch als Zuschauer kennen.

Wie andere Theaterfreunde, die im Artelier-Rudziok schon vor der Bühne gesessen oder auf der Bühne gestanden haben, schätzen Palamidas und Fiß die familiäre Atmosphäre und die unmittelbare Nähe und Resonanz des Publikums. „Das geht fast allen Schauspielern so, aber wir hatten auch schon einige Profi-Schauspieler, die mit dieser extremen Nähe nicht zurechtgekommen sind“, berichtet Martina Rudziok.

das ist los in mülheim- von sinfoniekonzert bis mädelsmarkt Die Rudzioks finanzieren ihren kleinen, aber feinen Musentempel allein mit Hilfe der Eintrittsgelder und mit ihrem selbst verdienten Geld. „Wenn sich ein Kulturförderer finden würde, der uns finanziell unterstützen möchte, würden wir nicht gleich Nein sagen. Aber wir haben bisher auf alle möglichen Fördergelder verzichtet, um in unserer künstlerischen Kreativität unabhängig zu sein und genau das zu machen und auf die Bühne zu bringen, was wir für gut und richtig halten“, sagt Armin Rudziok.

Wortwitz und Situationskomik

Sicher ist, dass nach Stücken wie: „Die Ehe, eine Geschichte voller Missverständnisse“, „Und dann kam Mutti“, „Wurst Wellness“, „Timmi zieht um“ oder „Frauenfreundschaften“ auch das neue Stück „Ruhe im Hotel“ sein Publikum mit Wortwitz und Situationskomik zum Lachen bringen wird.

Dass dieses Erfolgsrezept des Winkhauser Zimmertheaters gut ankommt, hat Martina Rudziok schon oft an den Rückmeldungen aus dem Publikum erfahren. „Besonders berührt und gerührt war ich, als eines Tages eine Dame mit einem Blumenstrauß vor der Tür stand, um uns einfach mal danke zu sagen ‚für die vielen schönen Theaterabende, die wir in Ihrem Hause erleben durften‘“, berichtet Martina Rudziok.

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