Kirche

Mülheimer Kirchen wollen stärker in die Ökumene gehen

Beim ersten ökumenischen Neujahrsempfang verliehen evangelische und katholische Kirche auch den Hoffnungspreis und die Nikolaus-Groß-Medaille gemeinsam. Und zwar an die Ehrenamtlichen der Notfallseelsorge.

Beim ersten ökumenischen Neujahrsempfang verliehen evangelische und katholische Kirche auch den Hoffnungspreis und die Nikolaus-Groß-Medaille gemeinsam. Und zwar an die Ehrenamtlichen der Notfallseelsorge.

Foto: Mara Tröger

Mülheim.  Bei ihrem Neujahrsempfang haben evangelische und katholische Kirche in Mülheim ein Signal für mehr Ökumene gesendet. Auch die AfD war Thema.

Beim ersten ökumenischen Neujahrsempfang der beiden großen Mülheimer Kirchen warben Superintendent Gerald Hillebrand und Stadtdechant Michael Janßen am Montagabend eindringlich für mehr Ökumene. Dafür konnten sie sich überörtlicher Unterstützung gewiss sein.

„Endlich, endlich ist es soweit“, begrüßte Janßen die geladenen Gäste zu Beginn einer Vesper in der Marienkirche auf dem Altstadthügel. „Ich hoffe, dass dies der Auftakt zu vielen weiteren gemeinsamen Schritten ist, die wir in Zukunft noch gehen werden“, drückte Superintendent Hillebrand seinen Wunsch aus, nicht das Trennende, sondern die Gemeinsamkeiten von katholischer und evangelischer Kirche in den Mittelpunkt zu rücken.

Generalvikar Pfeffer: Ohne ein Zusammenrücken haben beide Kirchen keine Zukunft

Den Willen, mehr als nur verstärkt in den Dialog zu zu gehen, betonten als Festvortragende Oberkirchenrätin Barbara Rudolph von der Evangelischen Kirche im Rheinland und Generalvikar Klaus Pfeffer vom Bistum Essen. Im öffentlichen Gespräch miteinander betonten beide, was sie in der jeweils anderen Kirche inspiriere, wie ihr Blick auf die eigene Kirche und eine weitergehende Ökumene ist.

Es gehe um „ein Zusammenrücken“ der Kirchen, so Pfeffer, sonst hätten beide Kirchen keine Zukunft. Immer noch sei man schon in den eigenen Reihen zu sehr auf den eigenen Kirchturm fixiert. Warum nicht ins Gespräch kommen, wenn in einem Stadtquartier drohe, dass gleich beide Kirchen geschlossen werden?, fragte er. Vielleicht könne gemeinsam ja zumindest eine Kirche gehalten werden.

Oberkirchenrätin: Nicht nur WDR 3 bieten, sondern auch „1Live“

Auch Oberkirchenrätin Rudolph mahnte, „nicht nur im eigen Saft zu schmoren“. Gemein sei den Kirchen die Aufgabe, der Vielfalt der Menschen mit einer Vielfalt an christlicher Ansprache zu begegnen. Das gelte schon für die Gottesdienst-Gestaltung. Die müsse nicht immer nach dem WDR 3-Schema laufen, auch „1Live“ sei ins Programm aufzunehmen. Wer die Vielfalt betone, sei in der Lage, die Menschen in der Gesellschaft zu versöhnen, sagte sie.

Pfeffer nahm das auf, sagte, die Kirchen hätten die gemeinsame Aufgabe, dem Mehr an Populismus, Aggressivität und Egoismus in der Gesellschaft etwas entgegenzusetzen. „Die AfD-Gefahr ist bei Weitem nicht gebannt, wenn man sieht, wie die Partei immer weiter nach rechts driftet.“ Die Kirchen müssten zusammenstehen, damit die Würde des Menschen ihren gesellschaftlichen Stellenwert erhalte.

Im Anschluss der Vesper ist im Altenhof das Team der 30 ehrenamtlichen Notfallseelsorger für sein Engagement mit dem Hoffnungspreis und der Nikolaus-Groß-Medaille geehrt worden.

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