Saison-Auftakt

Mülheimer haben Lust auf Musik unter freiem Himmel

Entspannt Live-Musik genießen. Das Publikum kam trotz leichten Nieselregens zahlreich an die Dimbeck.

Foto: Oliver Mueller

Entspannt Live-Musik genießen. Das Publikum kam trotz leichten Nieselregens zahlreich an die Dimbeck. Foto: Oliver Mueller

Mülheim.   Zum Saisonauftakt kamen trotz Nieselregens zahlreiche Besucher an die Freilichtbühne. Mülheim hat ein dankbares Publikum für Kultur aus dem Hut

Das leichte Nieselwetter hat kaum jemanden vom Auftakt der Mittwochsreihe an der Freilichtbühne abhalten können. „Endlich geht’s wieder los!“, meint eine der gut 200 Gäste beim Anstehen an der Getränkeschlange. Und spiegelt wider, was viele an diesem Abend ausstrahlen: Spannung auf das neue Mittwochsprogramm, den Genuss der familiären Atmosphäre und vor allem Lust auf Konzerte unterm freien Himmel.

Den Startschuss gibt die Band „Postcards“ aus dem Libanon, die poppigen Folk spielen. Manchen mag das an Amy McDonald erinnern. Sängerin Julia Sabra hebt ihr Mölmsch zum Wohl auf die Gäste und greift danach zur Ukulele. Zu „Oh the Places we will go“ - die erste Single der Band - stimmt sie das zurückprostende Publikum auf den Refrain ein. Und natürlich singen die Mülheimer kräftig mit.

Es sind aber nicht nur Mülheimer, die sich unter den Zeltdächern versammelt haben. René etwa kommt aus Oberhausen und kennt die Mittwochsreihe fast seit sie vor vier Jahren begonnen hat: „Ich mag Open Air-Veranstaltungen an sich. Die gibt’s auch in Oberhausen. Hier finde ich das freiwillige Konzept mit dem Hut originell, man gibt gerne was. Aber das große Plus ist dieser Ort, sowas findet man nicht überall“, schwärmt er.

Gäste schätzen die ungezwungene Atmosphäre

Ähnlich sehen das viele Besucher mit denen man ins Gespräch kommt. Die Mittwochsreihe ist so etwas wie eine Institution geworden, man trifft sich, klönt. Wer da nun gerade auftritt, scheint nebensächlicher als die ungezwungene Atmosphäre aus Kastanien, Wiese, Getränkebuden und Bühne.

Hans-Uwe Koch, Vorsitzender der für die Musik und vieles andere verantwortlichen Regler-Produktion, hat jedoch seine eigene Theorie, warum das Konzept der Mittwochsreihe greift: „Die Kontinuität ist ein wichtiger Faktor: Man kann mittwochs auf Verdacht hinkommen und trifft eigentlich immer Bekannte.“ Ein weiterer sei die gestiegene Qualität der Kunst: „Es hat sich in der Szene herumgesprochen, dass Mülheimer ein dankbares Publikum sind. Man kommt gerne zur Freilichtbühne, die als Ort und Naturdenkmal fast einzigartig in NRW ist.“ Das führt Koch wiederum zum Hut, der „als Solidaritäts-Prinzip gut funktioniert. Es gibt keinen festen Eintritt, Jeder gibt, wie er gerade kann“.

Neuer Fleischereipartner in der Gastro

Ein guter Teil der Kosten kann aus dem Hut getragen werden, ein Viertel kommt aus den Einnahmen der Gastro zusammen. „Wir haben am Mittwoch viel positive Rückmeldung bekommen auf unseren neuen Partner Fleischerei Nieß.“

War der heutige Zuspruch denn vor vier Jahren absehbar? „Wir haben es gehofft“, räumt der Regler-Vorsitzende ein, „weil es ein Angebot ist, das wir selbst gerne besucht hätten. Wir haben aber das kleine Pflänzchen immer auch gut begossen und viel ehrenamtliche Netzwerkarbeit gemacht, damit es das werden konnte, was es heute ist.“

Auch interessant
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik