Gericht

Mülheimer Ehepaar soll 1,2 Millionen Euro hinterzogen haben

Ein Mülheimer Ehepaar steht in Duisburg vor dem Landgericht.

Ein Mülheimer Ehepaar steht in Duisburg vor dem Landgericht.

Foto: Michael Kleinrensing

Mülheim.  Als Depot-Leitung eines Paketdienstes in Mülheim soll das Paar rund 1,2 Millionen Euro Sozialabgaben und Umsatzsteuer hinterzogen haben.

Wegen Verkürzung von Sozialabgaben und Steuerhinterziehung steht seit gestern ein Ehepaar aus Mülheim vor der Wirtschaftskammer des Landgerichts Duisburg. Als Chefs des Depots eines Paketdienstes sollen sie rund 1,2 Millionen Euro Sozialabgaben und Umsatzsteuer hinterzogen haben.

Die Taten sollen bereits begonnen haben, als der 50-jährige Angeklagte seit 2006 einen Lottoladen in der Innenstadt betrieb. Parallel dazu machte er sich als Subunternehmer für einen großen Paketdienst selbstständig. Ein Gewerbe, das er 2013 abmeldete. Eigentliche Chefin des Betriebes soll aber seine 47-jährige Ehefrau gewesen sein. Auf dem Papier nur Angestellte, soll sie in der Firma den Ton angegeben haben, die Buchhaltung geführt und das Personal verwaltet haben. Der Ehemann leitete das Logistik-Lager und fuhr selbst Lieferungen aus. Doch er soll bestens im Bilde gewesen sein über die Geschäftspraktiken seiner Frau, von denen auch er kräftig profitiert haben soll.

Insgesamt 69 Mitarbeiter über Jahre beschäftigt

Über Jahre sollen die Angeklagten insgesamt 68 Mitarbeiter beschäftigt haben. Doch deren Einkommen sollen sie gar nicht oder nur zu einem geringen Teil bei den Sozialkassen gemeldet haben. Stattdessen soll die Buchhaltung frisiert und ein großer Teil der Löhne schwarz ausgezahlt worden sein. Außerdem soll auch kräftig bei der Umsatzsteuer getrickst worden sein.

Das Paar legte zu Beginn des Verfahrens weit gehende Geständnisse ab. Vieles deutet darauf hin, dass die beiden Angeklagten um eine Gefängnisstrafe herumkommen werden: Sie sind nicht vorbestraft und haben bereits Schadenswiedergutmachung im sechsstelligen Bereich geleistet. Für den Prozess sind bis Mitte September fünf weitere Sitzungstage geplant.

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