Mode

Mülheimer Designer will Plattform für Künstlerszene schaffen

Mode-Designer Felix Rohrschneider (21) hat sich mit „Delicate“ in Mülheim einen Namen gemacht.

Mode-Designer Felix Rohrschneider (21) hat sich mit „Delicate“ in Mülheim einen Namen gemacht.

Foto: Oliver Mueller / FUNKE Foto Services

Mülheim.  Felix Rohrschneider hat sich mit der Modemarke Delicate in Mülheim einen Namen gemacht. Seine Kreativität will er nun auch woanders ausleben.

„Im Endeffekt ist es ein Spielplatz zum Austoben“ – so beschreibt der Mülheimer Felix Rohrschneider seine Modemarke Delicate. Die erste Kollektion veröffentlichte er mit gerade mal 19 Jahren. Dass es beruflich in diese Richtung gehen könnte, war dem heute 22-Jährigen allerdings schon länger bewusst.

„Ich habe auch nicht selten in der Schule Ärger gehabt, weil ich fast nur gemalt habe“, gibt Rohrschneider zu. Mittlerweile zahlt es sich aus. Fast jeden Monat veröffentlich er auf der Homepage seiner Modemarke Delicate eine neue Kollektion.

Mülheimer Felix Rohrschneider designt für jede Altersgruppe

Kunden sind bislang hauptsächlich Jugendliche und junge Erwachsene von 16 bis 25 Jahren. Grund dafür: Bislang läuft das Marketing ausschließlich über die Social-Media-Plattform Instagram.

Auf eine bestimmte Zielgruppe will sich der Delicate-Gründer allerdings nicht festlegen. „Ich designe die Kleidung nicht für Jugendliche oder laufe Trends hinterher. Ich freue mich einfach über jeden der kommt“, erklärt Rohrschneider.

„Ich will zu 100 Prozent hinter den Sachen stehen, die ich rausbringe“

Der Entstehungsprozess sieht je nach Kollektion ganz unterschiedlich aus. „Manche Kollektionen habe ich in zwei Stunden designt, an anderen saß ich eine Woche jeden Abend zwei bis drei Stunden“, gibt der Markengründer zu. Vor allem „weil ich zu 100 Prozent hinter den Sachen stehen will, die ich rausbringe“, sei es nicht immer einfach den eigenen Ansprüchen zu genügen, so der Schöpfer von Delicate.

Um sich und seine Modemarke zu finanzieren, arbeitet Felix Rohrschneider nebenbei als Aushilfe in einem Getränkemarkt. Zusätzlich studiert der 22-Jährige seit anderthalb Jahren Kunst auf Lehramt.

Delicate steht „für Welt- und Seelenfrieden“

In den aktuellen Designs der Delicate-Kollektionen ist immer wieder der Slogan „Für Welt- und Seelenfrieden“ zu lesen. „Klar ist das übertrieben. Niemand erreicht Seelenfrieden dadurch, dass er meine Shirts trägt. Es ist ein Stilmittel“, erklärt Rohrschneider.

Einen Hintergedanken hat Felix Rohrschneider bei dem Spruch allerdings durchaus. Jeder, der es trägt, soll über den Slogan nachdenken und so auch sein eigenes Handeln hinterfragen. „Wir leben in einer Zeit voller Hass und Spaltung. Delicate steht für ein anders Ideal – für Offenheit – und das sollen die Kunden auch weitertragen“, so Rohrschneider.

Mülheimer Designer plant als nächsten Schritt ein Musik-Album

In Mülheim und Essen ist der Name Delicate unter der jungen Bevölkerung bereits ziemlich verbreitet. Allerdings hat Felix Rohrscheider noch speziellere Pläne, wie es in Zukunft mit seiner Marke weiter gehen soll. Er selbst arbeitet momentan am ersten Musikalbum. Von Techno über Pop bis zu Hip-Hop sollen sämtliche Genres vertreten sein. Dabei will es der Künstler allerdings nicht zwangsläufig belassen.

„Die Marke soll nicht nur für Kleidung, sondern alle Kunstformen stehen. Ich mach einfach das, wozu ich inspiriert werde und schreib Delicate drauf“, erklärt Rohrschneider mit einem Lachen.

Delicate als Plattform für junge Mülheimer Künstler

„Ich will mit meiner Marke eine gewisse Ernsthaftigkeit erreichen – sie soll erwachsen werden wie man so schön sagt“, so Rohrschneider. Die Zukunftspläne des Delicate-Gründers umfassen allerdings nicht nur eigene Projekte. „Mein Traum wäre, dass Delicate eine Plattform wird, an die sich junge, aufstrebende Künstler für Kooperationen wenden können“, beschreibt Rohrschneider seine Zukunftspläne.

Daran, dass er seine Kreativität noch lange in eigene Modekollektionen stecken wird, besteht für den 22-Jährigen kein Zweifel. „Für mich habe ich entdeckt, dass ich immer, entweder nebenbei oder hauptberuflich, Mode designen werde. Ob das immer Delicate sein wird weiß ich nicht, aber ich bin cool damit wenn es so kommt“.

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