Berufspaten

Mülheimer begleiten Schüler als Paten freiwillig zum Beruf

Schülerin Maike Tesar (v.l.) wird in Mülheim von Patin Annabell Möllhoff betreut. Shiling Han ist außerdem Patin eines Jungen von der Schule am Hexbachtal.

Schülerin Maike Tesar (v.l.) wird in Mülheim von Patin Annabell Möllhoff betreut. Shiling Han ist außerdem Patin eines Jungen von der Schule am Hexbachtal.

Foto: Tamara Ramos

Mülheim.   Schüler, die vor dem Abschluss stehen, bekommen freiwillige Hilfe von erwachsenen Paten. Das CBE sucht jedes Jahr wieder neue Engagierte.

Maike Teser lächelt. Die Schülerin von der Realschule Stadtmitte sitzt neben Annabell Möllhoff. Regelmäßig, wenn beide über den Berufsweg der 16-Jährigen sprechen. Sie möchte Erzieherin werden. Seit einem knappen Jahr unterstützt die 29-Jährige sie dabei ehrenamtlich als Patin.

Eine erfahrene Person fernab der eigenen Eltern

Engagierte Menschen, die Schüler betreuend unterstützen möchten, werden aktuell wieder vom Centrum für Bürgerschaftliches Engagement (CBE) gesucht. Ab Mai bekommen sie jeweils einen Schützling, um vielleicht auch verstecktes Potenzial zu entdecken. Oder einfach beim Suchen von Arbeitsstellen, der Vorstellung vom Beruf und beim Bewerbungsschreiben zu helfen. „Paten können Chancen von jungen Leuten neutral von außen betrachten“, sagt CBE-Geschäftsführer Michael Schüring. Es gehe viel um die zwischenmenschliche Ebene, die den jungen Menschen hilft. Fernab der eigenen Eltern haben sie eine erfahrene Person an der Seite. „Manche Eltern kennen das deutsche Berufssystem auch nicht“, merkt Schüring an.

Mit Annabell Möllhoff und Shiling Han sind aktuell zwei junge Frauen unter den zehn Paten aktiv. Es gibt aber auch einen Herren, der jenseits der 70 Jahre ist. „Ältere Menschen haben viel Zeit und können ihre gesamte Berufserfahrung einbringen. Aber die Mischung macht’s“, sagt Projektleiterin Christine Hepp, die festgestellt hat, dass manche Schüler und ihre Paten durch ähnliche Interessen gut zueinander finden oder eine ähnliche Herangehensweise bei der Organisation haben.

Harmonie auf freiwilliger Basis

Maike Teser und Annabell Möllhoff harmonieren ebenfalls gut, passen wohl auch vom ruhigen Typ her zusammen. „Ich wollte das weitergeben, was ich selbst erfahren habe und was für mich früher auch nicht immer leicht war“, erklärt die Patin ihre Motivation. Dadurch ist sie in den Augen von Christine Hepp mehr als nur eine Mentorin, die sagt, was zu tun ist. Sie versteht es, ohne Druck Unterstützung zu geben.

Schüler lassen sich freiwillig begleiten

Das ist auch das Wichtigste: Die Schüler lassen sich genauso freiwillig begleiten wie ihre Paten ihr Ehrenamt ausüben. „Die Ehrenamtlichen bestimmen den Zeitraum, in dem sie sich engagieren“, sagt Schüring mit Blick auf vorzeitig endende Betreuung, die es natürlich auch gebe. „Wir schauen dann, ob sich die Paten anderweitig ehrenamtlich engagieren möchten“, so Schüring. Shiling Han hat beispielsweise nicht frühzeitig aufgegeben, auch wenn sie einen 18-Jährigen von Schule am Hexbachtal betreut, der erst vor drei Jahren aus Serbien nach Deutschland gekommen ist und bei dem die Sprache ein große Hürde darstellt.

Die Krankenschwester lernt dadurch allerdings, Verantwortung zu übernehmen. Und der junge Mann nähert sich in kleinen Schritten seinem Ziel. So wie auch Maike Teser. Sie geht ab Sommer ihr Fachabi an, um dann eine Erzieherausbildung zu durchlaufen.

>>> INTERESSIERTE KÖNNEN SICH BEIM CBE MELDEN

Aktuell sucht das Centrum für Bürgerschaftliches Engagement (CBE) neue Ehrenamtliche, die Schüler auf ihrem Weg zur Ausbildung monatlich für ein paar Stunden betreuend zur Seite stehen möchten.

Das CBE bietet eine zweiteilige Qualifizierung an (28. März, 17 bis 20 Uhr und 6. April, 10 bis 15 Uhr). Im Mai sollen sich Paten und Schüler kennenlernen. Paten wären über das CBE unfall- und haftpflichtversichert.

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