Auktion

Mülheimer Auktionshaus: Versteigerungen für 500.000 Euro

Ausruferin Verena Weisner hat die Auktion im Auktionshaus an der Ruhr geleitet.

Ausruferin Verena Weisner hat die Auktion im Auktionshaus an der Ruhr geleitet.

Foto: Tamara Ramos / FUNKE Foto Services

Mülheim.  Bei der Weihnachtsauktion des Auktionshauses an der Ruhr kamen 500.000 Euro zusammen. Angebote werden meist online oder telefonisch abgegeben.

500.000 Euro: Das Verkaufsergebnis der Weihnachtsauktion im Auktionshaus an der Ruhr kann sich sehen lassen. Besonders gefreut hat sich David Christian Wettmann, Geschäftsführender Gesellschafter und Auktionator darüber, dass alte Kunst, die alten Meister, wieder mehr Liebhaber haben und sich eine Renaissance des Kunstmarkts andeutet.

Ein wahres Bietergefecht lieferten sich Onlinebieter, Bieter am Telefon und im Saal um ein Ölgemälde von Peter Paul Rubens, dessen Startpreis bei 6500 Euro lag. Den Zuschlag bekam letztlich für 26.000 Euro ein Bieter im Saal, der extra für die Weihnachtsauktion aus Hongkong angereist war. Ein Gemälde von Hubert Salentin, der zu den renommiertesten Genremaler der Düsseldorfer Malerschule zählt, wechselte für 28.000 Euro den Besitzer. Den Zuschlag bekam ein Bieter am Telefon.

Mülheimer Auktionshaus: Bieter via Telefon oder online

Geboten wurde zum Großteil via Telefon oder online. Die Bieter im Saal machen in der Regel nur einen Bruchteil derer aus, die sich an der Auktion beteiligen. „Natürlich haben sich durch die Digitalisierung Auktionen stark verändert“, sagt Wettmann, der jährlich zwischen vier und sechs Auktionen in seinen Geschäftsräumen an der Friedrichstraße organisiert. „Viele Auktionshäuser würde es heute ohne Internet und die damit einhergehende weltweite Vernetzung gar nicht mehr geben.“

Verstecken muss sich das einzige Auktionshaus im Ruhrgebiet nicht. Schon lange konkurriert Wettmann mit namhaften Auktionshäusern, arbeitet mit sechs Auktionsplattformen weltweit zusammen. Aber auch das Ruhrgebiet, so Wettmann, sei ein großer Hotspot für Kunst, viele Sammler gibt es im großen Ballungsgebiet. „Leider leiden wir trotzdem unter dem schlechten Image des Ruhrgebiets“, bedauert der Auktionator. „Das ist sehr schade, denn theoretisch erreichen wir weltweit etwa vier Millionen potenzielle Käufer und Verkäufer.“

Aktiver Kunsthandel durch Nachkriegserbschaften

Die Objekte, die im Auktionshaus an der Ruhr versteigert werden, kommen auf ganz unterschiedliche Wegen zu Auktionator Wettmann. „Die Einliefererschicht ist ganz vielseitig. Teils sind es private Kunstliebhaber, die sich von Stücken trennen möchten, weil sich der Geschmack verändert hat oder sie sich einfach etwas Neues zulegen möchten.“ Teils seien es aber auch Firmen und Händler, die einzelne Stücke oder ganze Sammlungen in die Auktion geben.

Generell sei momentan ein Hoch auf dem Kunstmarkt zu beobachten, der Handel sei sehr aktiv. Das lasse sich unter anderem durch die vielen aktuellen Nachkriegserbschaften erklären. In der Weihnachtsauktion am Wochenende kamen aber nicht nur die alten Meister unter den Hammer. Auch Werke der Klassischen Moderne und der zeitgenössischen Kunst, Schmuck, Luxusuhren und dekorative Kunst wurden angeboten.

Wert auf Diskretion: Kunstsammler bleiben anonym

Eine illuminierte Lichtstele des Künstlers Adolf Luther wurde für 17.000 Euro aufgerufen. Ein Liebhaber der modernen Kunst bekam den Zuschlag für 20.000 Euro. Doch auch für den etwas schmaleren Geldbeutel gab es Stücke zu ersteigern. Wettmann und seine Mitarbeiter legen im Hinblick auf den Umgang mit den Einlieferern großen Wert auf Diskretion. Auch die Bieter im Saal möchten ihren Namen nicht in der Zeitung lesen und als Kunstsammler und -liebhaber angesichts mancher Preise anonym bleiben.

Trotz der Preise in teils schwindelerregender Höhe ist David Christian Wettmann ein großer Freund davon, Kunst allen Menschen in der Gesellschaft zu öffnen. Die nächste Auktion im Frühjahr soll daher insbesondere auch junge Menschen ansprechen, preislich, aber auch durch moderne Kunstobjekte.

Am Wochenende freute Wettmann sich besonders über drei Gemälde in der Auktion. Ein klassischer Dachbodenfund bei der Räumung der Wohnung der verstorbenen Mutter. „Da hatte die Tochter Gott sei Dank den richtigen Riecher und hat die Gemälde zu uns gebracht“, erzählt Wettmann. „Ich schätze, dass sich die Dame über einen fünfstelligen Betrag freuen kann“.

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