Flüchtlinge

Mülheimer Appell für Humanität soll weite Kreise ziehen

Die "Sea Eye" versorgt in Seenot geratene Flüchtlinge vor der nordafrikanischen Küste.

Die "Sea Eye" versorgt in Seenot geratene Flüchtlinge vor der nordafrikanischen Küste.

Foto: Jesus Merida/dpa

Mülheim.   Die Arbeitsgemeinschaft Migration und Vielfalt hofft auf breite Unterstützung beim Mülheimer Appell für Humanität . Erste Unterzeichner gibt es.

Die Arbeitsgemeinschaft Migration und Vielfalt in der SPD ist bemüht, möglicht viele Unterstützer für den „Mülheimer Appell für Humanität und Menschlichkeit“ zu bekommen. Der Appell will Mülheim in den Kreis der Städte bringen, die bereit sind, freiwillig einige Flüchtlinge aus Seenot aufzunehmen.

Köln, Bonn, Düsseldorf und Münster gehören in NRW bereits dazu. Anfang Dezember soll auch der Stadtrat dem Appell beitreten. „Wir versuchen, bis dahin viele Unterstützer zu gewinnen“, sagt Nadia Khalaf, Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft. Die Awo habe bereits den Appell unterzeichnet. Die Wohlfahrtsverbände, die Wohnungsgesellschaften, die Kirchen, die Moscheen, die jüdische Gemeinde, der Sportbund sollen unter anderem folgen. „Unser Ziel ist es, dass die Unterstützung möglichst aus allen gesellschaftlichen Gruppen kommt“, sagt Rodion Bakum, SPD-Ratsherr und stellvertretender Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft.

Freiwillige Aufnahme würde Stadt Geld kosten

Eine freiwillige Aufnahme würde die Stadt Geld kosten. Doch es gehe bei dem Thema, so Bakum, um Leben und Tod von Menschen. „Wir haben es hier mit einer moralischen Verpflichtung zu tun. Es geht darum, Haltung zu zeigen. Die Haltung, dass es uns eben nicht egal ist, was vor unseren Toren in Europa passiert.“ Das Thema gewinnt für Bakum aktuell an Bedeutung, da Italien seine Häfen auch für ausländische Marineschiffe mit Flüchtlingen schließen will. Wohin sollen die Menschen? Mülheim, so Nadia Khalaf, verfüge über freie Kapazitäten in den Flüchtlingsunterkünften und habe auch das Kontingent nach dem Flüchtlingsaufnahmegesetz noch nicht erfüllt.

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