Rock ‘n’ Roll

Mülheimer Andy Brings landet mit neuem Album in den Charts

Leder, Schminke und viele Tattoos – die Mitglieder von „Double Crush Syndrome" sind nicht zu übersehen. V. li.: Julian Fischer (Schlagzeug), Andy Brings (Gitarre und Gesang) und Slick Prolidol (Bass und Gesang).

Leder, Schminke und viele Tattoos – die Mitglieder von „Double Crush Syndrome" sind nicht zu übersehen. V. li.: Julian Fischer (Schlagzeug), Andy Brings (Gitarre und Gesang) und Slick Prolidol (Bass und Gesang).

Mülheim.   Der Mülheimer Andy Brings hat es mit der Band „Double Crush Syndrome“ in die Charts geschafft. Wir haben mit ihm über seinen Erfolg gesprochen.

Vollblut-Musiker seit über 25 Jahren: Andy Brings hat sein Leben der Musik gewidmet. Vor vier Jahren war es Zeit für einen Tapetenwechsel. Aus dem Solokünstler wurde der Kopf der Rock ’n’ Roll Band „Double Crush Syndrome“. Ihr erstes Album haben sie im vergangenen Monat veröffentlicht – und es damit direkt auf Platz 48 der Media Control Charts geschafft. Wir haben mit dem 45-Jährigen über den Erfolg seines neuen Projektes gesprochen.

Warum haben Sie sich vor vier Jahren entschieden, noch einmal eine neue Band zu gründen?

Andy Brings: Das war einfach ein Moment der Erleuchtung. Ich wusste, es ist das Richtige. Nach meinen Jahren als Solokünstler war es mal wieder Zeit für was Neues. Ich habe mich für zwei Wochen quasi eingeschlossen und bin mit einer fertigen CD wieder rausgekommen. Die anderen Bandmitglieder hatte ich auch schnell gefunden. Mittlerweile hat sich die Besetzung allerdings schon wieder geändert. Nicht alle schaffen es, mit meiner Energie und Kraft mitzuhalten. Bei der jetzigen Besetzung habe ich aber keine Bedenken.

Wie sind Sie damals auf den Namen „Double Crush Syndrome“ gekommen?

Brings: Ich finde das Wort „crush“ einfach sehr cool. Diese Doppelbedeutung zwischen etwas „zermalmen“ und andererseits „verknallt sein“ hat mir schon immer gefallen. Ich habe dann ein bisschen um diesen Begriff herum geforscht und bin auf die Nervenkrankheit „Double Crush Syndrome“ gestoßen. Damit hatte ich den perfekten Namen gefunden.

Wie ging es nach der Gründung mit der Band weiter?

Brings: Anfangs hatte ich keine Lust mehr auf das große Musikbusiness. Wir haben unsere CD ohne Plattenfirma oder Manager produziert. Zum Glück kamen direkt viele Auftrittsanfragen, das war für den Anfang wichtig. Es war einfach die richtige Band zur richtigen Zeit. Letztes Jahr kam dann eine Plattenfirma auf mich zu. Eigentlich war das die totale Antithese zu dem, was ich anfangs wollte. Aber zu dem Zeitpunkt habe ich doch ‘Ja’ gesagt. Vor einem Monat haben wir das erste offizielle Album „Die for Rock ’n’ Roll“ veröffentlicht. Der namensgebende Titel war einer der ersten, die ich zur Gründung geschrieben hatte.

Mit dem Album ist die Band direkt auf Platz 48 der Charts gelandet, wie haben Sie von dem Erfolg mitbekommen?

Brings: Wir waren zu dem Zeitpunkt als Vorband auf Tour in England. Ich war gerade dabei in Nottingham unser Equipment auszupacken, da klingelte mein Telefon. Die Nachricht war natürlich hochgradig super. Ich hatte gehofft, dass wir in die Charts gehen. Aber dass wir direkt die Top 50 geknackt haben, war eine echte Sensation! Wenn man merkt, dass den Leuten gefällt, woran man selbst glaubt, ist das ein tolles Gefühl.

Gab es auf der Tour bisher noch mehr so besondere Momente?

Brings: Ein toller Bandmoment war zum Beispiel die Show in London. Es hat sich so ein bisschen wie nach Hause kommen angefühlt. Die Menschen dort haben unsere Musik verstanden. Ich habe beim Auftritt fast Tränen in den Augen gehabt. London ist einfach die Rock ’n’ Roll Hauptstadt der ganzen Welt. Aber jede Show ist etwas ganz besonderes. Wir spielen für zwanzig Zuschauer das gleiche Konzert wie für tausend. Bei unseren Auftritten können die Menschen viel Spaß, Energie und Power erwarten. Idealerweise soll das Publikum den Alltag komplett vergessen.

Sie sind schon lange im Musikgeschäft tätig. Was hat sich in den letzten 25 Jahren in der Branche verändert?

Brings: Einfach alles. Ich habe mir vor kurzem noch einmal meine Verträge von 1992 angeschaut. Die sind überhaupt nicht mehr mit den heutigen zu vergleichen. Wer heute Erfolg haben will, muss richtig hart arbeiten. Denn man verdient einfach weniger Geld mit der Musik. Ich persönlich finde das aber nicht schlimm. Ich möchte lieber, dass meine Musik auf Spotify umsonst gehört wird, als dass sie gar nicht gehört wird. Außerdem gibt es für Musiker heutzutage viel weniger Hürden. Ich könnte jetzt zum Beispiel spontan einen Videoclip mit meinem Handy drehen. Früher hätte das sehr viel Geld gekostet.

Eure Tour läuft noch bis zum 24. April. Wie geht es mit der Band dann weiter?

Brings: Wir spielen im Sommer noch auf ein paar Festivals und im Herbst geht es dann als Support wieder auf Tour. Außerdem arbeiten wir auch ab dem Sommer schon am nächsten Album. Das soll nämlich genau ein Jahr nach unserem ersten erscheinen. Darauf freue ich mich schon sehr. Jetzt mit 45 fühle ich mich fitter als mit 30. Rock ’n’ Roll hält einfach jung. Im Kopf und auch körperlich. Die langen Autofahrten machen mir mehr zu schaffen, als meine schweißtreibenden Shows auf der Bühne.

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