Die Wolfsburg

Mülheimer Akademie „Die Wolfsburg“ steht vor Führungswechsel

Führungswechsel an der katholischen Akademie Wolfsburg: Dr. Judith Wolf tritt die Nachfolge von Dr. Michael Schlagheck an. Er war 24 Jahre Direktor der Akademie.

Führungswechsel an der katholischen Akademie Wolfsburg: Dr. Judith Wolf tritt die Nachfolge von Dr. Michael Schlagheck an. Er war 24 Jahre Direktor der Akademie.

Foto: Michael Dahlke / FUNKE Foto Services

Nach 24 Jahren als Akademiedirektor der Wolfsburg übergibt Dr. Michael Schlagheck sein Amt an Dr. Judith Wolf. Sie steht vor besonderen Aufgaben.

In der katholischen Akademie Die Wolfsburg geht am 1. Juli eine Ära zu Ende. Akademiedirektor Dr. Michael Schlagheck gibt sein Amt nach 24 Jahren an seine bisherige Stellvertreterin Dr. Judith Wolf ab. Vor dem Führungswechsel erläutern beide in einem Gespräch mit dieser Zeitung, was die 1960 gegründete Akademie des Ruhrbistums geleistet hat und was sie in Zukunft noch leisten muss.

Herr Schlagheck, woran erinnern Sie sich im Rückblick auf Ihre Amtszeit besonders gerne?

Michael Schlagheck: An ungezählte Begegnungen mit interessanten Menschen aus allen Lebensbereichen, von denen ich keine einzelne Persönlichkeit besonders hervorheben möchte.

Aber wie haben Sie Bundeskanzlerin Angela Merkel als Gesprächspartnerin erlebt?

Schlagheck: Als sehr achtsam und sehr aufmerksam. Der Abend mit ihr ist mir in besonderer Erinnerung geblieben, weil damals der für das Ruhrgebiet wichtige Kohle-Kompromiss bestätigt wurde.

Wie hat sich die Arbeit der Akademie in den vergangenen 24 Jahren verändert?

Schlagheck: Sie ist zu einer projektorientierten Kommunikationsplattform geworden, die gezielter als früher bestimmte Adressatengruppen anspricht. Das können zum Beispiel Manager aus der Industrie, Mitarbeiter aus dem Gesundheitswesen oder Trainer aus dem Deutschen Olympischen Sportbund sein.

Was wünschen Sie der katholischen Akademie zu Ihrem Abschied?

Schlagheck: Ich wünsche mir, dass die Akademie und ihre derzeit 50 Mitarbeitenden offen, kreativ und leidenschaftlich bleiben.

Veranstaltungen mit Kooperationspartnern werden noch zu wenig wahrgenommen

Frau Wolf, welche Stärken bringen Sie in Ihre Leitungsaufgabe ein?

Judith Wolf: Meine Stärke ist meine Kommunikationsfähigkeit und meine Bereitschaft mit ganz unterschiedlichen Menschen ins Gespräch zu kommen. Ich habe genug Biss und Dynamik, um neue Dinge anzugehen, aber auch genug Realismus und Gelassenheit, um mich nicht an Dingen festzubeißen, die einfach nicht funktionieren.

Was sind aus Ihrer Sicht die aktuellen Baustellen der Akademie?

Wolf: Wir werden als Akademie über unsere Abendveranstaltungen öffentlich wahrgenommen, aber unsere Veranstaltungen mit sehr unterschiedlichen Kooperationspartnern, nimmt die interessierte Öffentlichkeit zu wenig wahr. Daran müssen wir arbeiten.

Wie?

Wolf: Wir müssen stärker darüber nachdenken, welche Nachrichten und Bilder wir verbreiten können. Und dabei müssen wir uns die Sozialen Medien noch einmal sehr viel genauer anschauen als wir das bisher schon getan haben.

Haben Sie eine Vision für die Zukunft der Akademie?

Wolf: Wir müssen unseren Status als projektorientierte Kommunikationsplattform weiterentwickeln, unsere Arbeit mit Jugendlichen verstärken, unsere vorhandene Begabtenförderung öffentlichkeitswirksamer darstellen und einen konstruktiven Dialog der Generationen initiieren und institutionalisieren.

Eine Akademie für die Region Ruhrgebiet

Katholische Akademie in Mülheim. Frau Wolf, was fällt Ihnen dazu ein?

Wolf: Wir sind eine Akademie in Mülheim, aber wir sind die Akademie des Ruhrbistums und für die Region Ruhrgebiet. Ich glaube, dass wir unter den gesellschaftlichen Akteuren der Stadt sehr bekannt sind, aber in der breiten Stadtgesellschaft als ein Ort, zu dem man gehen und an dem man gute Gespräche haben kann, noch bekannter werden müssen. Ich bin davon überzeugt, dass man das Ruhrgebiet nur als Ganzes voranbringen kann und deshalb den städteübergreifenden Dialog organisieren muss.

Wie sicher ist die Akademie in Zeiten von Kirchenaustritten und sinkenden Kirchensteuereinnahmen?

Schlagheck: Zurzeit trägt das Bistum ein Drittel unserer Kosten, während wir zwei Drittel unseres Budgets selbst erwirtschaften.

Wolf: Das können wir, weil wir sehr wirtschaftsnah arbeiten, ein sehr gästeorientiertes Tagungshaus in der Region sind und auch sehr kreativ in der Einwerbung von Drittmitteln sind. Deshalb bin ich auch sehr zuversichtlich, dass wir auch weiterhin wirtschaftlich gut durch die Zeit kommen.

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