Müllsammlung

Mülheim räumt mit Helfern den wilden Müll in der Stadt weg

Die Gustav-Heinemann Gesamtschule nahm an der diesjährigen Müllsammlung teil.

Die Gustav-Heinemann Gesamtschule nahm an der diesjährigen Müllsammlung teil.

Foto: Michael Dahlke

Mülheim.   2800 Menschen durchkämmten das Mülheimer Stadtgebiets auf der Suche nach Unrat. Darunter waren auch 26 Schulen mit 92 Klassen.

Der achtlos weggeworfene Müll wird nicht weniger, die Unvernunft mancher Mitbürger bleibt bestehen. Dies ist das Ergebnis der diesjährigen Aktion „Mülheim räumt auf“, zu der die federführende Mülheimer Entsorgungsgesellschaft (MEG) am Freitag und Samstag die Bürger der Stadt zur Teilnahme bat. Freudig kann der MEG-Vertreter Michael Keller eine Rekordzahl verkünden: „In diesem Jahr haben 1000 Leute mehr an der Sammlung teilgenommen als im letzten Jahr.“

Insgesamt 2800 Menschen durchkämmten rund 50 verschiedene Bereiche des Stadtgebiets auf der Suche nach wildem Müll. Keller führt dies hauptsächlich auf die vereinfachte Anmeldung zurück: „Vor allem online sind viele unserem Aufruf gefolgt.“

Kinder reinigten das Horbachtal vom Müll

Bei den an der Aktion beteiligten Schulen habe man ebenfalls einen Rekord erreicht. „Wir haben diesmal 26 Schulen mit 92 Klassen bei der Müllsammlung dabei“, so der MEG-Organisator. Unter anderen rückte die Jahrgangsstufe Sechs der Gustav-Heinemann-Schule mit Zangen, Handschuhen und Säcken aus und säuberte sowohl die Umgebung um das Schulgebäude als auch das angrenzende Horbachtal. Die Kids hatten ihren Spaß, bei schönstem Sonnenschein im Freien den letzten Schultag verbringen zu können.

Der von ihnen gefundene Unrat führte jedoch zu anderen Emotionen: „Das ist echt traurig, so viel Müll hier überall zu finden“, findet Lilly Teschner (11). Zusammen mit ihren rund 120 Schulkameraden fand sie über ein Dutzend Autoreifen, Spielzeugpuppen und ein halbes Sofa. Hinzu kam noch massig Kleinmüll wie Flaschen, Verpackungen und Zigarettenkippen, der mehr als zehn große Müllbeutel füllte.

Lob von Bürgermeisterin Margarete Wietelmann

Lob und Dank für ihre Hilfe erhielten die Schüler von Bürgermeisterin Margarete Wietelmann: „Ihr habt nicht nur den hässlichen Müll entfernt, sondern auch etwas gegen den schädlichen Einfluss der Umweltverschmutzung getan.“

Waren am Freitag hauptsächlich Schulen unterwegs, machten sich am Tag darauf etliche Vereine und Privatpersonen ans Aufräumen. Landschaftswächter Andreas Gutschalk nahm sich mit sieben Leuten die Saarner Ruhrauen vor. Erschreckend stellt er eine Zunahme des Plastikmülls im Vergleich zu den Vorjahren fest: „Wenn man das sieht, kann man sich vorstellen, was für ein Problem dies zukünftig für die Menschheit sein wird.“ Unverständnis ruft bei ihm hervor, dass komplett gefüllte Müllsäcke in der Natur abgeladen werden.

Wie viel Abfall bei der Aktion zusammengekommen ist, lässt sich erst in dieser Woche sagen. Aus logistischen Gründen sei es nicht möglich, die genaue Menge zu beziffern: „Die die Sammelstellen anfahrenden Entsorgungsfahrzeuge sind zum Teil mit aus anderen Quellen stammenden Müll beladen“, erklärt Michael Keller. Man werde Stichproben nehmen. „Erfahrungsgemäß liegt die Sammelmenge pro Teilnehmer bei 3 bis 3,5 Kilo.“ Demzufolge dürfte der Gesamtbetrag in diesem Jahr zwischen 8,4 bis 9,8 Tonnen liegen.

8,4 bis 9,8 Tonnen Müll gesammelt

Der wild entsorgte Müll wird nicht weniger. Dennoch möchte Keller diese Aktion nicht als Misserfolg verstanden wissen. „Das Bewusstsein über diese Problematik muss über Jahrzehnte aufrecht erhalten werden.“ Erfreulich sei die zunehmende Zahl an Schülern, wodurch Nachhaltigkeit zu erwarten sei.

Letzten Endes werde man leider stets mit der Unvernunft einiger Mitmenschen zu rechnen haben. Bleibt nur zu hoffen, dass es immer weniger sein werden.

<<< MÜLLSAMMLUNG IMMER IM OKTOBER

Das Projekt „Mülheim räumt auf“ liegt seit 15 Jahren organisatorisch in den Händen der MEG. Gesammelt wird immer im Oktober, weil einige Bereiche von April bis September besonderen naturschutzgesetzlichen Bestimmungen unterliegen.


Thomas Ratz, Leiter der Gustav-Heinemann-Schule, möchte den Umweltschutz verstärkt in den Schulplan einbauen: „Wir haben das Thema im Biologieunterricht verankert und schauen, ob wir es noch in anderen Fächern einbauen können.“

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