Abschiebung

Mülheim: Mann bei Flucht vor Abschiebung schwer verletzt

Mit polizeilicher Unterstützung wollte die Stadt Mülheim den Asylbewerber aus Bangladesch abschieben.

Mit polizeilicher Unterstützung wollte die Stadt Mülheim den Asylbewerber aus Bangladesch abschieben.

Foto: Silas Stein / picture alliance/dpa

Mülheim.  Weil er vor seiner Abschiebung fliehen wollte, ist ein Mann (29) in Mülheim aus dem Fenster im zweiten Stock gestürzt. Er wurde schwer verletzt.

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Beim Versuch, vor seiner Abschiebung zu fliehen, hat sich ein 29-jähriger Mann aus Bangladesch am Dienstagmorgen schwer verletzt. Offenbar ist er aus einem Fenster im zweiten Stock gestürzt, als Polizisten und städtische Mitarbeiter an seine Tür klopften. Er erlitt mehrere Knochenbrüche und liegt jetzt in einem Duisburger Krankenhaus.

Der junge Mann sollte abgeschoben werden, nachdem sein Asylantrag abgelehnt worden war. Die Stadt hatte dafür bereits Polizei zur Hilfe gerufen. Insgesamt waren es sieben Einsatzkräfte, die sich am Dienstagmorgen, 10. Dezember, gegen 6 Uhr an der Eltener Straße in Speldorf getroffen hatten. Neben zwei Polizisten waren auch zwei Mitarbeiter der Ausländerbehörde vor Ort, dazu drei Leute vom Mülheimer Ordnungsamt.

Hinter einem Auto auf der Straße versteckt

hier gibt es mehr artikel, bilder und videos aus mülheimAls die Beamten die Wohnung im zweiten Stock betraten, trafen sie nur einen Bekannten des Gesuchten an. Der zur Abschiebung ausgeschriebene 29-Jährige befand sich nicht in den Räumen, aber ein Fenster war weit geöffnet. In der Nähe des Mehrfamilienhauses entdeckten die Einsatzkräfte den jungen Mann - er hatte sich hinter einem Auto auf der Straße versteckt. Da er über Schmerzen klagte, offensichtlich durch den Sturz aus dem Fenster, wurde der Rettungsdienst alarmiert.

Beim Sturz mehrere Knochenbrüche erlitten

Der 29-Jährige wird vermutlich erst einmal wochenlang im Krankenhaus bleiben. Wie Stadtsprecher Volker Wiebels von den behandelnden Ärzte erfuhr, erlitt der Bangladescher mehrere Knochenbrüche. Wie es in Sachen Abschiebung weitergeht, hänge vom Gesundheitszustand des jungen Mannes ab, so Wiebels.

Nach seinen Informationen ist der Bangladescher bereits vor sechs Jahren nach Deutschland eingereist - am 12. Dezember 2013. Im Oktober 2015 wurde sein Asylantrag abgelehnt, die anschließende Klage gegen den Ablehnungsbescheid blieb erfolglos.

Bangladescher lebt seit sechs Jahren in Deutschland

Seit April 2016 sei der junge Mann geduldet worden, weil ihm die notwendigen Papiere fehlten. Trotz Aufforderung habe er sich keinen Pass beschafft. Am 26. November 2018 sei dann von Amts wegen ein Verfahren zur Beschaffung von Heimreisedokumenten eingeleitet worden, jetzt - mehr als ein Jahr später - sollte der Mann abgeschoben werden.

Die Stadt Mülheim hat in 2019 bisher 38 Menschen in ihre Heimatländer abgeschoben, desweiteren gab es 19 sogenannte „Dublin-Überstellungen“, also Rückführungen in ein anderes europäisches Land. Im Vorjahr wurden insgesamt 81 abgelehnte Asylbewerber zur Ausreise gezwungen, davon wurden 47 direkt in ihre Heimatländer zurückgeflogen. Einen dramatischen Zwischenfall gab es Mitte Oktober, als eine vierköpfige libanesische Familie abgeschoben werden sollte. Dort kam sogar zu einem SEK-Einsatz.

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