Kinderarmut

Mülheim: Kinderarmut wächst - Corona verschärft das Problem

Kein Lichtblick in Sicht: Der Anteil armer Kinder und Jugendlicher in Mülheim hat sich laut einer neuen Bertelsmann-Studie weiter erhöht.

Kein Lichtblick in Sicht: Der Anteil armer Kinder und Jugendlicher in Mülheim hat sich laut einer neuen Bertelsmann-Studie weiter erhöht.

Foto: Nicolas Armer / dpa

Mülheim.  Der Anteil der Kinder in Mülheim, die von Sozialleistungen leben, ist weiter gestiegen. Die Corona-Krise könnte alles noch schlimmer machen.

Eine neue Studie der Bertelsmann-Stiftung zur Kinderarmut liest sich alarmierend. Auch in Mülheim sind immer mehr Minderjährige betroffen.

Laut der Analyse, die kürzlich veröffentlicht wurde, sind mehr als ein Fünftel aller Kinder in Deutschland von Armut bedroht: 21,3 Prozent. Sie leben - so die Definition - in Haushalten, die weniger als 60 Prozent des durchschnittlichen Einkommens zur Verfügung haben und/oder Grundsicherung beziehen.

Mehr als ein Viertel aller Minderjährigen in Mülheim leben von Sozialleistungen

Wenn man allein den Bezug von Sozialleistungen betrachtet, sind die Zahlen für Mülheim besonders problematisch: Im Dezember 2019 lebten danach 27,6 Prozent der unter 18-Jährigen in Familien, die SGB II beziehen. Fünf Jahre zuvor, also im Dezember 2014, waren es laut Bertelsmann-Stiftung 25,1 Prozent der Kinder hier in der Stadt.

Alle bisherigen Diskussionen und Maßnahmen in Mülheim haben - rein statistisch - offenbar nichts bewegt. Die Bertelsmann-Experten erwarten zudem, dass die Corona-Krise die Kinderarmut weiter wachsen lässt. Denn Eltern benachteiligter Kinder arbeiten häufiger in Teilzeit- oder Minijobs, die durch Corona vielfach wegfallen.

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